Kehrichtverbrennungsanlage Emmenspitz in Zuchwil

Sichtbeton mit Natursteinbändern

706 Kilogramm – das Gewicht einer Kuh – so viel Siedlungsmüll hinterlassen die Schweizer*innen pro Kopf im Jahr. Die eine Hälfte wird recycelt, mit der anderen wird in Kehrichtverbrennungsanlagen (KVA) Strom und Heizwärme erzeugt. Über 50 Jahre wuchs die KVA Emmenspitz in Zuchwil mit dem steigenden Müllaufkommen, bis sie Mitte 2025 schließlich abgelöst wurde. Die neue Anlage der Kenova, geplant vom Architekturbüro Penzel Valier, kann den Müll von einer halben Million Menschen der Kantone Bern und Solothurn bewältigen.

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Eine wuchtige Erscheinung ist der Neubau auf dem Emmenspitz, einem Gebiet an der Mündung der Emme in die Aare. Auf einem hellen, plastischen Sockel steht ein schwarzer Block, flankiert vom 50 Meter hohen Kehrichtbunker und vom 80 Meter hohen Kamin. Beton bildet den massiven Rumpf, während der Aufbau, eine leichte Stahlkonstruktion, mit Photovoltaik-Modulen verkleidet ist. Ein Glasband trennt Block und Sockel, die wenigen Fenster geben die Mitarbeiterbereiche und den Aussichtsraum an der Kaminspitze zu erkennen, genannt Bellevue. 

Vom Müll zum Strom

Die Anordnung der Volumina deutet den Weg des Mülls durch die Anlage an. Eigentlich kommen annähernd 50 Prozent des Mülls per Bahn am Emmenspitz an. Während der ersten zwei Betriebsjahre erreicht er die KVA per LKW, über eine Rampe an der Ostseite. Hier befindet sich auch der Kehrichtbunker, in dem Siedlungsabfälle, Klärschlamm und brennbare Anteile von Bauabfällen zunächst gemischt und zerkleinert werden. Ein riesiger Greifkran hebt den Abfall dann in den 9,4 Meter x 9,5 Meter großen Einfülltrichter, der ihn dann in den 1000 °C heißen Ofen einspeist. Was beim Verbrennen übrig bleibt, fällt durch einen Rost nach unten. Metalle werden aussortiert, die restliche Schlacke zu einer Deponie transportiert.

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Die dabei entstehenden, heißen Rauchgase steigen auf und strömen zur Kesseltrommel, die sich in dem mit PV-Modulen verkleideten Gebäudeteil befindet. Durch die Hitze verdampft das im Kessel enthaltene Wasser. Hocherhitzt und mit einem Druck von 46 bar verlässt der Dampf den Kessel in Richtung Dampfturbine. Sie wandelt die Energie des Dampfes in Strom um, der sodann an der Hochspannungsleitung westlich der Geleise in das Versorgungsnetz eingespeist wird. Pro Jahr soll die Anlage 145 Gigawattstunden Strom erzeugen – genug für 42.000 Haushalte. Die PV-Module von Fassade und Dach liefern weitere 560 Megawattstunden. Zusätzlich können 12.000 Haushalte mit Fernwärme versorgt werden.

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Aus Rauch wird Wasserdampf und CO2

Verschiedene Filter befreien die Rauchgase von Staubpartikeln und Metalldämpfen. Die feineren Rückstände landen im Flugaschebunker, bevor sie aufbereitet und ebenfalls per Bahn abtransportiert werden. Sogenannte Schlauchfilter klären letzte Feinstoffe aus dem Rauchgas, sodass über den Kamin nur noch Wasserdampf und CO2 in die Atmosphäre abgegeben wird.

Beton: 60 Prozent Recyclingbeton

In der KVA wurden 53.000 Kubikmeter Beton verbaut, davon 31.800 Kubikmeter Recyclingbeton. Dieser kam bei den Innenwänden des Prozessgebäudes und des Verwaltungsgebäudes sowie bei nicht-vorgespannten Decken zum Einsatz. Zu 90 Prozent verwendete man Zement der Klasse CEM II/B mit einem optimierten CO2-Fussabdruck. 

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Tafelstruktur und Natursteinbänder

Eine Besonderheit ist die Gliederung der 45.000 Quadratmeter umfassenden Sichtbetonfassaden: 30 Zentimeter hohe horizontale Bänder aus warmtönigen Jurakalkstein ziehen sich im Abstand von 5,40 Meter um das Gebäude. Sie machen die Geschossebenen ablesbar und nehmen dem großen Volumen ein Stück weit die Wucht. Dazwischen gliedern eingelegte Trapezleisten und Ankerlöcher die Flächen. Fenster, Türen und Toren sind dem Beton vorgesetzt und durchbrechen an einigen Stellen die Bänder. So gewinnt die Fassade zusätzlich an Tiefe.

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Das Schalungsbild und die Betonieretappen planten Penzel Valier gemeinsam mit dem Bauingenieurbüro Afry. Um die Fassadendetails zu entwickeln, zogen die Planer*innen außerdem Steinmetz und Baumeister hinzu. Ausgeführt wurde der Schalungstyp 4.1.4 – gemäß Schweizer Norm eine Sichtbetonfläche mit Tafelstruktur. Vor dem Betoniervorgang wurden zunächst die Fassadenanker der Natursteinplatten mit der Bewehrung verbunden. Die 50 bis 100 Zentimeter langen Platten befestigte man mit Nägeln an der Schalung. Nach dem Ausschalen wurden die überstehenden Nägel abgezwackt. Durch dieses Vorgehen ließ sich nicht nur Zeit und Geld sparen, sondern auch ein besserer Verbund von Stahlbeton und Kalksteinplatte erreichen. 

Bautafel

Architektur: Penzel Valier, Zürich
Projektbeteiligte: TBF+Partner, Zürich (Generalplaner); AFRY Schweiz, Zürich Bauingenieurwesen (Hochbau, Spezialtiefbau, Baugrube und Tragwerksplanung); Sundesign photovoltaic engineering, Stallikon (Photovoltaik-Planung); Maurus Schifferli Landschaftsarchitekt, Bern (Landschaftsarchitektur); TBF+Partner, Zürich (Verfahrenstechnik, Gebäudeautomation, Verkehrsplanung); Tri Air, Jona SG (HLK-Planung); Bösch Sanitäringenieure, Dietikon (Sanitäranlagen); Bering, Bern (Elektroplanung); Gartenmann Engineering, Zürich (Bauphysik); Hautle Anderegg und Partner, Ostermundigen (Sicherehits- und Brandschutzplanung); S+B Baumanagement, Pratteln (Bauleitung)
Bauherr*in: Kenova (ehem. KEBAG)
Fertigstellung: 2028 (Inbetriebnahme 2025)
Standort: Emmenspitz, 4528 Zuchwil, Schweiz
Bildnachweis: Josse Freund, Bruno Augsburger (Fotos); Penzel Valier (Pläne)

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Die neue Kehrichtverbrennungsanlage Emmenspitz in Zuchwil, entworfen von Penzel Valier, ging 2025 in Betrieb.

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Kehrichtverbrennungsanlage Emmenspitz in Zuchwil

Sichtbeton mit Natursteinbändern

Das Handelszentrum 16 in einem Gewerbegebiet vor den Toren Salzburgs wurde nach Plänen von Smartvoll Architekten transformiert.

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Handelszentrum 16 in Bergheim bei Salzburg

Lichtblicke für das Versandzentrum

Am Rande eines Gewerbegebiets im Norden Zürichs befindet sich der Werkhof der Energie Opfikon, das die Büros idArchitekt.innen und AETAL mit den Tragwerksplaner*innen des Büros Büeler Fischil geplant haben.

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Werkhof in Opfikon

Geometrische Finesse

Die Bingding-Produktionsstätte für Keramik sitzt umgeben von Wald im Umkreis der südostchinesischen Stadt Jingdezhen.

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Produktionsstätte für Keramik bei Jingdezhen

Huldigung der Handwerkskunst

Die konkave Linie der Fassade weist Besuchern den Weg zum Eingang

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Silhouette Lens Lab in Linz

Schneeweiße Betonfertigteilhülle mit Lochmuster

Zufahrt zum Weingut Cantzheim

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Weingut Cantzheim in Kanzem an der Saar

Remise aus Stampfbeton

Das eingeschossige Gebäude in Anapra bietet Platz für bis zu fünf Ladengeschäfte

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Ladenzeile in Anapra, Ciudad Juárez

Zackiges Betonrelief

Nordansicht des aufgestockten Kornspeichers

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Kornhaus Zürich

Per Gleitschalung aufgestocktes Getreidesilo

Mit einer Höhe von 60 Metern überragt der Turm sämtliche Gebäude der Umgebung

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Pelletsilo Tschopp in Buttisholz

Kannelierte Sichtbetonsäule

Das achtgeschossige Keyaki Building entstand auf einem winzigen Eckgrundstück

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Omotesando Keyaki Building in Tokio

Dynamisch geformte Fassade aus 136 maßgefertigten Betonstützen

Schauseite des Atelierhauses ist seine Eingangsfassade aus handgemachten Zementschindeln

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Yardhouse in London

Prototyp eines Atelierhauses mit Fassade aus handgefertigten Zementschindeln

Ansicht Ost: Das Gebäudevolumen verteilt sich auf drei zueinander versetzten Ebenen, die mit den Weinbergterrassen verzahnt sind

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Weingut Franz Keller in Oberbergen

Terrassierte Betonebenen

Dunkelgraue Betonfertigteile mit großflächigen Verglasungen bilden die neue Fassade des Bankhauses

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Umbau der Rabobank Parkstad in Heerlen

Geöffneter Betontresor hinter basaltgrauer Fertigteilfassade

Das Kontrollzentrum des Wasserkraftwerkes liegt nahe der kleinen österreichischen Gemeinde Silz im Oberinntal

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Kraftwerks-Leitstelle TIWAG in Silz

Koloss aus mit Eisenoxidpigmenten gefärbtem Beton

Modezentrum Labels 2 in Berlin

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Modezentrum Labels 2 in Berlin

Vorgehängte Fassade aus strukturierten Betonfertigteilen in Grün

Ansicht des westlichen Kopfbaus des von Feuerwehr und Tiefbauamt gemeinsam genutzten Werkhofes

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Werkhof für Feuerwehr und Tiefbauamt in Herisau

Vorgehängte, lasierte Betonfertigteile

Roca-London-Gallery in London

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Vom Wasser inspiriert, mit Beton realisiert

Im hinteren, geschlossenen Bereich des Gebäudes werden die Traben verarbeitet und der Wein gelagert

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Weingut F.X. Pichler in Dürnstein

Gebürstet und abgestrahlt

Vorne der Hauptraum mit Schaufenster, hinten die Pergola

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Blockheizkraftwerk in Berlin

Anthrazitfarbene Betonbox mit technischem Innenleben

Ausstellungs- und Besucherzentrum in Laufen

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Betonskulptur aus einem Guss

Zwischen den beiden Fassaden liegt ein Gang

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Fabrikationsgebäude in Cormondrèche

Filigran perforierte Betonhülle

Das Gebäude liegt im Gewerbegebiet einer Kleinstadt bei Ljubljana

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Büro- und Lagergebäude in Skofja Loka

Gewerbebau aus geschliffenen und polierten Betonfertigteilen

Der vordere Teil des Gebäudes ist in Beton, der hintere in Holz ausgeführt

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Weingut Preisinger in Gols/A

Symbiose aus Holz und Beton

Ausstellungsgebäude in Bad Cannstadt

Industrie/​Gewerbe

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Sichtbeton mit vorgehängter Metallfassade

Das Hochwasserpumpwerk mit der Fußgängerbrücke aus Stahlblech im Vordergrund

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Hochwasserpumpwerk in Mainz

Schwarzer Monolith mit Basaltgranulat als Zuschlagsstoff

Die Spitze des Kaufhaus von Osten

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Geschäftshaus „Münstertor“ in Ulm

Sichtbetonfassade in Perfektion

Außenansicht

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Produktions- und Verwaltungsgebäude in Freiburg

Fertigteilfassade mit bewegter Oberflächenstruktur

Nordansicht

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Feuer- und Polizeiwache in Berlin

Gläserner Baukörper auf x-förmigen Betonstützen

Untersicht Betonauskragung

Untersicht Betonauskragung

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UFA-Kinopalast in Dresden

Glaskristall mit Sichtbetonkern

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