Ein Arboretum ist eine Sammlung von lebenden Bäumen und
Sträuchern für botanische respektive gartenbauwissenschaftliche
Beobachtungen und Untersuchungen. Es ist somit eine Art begehbares
und sinnlich erfahrbares Lexikon. Der Name resultiert aus einer
Ableitung der lateinischen Vokabel arbor für Baum.
Vergleichbar abgeleitete Begriffe sind beispielsweise
Rosarium für eine Sammlung von Rosen, Pinetum für
Nadelbäume und Herbarium für Kräuter.
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Ein Arboretum ist eine Art begehbares und sinnlich erfahrbares Lexikon der Bäume und Sträucher.
Bild: Spring Grove Cemetery and Arboretum in Cincinnati, Ohio/USA, Fotografie von Carol M. Highsmith, Library of Congress Washington, Carol M. Highsmith Archive, Repro-No. LC-DIG-highsm-41768, Public Domain
01|03
Der Begriff wurde 1838 von dem Briten John Claudius Loudon geprägt.
Bild: Spring Grove Cemetery and Arboretum in Cincinnati, Ohio/USA, Fotografie von Carol M. Highsmith, Library of Congress Washington, Carol M. Highsmith Archive, Repro-No. LC-DIG-highsm-41763, Public Domain
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Das Arboretum dient der wissenschaftlichen Beobachtung und Untersuchung der verschiedenen Charakteristika von Bäumen und Sträuchern.
Bild: Dallas Arboretum and Botanical Garden, Texas/USA, Fotografie von Carol M. Highsmith, Library of Congress Washington, Carol M. Highsmith Archive, Repro-No. LC-DIG-highsm-28760, Public Domain
03|03
Der Begriff Dendrarium ist ein Synonym für Arboretum,
jedoch etymologisch, also von der Wertherkunft, mit der
altgriechischen Vokabel δένδρον verknüpft, umgeschrieben zu
dendron und übersetzt ebenfalls Baum.
Entstehung des Begriffs und wissenschaftlicher Ansatz
Zum ersten Mal verwendet wurde der Begriff Arboretum 1838 von
dem britischen Botaniker, Landschaftsarchitekten, Stadtplaner und
Autor John Claudius Loudon (1783-1843). Loudon beschäftigte
sich nicht nur mit den vielen exotischen Pflanzen, die aus den
britischen Kolonien in London eintrafen, sondern insbesondere mit
der Rolle von öffentlichen Parks, privaten Gärten und Baumgruppen
in den Straßen der zu seiner Zeit immens wachsenden Großstadt
London als breathing places.
Im Jahr 1838 veröffentlichte er das namensgebende und später
enorm einflussreiche Buch „Arboretum et Fruticetum
Britannicum“ als Versuch einer systematischen Erfassung von
Bäumen und Sträuchern auf den britischen Inseln. Kaum ein Jahr
danach begann er in Derby, einer Kleinstadt zwischen Sheffield und
Birmingham, ein derartiges Arboretum anzulegen. Unter
wissenschaftlichen Voraussetzungen sollten der Lebenszyklus, das
Wachstum, Aspekte der Ökologie, aber auch das Verhalten der
jeweiligen Bäume hinsichtlich Klima, Umweltverschmutzung,
Schädlingen und vieler weiterer Charakteristika betrachtet und
verglichen werden.
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Ein Arboretum ist eine Art begehbares und sinnlich erfahrbares Lexikon der Bäume und Sträucher.
Bild: Spring Grove Cemetery and Arboretum in Cincinnati, Ohio/USA, Fotografie von Carol M. Highsmith, Library of Congress Washington, Carol M. Highsmith Archive, Repro-No. LC-DIG-highsm-41768, Public Domain
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Der Begriff wurde 1838 von dem Briten John Claudius Loudon geprägt.
Bild: Spring Grove Cemetery and Arboretum in Cincinnati, Ohio/USA, Fotografie von Carol M. Highsmith, Library of Congress Washington, Carol M. Highsmith Archive, Repro-No. LC-DIG-highsm-41763, Public Domain
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Das Arboretum dient der wissenschaftlichen Beobachtung und Untersuchung der verschiedenen Charakteristika von Bäumen und Sträuchern.
Bild: Dallas Arboretum and Botanical Garden, Texas/USA, Fotografie von Carol M. Highsmith, Library of Congress Washington, Carol M. Highsmith Archive, Repro-No. LC-DIG-highsm-28760, Public Domain
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Dieser wissenschaftliche Ansatz wurde von Universitäten
übernommen, unter anderem im Jahr 1872 von der Universität Harvard
mit dem Arnold Arboretum und 1873 von der Universität zu
Tokyo mit einem Arboretum als Teil des ursprünglichen Herbariums im
Koishikawa Botanical Garden. Um diese Zeit entstand in
Berlin das Späth-Arboretum. Es wurde auf dem Gelände eines
wesentlich älteren Gartenbaubetriebs als Schaugarten im Stil eines
englischen Landschaftsgartens angelegt und ist seit den
1960er-Jahren Teil der Humboldt-Universität zu Berlin.
Arboretum als öffentliches Grün und Friedhof
Loudon beschäftigte sich zudem mit der Nutzung derartiger grüner
Anlagen für die Öffentlichkeit. Seine Idee, Friedhöfe mit
weitläufigen Garten- und Parkanlagen zu verknüpfen, wurde
insbesondere in den USA verwirklicht. So ist beispielsweise der
Graceland Cemetery in Chicago, auf dem unter anderem Ludwig
Mies van der Rohe und Louis Sullivan beerdigt sind, ein 1860
angelegtes und heute umfangreiches Arboretum.
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Ein Arboretum ist eine Art begehbares und sinnlich erfahrbares Lexikon der Bäume und Sträucher.
Bild: Spring Grove Cemetery and Arboretum in Cincinnati, Ohio/USA, Fotografie von Carol M. Highsmith, Library of Congress Washington, Carol M. Highsmith Archive, Repro-No. LC-DIG-highsm-41768, Public Domain
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Der Begriff wurde 1838 von dem Briten John Claudius Loudon geprägt.
Bild: Spring Grove Cemetery and Arboretum in Cincinnati, Ohio/USA, Fotografie von Carol M. Highsmith, Library of Congress Washington, Carol M. Highsmith Archive, Repro-No. LC-DIG-highsm-41763, Public Domain
02|03
Das Arboretum dient der wissenschaftlichen Beobachtung und Untersuchung der verschiedenen Charakteristika von Bäumen und Sträuchern.
Bild: Dallas Arboretum and Botanical Garden, Texas/USA, Fotografie von Carol M. Highsmith, Library of Congress Washington, Carol M. Highsmith Archive, Repro-No. LC-DIG-highsm-28760, Public Domain
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Das Konzept, Friedhöfe nicht nur als unbebaute Flächen für
spätere Umwidmungen und damit potenzielles Bauland zu betrachten,
sondern als historisch gewachsene Gärten mit beeindruckender
soziokultureller Bedeutung für die Naherholung zu öffnen, wird
heute mehr und mehr von den Stadtverwaltungen erkannt und im Sinne
von Loudon umgesetzt.
Autorin: Prof. Dr.-Ing. Susanne Junker,
Berlin
Fachwissen zum Thema
Mit mehr als 1.200 verschiedenen Arten ist Bambus kein Holz, sondern tatsächlich ein Gras, auch wenn es viele mit Holz vergleichbare Eigenschaften aufweist (im BIld: Bambuswald in der Nähe von Kyoto, Japan).
Bild: Florian Schwaighofer, Berlin
Materialien/Werkstoffe
Bambus
Eigentlich ein Gras, weist Bambus viele vergleichbare Eigenschaften mit Holz auf, ist leicht, elastisch, formstabil - und für den Bau von Fenstern, Türen und Wintergärten geeignet.
Die Entwicklung des Projekts war in den ersten fünf Jahren durch eine kontinuierliche Anpassung und Weiterentwicklung der vegetationstechnischen Anlagen bestimmt – Oktober 2019
Bild: OLA – Office for Living Architecture, Foto: Ferdinando Iannone
Grundlagen
Baubotanik
Vereinigung von Natur und Technologie für eine lebendige Architektur.
Zu den städtischen Grünflächen zählen Park-, Spiel- und Sportanlagen, Gärten, Friedhöfe und Straßenbegleitgrün.
Bild: Yvonne Kavermann, Berlin
Vegetation
Vegetationsformen im Stadtraum
Anforderungen und Beispiele für Bäume, Sträucher, Stauden und geeigneten Gräsern für Rasenflächen.
Zur systematischen wissenschaftlichen Erforschung von exotischen Pflanzen wurden die Kew Gardens in London nicht nur erweitert, sondern ab 1844 um mehrere Conservatories ergänzt (im Bild: Palmenhaus).
Baum mit langer Geschichte, kultureller Bedeutung und hoher Widerstandsfähigkeit. Seine Anspruchslosigkeit macht ihn zum idealen Straßenbaum.
Vegetationsformen im Stadtraum
Zu den städtischen Grünflächen zählen Park-, Spiel- und Sportanlagen, Gärten, Friedhöfe und Straßenbegleitgrün.
Bild: Yvonne Kavermann, Berlin
Anforderungen und Beispiele für Bäume, Sträucher, Stauden und geeigneten Gräsern für Rasenflächen.
Pflanzen extensive Dachbegrünungen
Bei der Sanierung des Düsseldorfer Schauspielhauses wurden die Dachflächen extensiv begrünt.
Bild: Optigrün international
Einsatzorte, Pflanzenarten, Pflege- und Wartungsaufwand sowie bautechnische statische Voraussetzungen
Pflanzen intensive Dachbegrünungen
Intensive Dachbegrünung im Innenhof der Kreuzeskirche Essen
Bild: Optigrün international
Einsatzorte, Pflanzenarten, Pflege- und Wartungsaufwand sowie bautechnische statische Voraussetzungen
Dachbegrünung: Wartungs- und Pflegeaufwand
Wartungsarbeiten umfassen unter anderem das Überprüfen der Absturzsicherungen.
Bild: Urte Schmidt, Berlin
Pflegemaßnahmen und -aufwand unterscheiden sich nach Art der Dachbegrünung.
Bodengebundene Fassadenbegrünung
Blauregen als Schlingpflanze an Seilen (Parkhaus N2 in Mannheim)
Bild: Susanne Junker, Berlin
Für bodengebundene Fassadenbegrünungen kommen in der Regel Kletterpflanzen infrage, für wandgebundene Begrünungen auch Stauden, Kleingehölze und Moose.
Wandgebundene Fassadenbegrünung
Wandgebundene und sehr artenreiche Fassadenbegrünung „Living Wall“ in Berlin Kreuzberg, Architektur: Sarah Rivière
Bild: Stephan Redeker, Berlin
Schier unbegrenzte Auswahl an Kletterpflanzen, Stauden, Kleingehölzen und Moosen für die modulare und flächige Bepflanzung.
Fassadenbegrünung: Wartungs- und Pflegeaufwand
Mit zunehmender Komplexität der Begrünungsform wächst der Pflegeaufwand.
Bild: Verband für Bauwerksbegrünung (VfB)
Die sorgfältige Planung im Vorfeld einer Begrünung ist ebenso wichtig wie die richtige Pflege bis zur Fertigstellung und während der darauffolgenden Entwicklungs- und Unterhaltungsphase.
Pflanzen für die Innenraumbegrünung
Für das gute Gedeihen der Pflanzen in Innenräumen sind die Temperierung, die Luftfeuchtigkeit und Lichtversorgung von ausschlaggebender Wirkung.
Bild: Yvonne Kavermann, Berlin
Kübelpflanzungen, Begrünungslandschaften, Grünzonen und wandgebundene Innenraumbegrünungen nach Temperaturempfindlichkeit
Vegetation für Wintergärten
Die Pflanzen in einem Wintergarten leben nicht in ihrem natürlichen sondern in einem simulierten Habitat. Deshalb gelten besondere Kriterien für die Auswahl der Vegetation (im Bild: mehrgeschossige Verknüpfung von Vegetation, Glasräumen und Höfen, Naiipa Art Complex, Bangkok, Stu/D/O Architects)
Bild: Florian Schwaighofer, Berlin
Bei der Auswahl der Pflanzen sind einige Kriterien zu beachten. Eine Übersicht zeigt, welche Pflanzen sich besonders eignen.
Dünger und Pflegearten
Vor allem Standort und Begrünungsform bestimmen die Auswahl der Düngeart.
Bild: Yvonne Kavermann, Berlin
Für ein gesundes Wachstum benötigen Pflanzen unterschiedliche Nährstoffe. Zu den Hauptnährstoffen gehören Stickstoff (N), Phosphor...
Arboretum
Ein Arboretum ist eine Art begehbares und sinnlich erfahrbares Lexikon der Bäume und Sträucher.
Bild: Spring Grove Cemetery and Arboretum in Cincinnati, Ohio/USA, Fotografie von Carol M. Highsmith, Library of Congress Washington, Carol M. Highsmith Archive, Repro-No. LC-DIG-highsm-41768, Public Domain
Sammlung von lebenden Bäumen und Sträuchern für botanische respektive gartenbauwissenschaftliche Beobachtungen und Untersuchungen.
Grüne Architektur – für alle!
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