Haus am Schopfacker in Trogen

Moderner Holzelementbau mit Walmdach und Lärchenholzfassade

Eingebettet in die Appenzeller Hügellandschaft, am Fuße des Schweizer Gäbris liegt die kleine Gemeinde Trogen. Das Ortsbild prägen traditionelle Holzgiebelbauten im Kontrast zu prächtigen klassizistischen Gebäuden. Die Kaufmannsfamilie Zellweger ließ ab dem 17. Jahrhundert palastartige Steinbauten errichten, die für einen städtischen Charakter sorgen. Am östlichen Siedlungsrand realisierte das in Bregenz ansässige Architekturbüro Bernardo Bader ein reduziert und kompakt gestaltetes Zweifamilienhaus, das sich an der Architektur seiner Nachbarschaft orientiert. Wo einst ein Bauernhaus stand, bildet das Haus am Schopfacker als Solitär mit Lärchenholzfassade einen baulichen Abschluss.

Gallerie

Holzelementbauweise auf massivem Sockel
Mit drei Stockwerken und einem Walmdach fügt es sich harmonisch ein. Das Untergeschoss ist als massive Betonkonstruktion zum Teil ins Erdreich gebettet, die oberen Etagen sind bis auf den Betonkern für das Treppenhaus in Holzelementbauweise errichtet. Die allseitige, unbehandelte Lärchenholzfassade stellt einen modernen Kontrast zu den benachbarten Steinhäusern her. Es handelt sich um eine vertikale Verschalung aus heimischem Holz.

Die Außenwände sind eine Holzständerkonstruktion, tragende Innenwände und Deckenelemente sind aus unbehandeltem Brettsperrholz gefertigt. Die Wände und das Dach sind mit mineralischer Dämmung ausgefacht; das Dach ist mit Faserzementplatten gedeckt. Die Fensterrahmen aus Tannenholz sind mit einer Dreifachverglasung versehen. Der Holzbau entspricht den Leitlinien der Ortsbildschutzzone.

Unbehandeltes Holz für Wände, Böden und Decken
Die gesamte Nutzfläche des Wohnhauses beträgt 359 Quadratmeter bei einem Bauvolumen von 1.900 Kubikmetern. Im Kellergeschoss befinden sich eine Doppelgarage, Abstellräume sowie das Treppenhaus, das alle Etagen verbindet. Der Hauseingang befindet sich an der Westseite. Über das Treppenhaus aus Sichtbeton, das von den Wohnräumen getrennt ist, können beide Wohnungen erschlossen werden.

Im Erdgeschoss befindet sich eine Einliegerwohnung. Deren großzügiger Wohn- und Essraum mit Kochzeile umfasst eine Loggia gen Süden. Zudem gibt es einen Schlafraum und zwei Bäder. Die zweite Wohnung erstreckt sich über das erste und zweite Obergeschoss: Eine Etage ist untergliedert in zwei Schlafräume, ein Büro und zwei Bäder, die obere ist offen gestaltet und verfügt ebenfalls über eine Loggia. Diese ist verglast und gliedert den Wohn- und Essraum mit Küche. Ein Sanitär- und Haustechnikkern ist dem Treppenhaus angegliedert.

Den Innenraum dominiert unbehandeltes Holz als Bekleidung von Wänden, Böden und Decken. Die Böden sind mit Stabparkett aus Eschenholz ausgestattet. Auch die Möbel sind teilweise aus Holz gefertigt – so zum Beispiel die Küchen. Das Holz wirkt temperatur- und feuchteausgleichend, wirkt sich also günstig auf das Raumklima aus.

Bautafel

Architekt: Bernardo Bader, Bregenz
Projektbeteiligte:
Alpina Hausbau, Hard (Ausführung, Holzbau, Bauleitung, Fenster); Niederer, Rebstein (Baumeisterarbeiten); Fischer, Hard (Holz und Baustoffe); Marc Girard, Hauptwil (Gartengestaltung); Ofenbau Voppichler, Egg (Ofenbau); Brander, Berneck (Elektrotechnik); Dorf-Gebäudetechnik, Wolfurt (Haustechnik)
Bauherr:
privat
Fertigstellung:
2017
Standort:
Trogen, Schweiz
Bildnachweis: Adolf Bereuter, Dornbirn

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