WC-Häuschen am Skjervsfossen in Granvin

Von Schiefer umhülltes Stilles Örtchen mit Ausblick

Gallerie

Die teils spektakuläre Landschaft Norwegens mit zahlreichen Fjorden, ausgedehnten Wäldern, steilen Felsformationen, Bergseen und Wasserfällen zieht Wanderer, Kletterer und Bergsteiger an. Um die Zugänglichkeit ausgesuchter landschaftlicher Höhepunkte zu verbessern und ihre Attraktivität für Touristen zu steigern, entstanden im Auftrag der Staatlichen Norwegischen Straßenverwaltung an verschiedenen Routen des Landes besondere Bauwerke, geplant von Architekten und Landschaftsarchitekten, Designern und Künstlern. Es sind Brücken und Aussichtsplattformen, Stege und Möbel, aber auch Unterstände oder Häuschen, die Reisenden in der rauen Witterung Schutz bieten und Ruhepausen ermöglichen.

Östlich von Bergen und nahe der Gemeinde Granvin bildet der Skjervsfossen einen Anziehungspunkt für Naturliebhaber: Über einen abgetreppten Felshang ergießen sich gleich zwei Wasserfälle. Direkt daran vorbei führt eine alte gewundene Hauptstraße, Wanderwege durchziehen die grünen Hänge und Täler. An einem Parkplatz zur Erschließung der Wanderrouten steht nun ein WC-Häuschen nach Plänen von Fortunen Arkitektur. Unmittelbar am Wasserlauf wird es zum Blickfang: Passend zur Bergkulisse ragt es hoch und spitz hinauf und fügt sich mit seiner Bekleidung aus Schiefer wie selbstverständlich in die Umgebung. Als sei ein Stück Fels herausgebrochen, markiert das Gebäude an einem Steilhang den Übergang zwischen Parkplatz und Fließgewässer. 

Im Gegensatz zur schroffen Hülle sind die beiden öffentlichen Toiletten, die hier untergebracht sind, bis auf den Betonboden rundum mit Sperrholz in einem warmen Braunton ausgekleidet. Eine schöne Aussicht gibt's natürlich auch – ansonsten wäre der Standort ja verschenkt. Hohe Verglasungen geben den Blick auf den Steilhang gegenüber und den wild strömenden Bach darunter frei. Ein Teil des Bodens ist ebenfalls verglast, sodass die Natur den Besuchern des stillen Örtchens sehr nahe kommt.

Schiefer
Das WC-Häuschen trägt zur Erschließung der relativ unberührten Natur bei, soll sie jedoch wenig beeinträchtigen. In der zum Fluss gewandten Fassade aus glänzendem, rostfreien Stahl spiegeln sich Wasser, Bäume und Himmel als diffuses Abbild. Die übrigen Fassaden einschließlich des steilen Pultdachs sind mit großen Schieferplatten bekleidet.

In Norwegen wird der Naturstein Schiefer (ebenso wie die schieferähnlichen Spaltgesteine Quarzit und Phyllit, die dort vielfach abgebaut werden) traditionell an Dächern, Wänden oder als Bodenbelag verwendet. Die Platten schimmern, ähnlich wie die umliegenden Felsvorsprünge, in unterschiedlichen Grautönen. Sie sind etwa einen Meter breit und zwischen 80 und 120 cm lang. Die Befestigung erfolgte mit jeweils vier Nägeln. Die Schieferplatten sind hinterlüftet, dahinter folgen eine Folie, eine 12 mm starke bituminöse Platte, die Holzständerkonstruktion (24 x 48 mm) sowie eine 15 mm starke Sperrholzschicht auf der Innenseite (Abb. 17).

Bautafel

Architekt: Fortunen Arkitektur, Bergen
Projektbeteiligte:
Node, Bergen (Statik); Østengen & Bergo, Oslo (Landschaftsplanung)
Bauherr: Norwegian Public Roads Administration (NPRA), Oslo
Standort: Granvin, Norwegen
Fertigstellung: 2017
Bildnachweis: Steinar Skaar, Fortunen Arkitektur, Pål Hoff – alle Bergen; Vidar Herre, Hordaland

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