Verfahren zum Recyceln von Spanplatten

Forschungsprojekt des Fraunhofer IAP und Partnern

Spanplatten bestehen aus Holzspänen oder -fasern sowie einer Bindemittelkomponente – einem synthetischen Harz. Zur Aushärtung wird diese Mischung unter thermischer Einwirkung verpresst, sodass ein formstabiler Werkstoff entsteht. Die duroplastischen Harze als Bindemittel verhinderten bislang eine stoffliche Wiederverwertung, sodass Spanplatten am Ende ihrer Nutzung meist nicht recycelt, sondern thermisch verwertet, also verbrannt werden. Mit dem Projekt Recycling von Spanholzwerkstoffen (ReSpan) unter Leitung des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Polymerforschung IAP wurde erstmals ein vollständiges, hochwertiges Recycling von Spanplatten ermöglicht.

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Gemeinsam mit der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde und den Unternehmen System 180 und PreZero Holz wurde nachgewiesen, dass sich aus dem zurückgewonnenen Material erneut Platten herstellen lassen, ohne auf zusätzliche Primärrohstoffe zurückgreifen zu müssen. Das Projekt ist mit Mitteln der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) im Auftrag des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) gefördert worden. 

Chemische Trennung von Holz und Kunstharz

Bei dem Verfahren werden die in Spanplatten enthaltenen Kunstharzbindemittel gezielt chemisch gespalten. Dazu werden geeignete Lösungsmittel und exakt eingestellte Reaktionsbedingungen eingesetzt, unter denen sich die polymeren Harzstrukturen selektiv auflösen, während die Holzfasern selbst weitgehend unbeschädigt bleiben. Entscheidend ist, dass die chemische Behandlung nicht auf eine Zerstörung des gesamten Werkstoffs abzielt, sondern auf eine kontrollierte Trennung der Bestandteile. Auf diese Weise können die Bindemittel von der Holzsubstanz abgelöst werden, ohne deren mechanische Eigenschaften wesentlich zu beeinträchtigen.

Nach der chemischen Spaltung folgt die Trennung der einzelnen Fraktionen. Die gelösten Harzbestandteile werden aus dem Prozessmedium entfernt, während die zurückgewonnenen Holzfasern gereinigt und von Reststoffen befreit werden. Die Fasern sind geruchsarm und schadstoffarm, ihre Qualität ist so hoch, dass sie sich erneut als Rohstoff für die Herstellung von Spanplatten oder anderen Holzwerkstoffen einsetzen lassen. 

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Kreislauffähig und emissionsarm

Das Verfahren ist darauf ausgelegt, die Materialien möglichst verlustarm in den Produktionskreislauf zurückzuführen und auch mehrfache Recyclingzyklen zu ermöglichen. Damit unterscheidet es sich grundlegend von bisherigen Ansätzen, die meist nur ein Downcycling oder eine energetische Verwertung erlaubten. Durch die Rückgewinnung hochwertiger Holzfasern trägt das chemische Recyclingverfahren wesentlich zur Ressourcenschonung, zur Reduktion von CO₂-Emissionen und zur Etablierung geschlossener Stoffkreisläufe in der Holzwerkstoffindustrie bei. Insbesondere für den Bausektor und den Rückbau von Gebäuden eröffnet das Verfahren neue Perspektiven für eine konsequent zirkuläre Nutzung von Spanplatten. 

Weiterführende Informationen finden Sie auf den Webseiten des Fraunhofer IAP und der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (siehe Surftipps).

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