Bürogebäude PhoenixWerk in Dortmund

Backstein und Stahl

Arbeit im Wandel: Wo bis 1998 Roheisen produziert wurde, entsteht auf dem ehemaligen Stahlwerksgelände Phoenix West ein neuer Technologie- und Dienstleistungsstandort in Dortmund-Hörde. Ein in Klinker gehüllter Büroneubau erhebt sich hier in unmittelbarer Nähe zum alten Hochofen, zum Schalthaus – das älteste noch bestehende Gebäude auf dem Areal – und zu einer Halle, die einst Gasgebläse für die Hochöfen beherbergte und inzwischen für Konzerte genutzt wird. Der Entwurf für das Bürogebäude sowie der Masterplan für das insgesamt rund 9.000 m² große Areal stammt von dem ortsansässigen Büro SHA Scheffler Helbich Architekten.

Gallerie

Der Neubau setzt sich aus zwei riegelförmigen Baukörpern mit Verbindungsteil zusammen und bildet die ersten beiden Bausteine des geplanten Ensembles PhoenixWerk, das künftig fünf Gebäude umfassen soll. Der Name des vormaligen Stahlwerks nach dem mythischen Vogel Phoenix, der am Ende seines Lebenszyklus verbrennt, um aus seiner Asche wieder neu zu erstehen, mutet dabei sehr symbolträchtig an: Der Industriekomplex auf einer Fläche von etwa 115 Hektar wird umgenutzt, um neuen Wirtschafts- und Arbeitsraum, aber auch Veranstaltungen, Gastronomie und Naherholung zu bieten. 2001 war übrigens auch Schichtende auf dem nahegelegenen Phoenix Ost, wo ebenfalls neue Nutzungen und Bauten entstehen, darunter ein Bürogebäude und Firmensitz.

Büros mit Bezug zum Bestand
Auf die industriellen Bestandsbauten Bezug nehmend, ist der neue viergeschossige Bürobau von SHA als zweigeteilter Riegel in Ost-West-Richtung ausgerichtet und bildet so mit der nördlich gelegenen Halle, die nun für Konzerte genutzt wird, und dem alten Schalthaus im Osten einen begrünten Platz aus. In Anlehnung an diesen historischen Bestand mit patiniertem Mauerwerk wurde für den Neubau mit einer Brutto-Grundfläche von 5.700 m² eine Klinkerfassade mit helleren und dunkleren Steinen gewählt. Während der Riegel im Osten leicht zu den künftigen südlichen Bauteilen abknickt, ist die westliche Schmalseite zum vormaligen Hochofen auf der gegenüberliegenden Straßenseite ausgerichtet.

Backstein und schwarzer Stahl
Zum Platz hin springt das Sockelgeschoss, in dem sich Gastronomie befindet, leicht zurück. Darüber erheben sich die drei Obergeschosse mit mehreren Mieteinheiten für Büros. Die Hauptfassaden der miteinander verbundenen Bauteile I (Ost) und II (West) unterscheiden sich vor allem hinsichtlich der Öffnungen voneinander: Während im östlichen Teil im gleichmäßigen Raster angeordnete, liegende Fenster die Fassade strukturieren und ihr eine zurückhaltende Wirkung verleihen, ist der westliche Bauteil unregelmäßiger und auch vertikal rhythmisiert. Gleichsam Lisenen streben hier Teile der Klinkerfassade vor den großen, bodentiefen Fenstern empor.

Auf der zum Hochofen ausgerichteten schmalen Westseite bilden Gebäudeeinschnitte auf jeder Etage einen großzügigen, geschützten Balkon und im Obergeschoss eine Dachterrasse aus. Mit gläsernen Absturzsicherungen versehen, wirkt diese schmale Fassade wie ein Schaufenster, das Einblicke und inszenierte Ausblicke auf das Relikt der Roheisenproduktion erlaubt. Eine deutliche Remineszenz an die vormalige Nutzung des Areals ist die Materialwahl aller Fenster- und Türöffnungen: Sämtliche Fenster und Türen sind von schwarzen Stahlrahmen gefasst. Auch die Brüstungen und Verkleidungen bestehen aus dem Material.

Bei allen Bezügen auf die industrielle Vergangenheit des Areals wurde bei der Planung viel Wert gelegt auf Zeitgemäßes: So wurde der Neubau nach der BIM-Methode geplant und neben einer ressourcenschonenden Bauweise nimmt die ökonomische und ökologische Betriebsweise einen besonders hohen Stellenwert ein. Das Gebäude wird über zu öffnende Fenster natürlich be- und entlüftet; zusätzlich verfügt es über die mechanische Belüftung in Konferenz- und Besprechungsbereichen. Der außenliegende, elektrisch betriebener Sonnenschutz ist individuell steuerbar. Die elektrische Versorgung der Arbeitsplätze erfolgt über Bodentanks, die Arbeitsplatzbeleuchtung mit Rasterfeld- und Einbauleuchten, wohingegen die Treppenhaus- und WC-Beleuchtung über Präsenzmelder gesteuert wird. Insgesamt erreicht das Gebäude damit den KfW 70 Standard.

Lichte Innenräume
Der Hauptzugang erfolgt vom nördlichen Platz aus und ist barrierefrei gestaltet. Ein direkter Durchgang zum südlichen Innenhof ist zudem von hier möglich. Ein luftiges, helles Foyer mit Wänden aus Sichtmauerwerk öffnet sich. Von hier erfolgt die vertikale Erschließung per Fahrstuhl oder über die auffällige Treppe aus schwarzem Stahl. Die großzügigen Fensterfronten ermöglichen eine lichtdurchflutete Raumaufteilung für die Mieterinnen und Mieter der Büros. Das Gebäude ist so vorgerüstet, dass die Flächen nach Bedarf miteinander verbunden werden können.

Die Innenräume sind geprägt durch ihre offene Raumfolge, transparente Glaswände und den Ausblick auf die Umgebung. Die Nutzerinnen und Nutzer sollen in jedem Raum den direkten Dialog zum Bestand in den vielfältigen Sichtbezügen zwischen Innen und Außen wahrnehmen können. Zum Teil erstrecken sich die Büroeinheiten über mehrere Etagen und sind im Inneren über Stahltreppen verbunden – wie zum Beispiel das Büro von SHA im westlichen Bauteil. Glatte helle Wände und ein heller Holzboden bilden einen Kontrast zu den schwarzen Rahmen, Einbauten, Möbeln und Türblättern.

Beschläge
Passend zur industriellen Umgebung und Anmutung des neuen Bürobaus wurden die metallenen Türdrücker und Beschläge gewählt. So kommt eine Serie zum Einsatz, die von dem dänischen Architekturbüros C. F. Møller entworfen worden ist. Die Beschläge zeichnen sich nicht nur durch ihre Materialität und elegante Schlichtheit, sondern auch durch die ergonomische Gestaltung aus. Durch den Einsatz der Türdrücker und jeweils farblich passenden Rosetten in der Ausführung Edelstahl und teilweise in Matt-Schwarz werden in den Räumlichkeiten optische Akzente gesetzt. Die Türschließer wurden farblich an die schwarzen Tür- und Fensterrahmen angepasst und somit unauffällig in die Rohrahmentüren integriert. Mit dem Thema Architektur und Beschlag sowie der Frage, wie individuelle Tür- und Fensterbeschläge anspruchsvoller Objektarchitektur gerecht werden können, hat sich Christoph Helbich von SHA intensiv auseinandergesetzt; ein Gespräch kann im Video verfolgt werden (siehe Surftipps).

Der Neubau ist mit einer Schließ- und Einbruchmeldeanlage ausgestattet. Das Schließsystem ist dabei elektromechanisch gesteuert, für die Hauptzugänge des Gebäudes mit Zutrittskontrollsystem über Karte/Chip. Die Anforderungen der Zutrittskontrolle konnte in enger Abstimmung des Beschlagherstellers mit den Architekturschaffenden, den Bauherren und Elektrik-Fachleuten aufgenommen werden. Die Zugangstüren werden über einen Chip freigegeben, der über eine zentrale Verwaltungsstelle selbst programmiert oder auch gesperrt werden kann.

Bautafel

Architektur: SHA Scheffler Helbich Architekten, Dortmund
Projektbeteiligte:
Engels Ingenieure, Dortmund (Tragwerksplanung); Hagen Ingenieurgesellschaft für Brandschutz, Essen (Brandschutzplanung); Deppe Backstein-Keramik, Uelsen-Lemke (Klinker); Heroal, Verl, sowie Neuform Türenwerk Hans Glock, Erdmannhausen (Türen); Randi by Eco Schulte, Menden (Türdrücker Komé in der Ausführung Edelstahl und Matt-Schwarz)
Bauherr/in:
Immira; ETG Birgit & Christoph Helbich, Dortmund
Standort:
Phoenixplatz 3, 44263 Dortmund
Fertigstellung:
2020
Bildnachweis: Scheffler Helbich Architekten/ Photodesign Christian Eblenkamp; Marcel Schlegel Photographie

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