Kita Grüne Winkel in Frankfurt am Main
Lebendiges Gründach
Frankfurt-Nied, im Westen der Main-Metropole, ist bekannt für seine ab 1914 errichtete und heute denkmalgeschützte Eisenbahnersiedlung. Längst lebt hier – umgeben vom Niedwald, dem Fluss Nidda und der Bahnstrecke nach Höchst – eine neue Generation. Für diese wurde nun die bestehende Kindertagesstätte aus den 1970er-Jahren durch einen Neubau von Meurer Generalplaner ersetzt. Bei der 2025 eingeweihten Kita Grüne Winkel bietet das begehbare Dach Spiel- und Gartenflächen.
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Inmitten von Gärten
Das Grundstück liegt im Herzen eines blattförmigen Blocks. Außen säumen Ketten von kleinen Mehrfamilienhäusern und Garagen die Straßenbögen. Zum Blockinneren breiten sich Kleingärten aus. In der Mitte blieb ein dreieckiges Fleckchen frei, an dessen Rändern einige Bäume heranwuchsen. Auf das ungewöhnlich zugeschnittene Grundstück hatte man in den 1970er-Jahren einen T-förmigen Baukörper gesetzt.
Bei der Begutachtung des Bestands wurden jedoch neben baulichen Mängeln auch Schadstoffe gefunden. Somit war nur ein Rückbau denkbar. Für den Neubau wählten die Planer*innen eine trapezförmige Grundrissfigur, die die Fläche stärker ausnutzt. Aufgrund der beengten Platzverhältnisse, ließen sich die erforderlichen Spielbereiche nicht ebenerdig realisieren. Daher wurde das Flachdach aktiviert.
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Kompakt und flexibel
Der eingeschossige Stahlbetonskelettbau mit Mauerwerkswänden bietet 415 Quadratmeter Nutzfläche. Latten aus vorvergrautem Lärchenholz bekleiden die Fassaden, während die Holztüren und -fenster ockerfarben abgesetzt sind. An einigen Stellen wurden Fledermauskästen und Sperlingskoloniehäuser integriert.
Im Erdgeschoss ist Platz für rund 60 Kinder. Die drei Gruppen- und zwei Intensivräume orientieren sich zu den Außenbereichen im Westen. Mitarbeiter-, Funktions- und Lagerräume sowie Küche und WCs liegen auf der Ostseite. An der Südseite befindet sich ein Mehrzweckraum mit mobiler Trennwand zum Spielflur. Dieser nimmt die Gebäudemitte ein, erhellt durch ein Oberlicht. Die Kinderbereiche kennzeichnet grüner Bodenbelag. Zu den verschiedenen Spiel- und Lernangeboten gehören ein Bauraum, ein Rollenspielraum, ein Kreativraum und eine Kinderküche.
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Lebendiges Gründach
Über zwei Treppen und einen Plattformlift gelangen die Kinder aufs Dach, wo sie Grün- und Spielflächen finden. Der Hauptzugang liegt im Norden. An der Ostseite erstreckt sich ein Obstgarten und an der Westseite ein gepflasterter Platz mit Klettergerüst und Rutsche. Im südlichen Teil des Dachs, im Schatten einer Pergola, liegt ein Lager- und WC-Häuschen. Daneben hängt eine Korbschaukel, die Stützen der Holzkonstruktion stecken in Hochbeeten. Die Pergola trägt sogar eine PV-Anlage. Öffnungen in der Brüstung verschaffen auch kleinen Menschen Ausblicke in die Umgebung.
Die Dachfläche ist in weiten Teilen intensiv begrünt. Zum Einsatz kam ein Naturdach-System mit großer Substrathöhe und Festkörperdränage. Die abwechslungsreiche Pflanzenauswahl, bestehend aus blühenden Kräutern, Stauden, Gräsern und Gehölzen, bereitet nicht nur den Kindern Freude. Sie lockt auch Wildbienen, Schmetterlinge und andere Lebewesen an und fördert somit die Biodiversität im Viertel.
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Systemaufbau von oben nach unten:
- Flachball-Stauden und/oder Sedum-Sprossen in Kombination mit Saatgutmischung
- Extensivsubstrat (6 bis 21 cm)
- Filtervlies
- Drän- und Wasserspeicherelement (4 cm)
- Trenn-, Schutz- und Speichervlies
Bautafel
Architektur: Meurer Generalplaner, Frankfurt am Main
Projektbeteiligte: SHK+ Landschaftsarchitekten, Gießen (Landschaftsarchitektur); ZPP Ingenieure, Darmstadt (Bauphysik und Tragwerksplanung); Chantico Brandschutz, Alzey–Heimersheim (Brandschutz); b.i.g. bechthold ingenieurgesellschaft, Frankfurt am Main (Gebäudetechnik); Optigrün (Hersteller Naturdach-System)
Bauherr*in: Evangelischer Regionalverband Frankfurt und Offenbach, Frankfurt am Main
Fertigstellung: 2025
Standort: Grüne Winkel 29a, 65934 Frankfurt, Deutschland
Bildnachweis: Jean-Luc Valentin (Fotos); Meurer Generalplaner, Frankfurt am Main (Pläne)
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