Wasserzementwert

Der Wasserzementwert (w/z-Wert) ist eine zentrale Kenngröße der Betontechnologie. Er beschreibt das Massenverhältnis von wirksamem Wasser zum Zement im Frischbeton, gemäß der Formel: w / z = Gewicht des Wassers / Gewicht des Zements. Zum wirksamen Wasser gehören neben dem Zugabewasser auch die Oberflächenfeuchte der Gesteinskörnung sowie Wasseranteile aus flüssigen Zusatzmitteln – abzüglich des Wassers, das die Gesteinskörnung in ihre Poren aufsaugt. 

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Einfluss auf Hydratation und Durchlässigkeit

Für eine vollständige Hydratation braucht Zement etwa 40 Prozent seiner Eigenmasse an Wasser – das entspricht einem w/z-Wert von 0,40. Dieser Anteil teilt sich auf: Rund 25 Prozent der Zementmasse baut der Reaktionsprozess direkt in die kristalline Struktur der Hydratationsprodukte – die sogenannten CSH-Phasen – ein. Weitere 15 Prozent verbleiben als Gelwasser in den feinsten Poren des Zementsteins. 

Gibt man mehr Wasser hinzu, kann der Zement dieses nicht mehr binden. Das Überschusswasser hinterlässt beim Austrocknen ein verzweigtes Netz aus Kapillarporen. Ab einem w/z-Wert von etwa 0,50 werden diese Poren durchgängig – Fachleute sprechen von Perkolation – und die Permeabilität des Betons steigt massiv. Umgekehrt gilt: Unterschreitet der w/z-Wert die Grenze von 0,40, bleibt ein Teil des Zements unhydratisiert. Bei guter Verdichtung kann das die Festigkeit sogar steigern.

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Einfluss auf Festigkeit und Dauerhaftigkeit

Der w/z-Wert gehört zu den wichtigsten Stellschrauben beim Betonieren. Schon 1919 erkannte der amerikanische Ingenieur Duff Abrams: Sinkt der w/z-Wert, steigt die Druckfestigkeit – und umgekehrt (Abrams'sches Gesetz). Ein dichteres Gefüge schützt den Beton außerdem wirkungsvoll gegen Schadstoffe. Ein zu hoher w/z-Wert dagegen verringert den Widerstand gegen das Eindringen von Chloriden und Frost-Tausalz-Angriffe und Karbonatisierung, da Schadstoffe tiefer in den Beton gesaugt werden können. 

Doch es gibt einen Haken: Wer den Wasseranteil stark reduziert, verschlechtert gleichzeitig die Verarbeitbarkeit des Frischbetons. Bei normalen Betonen liegt der w/z-Wert daher meist zwischen 0,45 und 0,60. Hochleistungsbetone (High Performance Concrete – HPC) oder ultrahochfeste Betone (UHPC) arbeiten mit extrem niedrigen w/z-Werten zwischen 0,20 und 0,40. Da solche Mischungen von Natur aus sehr steif sind, ist der Einsatz von Fließmitteln zwingend erforderlich.

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Normative Grenzwerte und Expositionsklassen

Die DIN EN 206: Beton – Festlegung, Eigenschaften, Herstellung und Konformität in Verbindung mit der DIN 1045-2: Tragwerke aus Beton, Stahlbeton und Spannbeton – Teil 2: Beton setzt obere Grenzwerte fest, um die Dauerhaftigkeit sicherzustellen. Diese sind an die Expositionsklassen gekoppelt:

  • XC4 (Außenbauteile, direkte Bewitterung): max. w/z = 0,60.
  • XD3 / XS3 (Tausalz / Meerwasser, wechselnd nass): max. w/z = 0,45.
  • XA3 (starker chemischer Angriff): max. w/z = 0,45.
  • WU-Beton (Bauteildicke ≤ 40 cm): max. w/z = 0,60.

Der äquivalente Wasserzementwert

In der modernen Betonpraxis kommen häufig Zusatzstoffe wie Flugasche oder Silikastaub zum Einsatz. Diese dürfen aufgrund ihrer hydraulischen oder puzzolanischen Wirkung auf den Zementgehalt angerechnet werden. Man spricht dann vom äquivalenten Wasserzementwert. Die Wirkungsfaktoren (k-Werte) betragen für Flugasche in der Regel 0,4 und für Silikastaub 1,0. Die genauen Anrechnungsregeln sind der DIN EN 206 zu entnehmen.

Baustellenpraxis und Qualitätssicherung

Theorie und Praxis klaffen beim w/z-Wert manchmal auseinander. Eine der häufigsten Fehlerquellen: nachträgliches Zugeben von Wasser in den bereits gemischten Beton, um die Konsistenz zu verbessern. Das klingt pragmatisch, ist aber strikt verboten, denn jeder zusätzliche Liter senkt Festigkeit und Dauerhaftigkeit des fertigen Betons direkt. Zur Überprüfung des tatsächlichen Wassergehalts dient auf der Baustelle der Darr-Versuch: Eine Frischbetonprobe wird bis zur Massekonstanz getrocknet und ausgewogen. Vor allem bei massigen Bauteilen oder Ingenieurbauwerken ist eine präzise Überwachung des w/z-Werts unerlässlich.

Fachwissen zum Thema

Zur vollständigen Hydratation des Betons ist ein w/z-Wert von circa 0,40 notwendig, also 40 Prozent der Masse des Zements an Wasser.

Zur vollständigen Hydratation des Betons ist ein w/z-Wert von circa 0,40 notwendig, also 40 Prozent der Masse des Zements an Wasser.

Eigenschaften

Einfluss des Wasserzementwertes

Das Verhältnis von Wasser zu Zement im Zementleim des Frischbetons ist entscheidend für die Festigkeit des Baustoffs und seine Beständigkeit.

Die Abmessung der Ausgangsstoffe erfolgt in Mischanlagen der jeweiligen Betonwerke.

Die Abmessung der Ausgangsstoffe erfolgt in Mischanlagen der jeweiligen Betonwerke.

Herstellung

Mischen von Beton

Damit Beton die gewünschten Eigenschaften erhält, ist eine exakt ermittelte Rezeptur nötig. Doch nicht nur darauf kommt es bei der Herstellung an.

WU-Beton wird zur Erstellung sogenannter Weißer Wannen genutzt.

WU-Beton wird zur Erstellung sogenannter Weißer Wannen genutzt.

Betonarten

Wasserundurchlässiger Beton (WU-Beton)

Dieser Beton verhindert durch ein extrem dichtes Gefüge und einen niedrigen Wasserzementwert das Durchdringen von flüssigem Wasser.

Zement, Wasser und Gesteinskörnungen sind die Ausgangsstoffe für die Herstellung von Beton.

Zement, Wasser und Gesteinskörnungen sind die Ausgangsstoffe für die Herstellung von Beton.

Herstellung

Zusammensetzung von Beton

Gesteinskörnungen, Zement und Wasser sind die Ausgangsstoffe des mineralischen Baustoffs. Durch Zusatzmittel und -stoffe lässt er sich den jeweiligen Anforderungen anpassen.

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Wasserzementwertneu

Der Wasserzementwert (w/z-Wert) beschreibt das Massenverhältnis von wirksamem Wasser zum Zement im Frischbeton.

Der Wasserzementwert (w/z-Wert) beschreibt das Massenverhältnis von wirksamem Wasser zum Zement im Frischbeton.

Kaum eine Kennzahl prägt Festigkeit, Dauerhaftigkeit und Gefügedichte von Beton so stark wie der Wasserzementwert.

Qualitätskontrolle in der Produktion

Die Qualität des Betons wird bereits durch die Eigenschaften der eingesetzten Ausgangsstoffe bestimmt.

Die Qualität des Betons wird bereits durch die Eigenschaften der eingesetzten Ausgangsstoffe bestimmt.

Von der genehmigten Betonzusammensetzung bis zum fertigen Bauteil greifen in der Betonproduktion abgestimmte Kontrollschritte ineinander.

Mischen von Beton

Die Abmessung der Ausgangsstoffe erfolgt in Mischanlagen der jeweiligen Betonwerke.

Die Abmessung der Ausgangsstoffe erfolgt in Mischanlagen der jeweiligen Betonwerke.

Damit Beton die gewünschten Eigenschaften erhält, ist eine exakt ermittelte Rezeptur nötig. Doch nicht nur darauf kommt es bei der Herstellung an.

Zugabewasser

Wasser ist neben Zement, Sand und Kies einer der essentiellen Bestandteile des Betons.

Wasser ist neben Zement, Sand und Kies einer der essentiellen Bestandteile des Betons.

Es setzt die Hydratation des Zements in Gang und bestimmt über Festigkeit und Dichtigkeit mit. Somit ist Wasser unverzichtbar für die Betonherstellung.

Verdichten von Beton

Beim Einbringen des Frischbetons steht ein Bauarbeitender bereits mit einem Rüttler parat (im Bild rechts).

Beim Einbringen des Frischbetons steht ein Bauarbeitender bereits mit einem Rüttler parat (im Bild rechts).

Das Verdichten bestimmt maßgeblich Festigkeit, Dauerhaftigkeit und Oberflächenqualität von Betonbauteilen.

Wiederverwendung von Betonbauteilen

Wiederverwendung unmöglich: Anstatt sie behutsam rückzubauen werden viele Betongebäude mit der Abrissbirne zerstört, wie 2018 bei der Oberpostdirektion Hamburg (Post-Pyramide) geschehen.

Wiederverwendung unmöglich: Anstatt sie behutsam rückzubauen werden viele Betongebäude mit der Abrissbirne zerstört, wie 2018 bei der Oberpostdirektion Hamburg (Post-Pyramide) geschehen.

Betongebäude sind riesige Materiallager. Um aus ihnen ganze Bauteile zurückzugewinnen, braucht es eine genaue Bestandserfassung und einen sorgfältigen Rückbau.

Aufbereitung von Betonabbruch

Das Recyceln von Beton spart Primärrohstoffe, Energie und Deponieraum.

Das Recyceln von Beton spart Primärrohstoffe, Energie und Deponieraum.

Zerkleinert, sortiert und gereinigt sind Beton- und auch Mauerwerksabbruch wertvolle Ressourcen für die Herstellung von Recyclingbeton.

Carbon Capture, Utilization and Storage (CCUS)

In der Beton- und Zementindustrie wird damit begonnen, Kohlendioxid mit Anlagen wie diesen abzuscheiden, zu komprimieren und abzutransportieren.

In der Beton- und Zementindustrie wird damit begonnen, Kohlendioxid mit Anlagen wie diesen abzuscheiden, zu komprimieren und abzutransportieren.

Kohlendioxid aus der Beton- und Zementherstellung soll gar nicht erst in die Atmosphäre gelangen, sondern weiterverwendet oder eingelagert werden.

Zertifizierung des Concrete Sustainability Councils

2016 wurde das Concrete Sustainability Council gegründet, dessen Zertifikate nachhaltiges Handeln in der Beton- und Zementherstellung ausweisen sollen.

2016 wurde das Concrete Sustainability Council gegründet, dessen Zertifikate nachhaltiges Handeln in der Beton- und Zementherstellung ausweisen sollen.

Um eines der Label zu bekommen, müssen Beton- und Zementwerke nachweisen, dass sie ökologisch, sozial und ökonomisch verantwortlich handeln.

Energie in der Zementherstellung

Bei der Zementherstellung wird viel thermische Energie benötigt, zum Beispiel um den Kalk zu Klinker zu brennen.

Bei der Zementherstellung wird viel thermische Energie benötigt, zum Beispiel um den Kalk zu Klinker zu brennen.

Große Mengen thermischer und elektrischer Energie werden benötigt, um Kalk zu Klinker zu brennen und daraus Zement herzustellen.

Zusammensetzung von Beton

Zement, Wasser und Gesteinskörnungen sind die Ausgangsstoffe für die Herstellung von Beton.

Zement, Wasser und Gesteinskörnungen sind die Ausgangsstoffe für die Herstellung von Beton.

Gesteinskörnungen, Zement und Wasser sind die Ausgangsstoffe des mineralischen Baustoffs. Durch Zusatzmittel und -stoffe lässt er sich den jeweiligen Anforderungen anpassen.

Einfluss der Ausgangsstoffe

Einfluss der Ausgangsstoffe

Sämtliche Ausgangsstoffe haben Einfluss auf die Funktionalität und Qualität des Betons in seiner jeweiligen Anforderung. Wichtig...

Hauptbestandteile des Zements

Portlandzementklinker, Hüttensand, natürliche Puzzolane, Kieselsäurereiche Flugasche, Gebrannter Schiefer gehören zu den Hauptbestandteilen von Zement.

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Zur Betonherstellung wird neben Gesteinskörnungen und Wasser ein Bindemittel benötigt: der Zement. Seine Hauptbestandteile sind:...

Betonherstellung und Klimaschutz

Dem hohen CO2-Ausstoß bei der Produktion des Bindemittels Zement steht die lange Haltbarkeit von Betonkonstruktionen gegenüber (Bild: Zementwerk in Berlin).

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Die Reduktion des Klinkerfaktors und die Abscheidung von Kohlenstoffdioxid sollen dazu beitragen, den CO2-Ausstoß bei der Zementherstellung zu senken.

Bindemittel, Zusatzmittel und Zusatzstoffe

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BindemittelBindemittel sind im plastischen Zustand verarbeitbare anorganische oder organische Substanzen, die im Laufe einer...

Kompositzemente und alternative Bindemittel

Der hohe Kohlenstoffdioxidausstoß bei der Herstellung von Portlandzementklinker befeuert die Suche nach alternativen Bindemitteln.

Der hohe Kohlenstoffdioxidausstoß bei der Herstellung von Portlandzementklinker befeuert die Suche nach alternativen Bindemitteln.

Bei Kompositzementen wird ein Teil des Portlandzementklinkers ersetzt; alternative Bindemittelsysteme kommen ohne den in der Herstellung CO2-intensiven Stoff aus.

Konsistenz von Beton

Frischbeton sollte so beschaffen sein, dass er ohne wesentliches Entmischen gefördert, eingebaut und verdichtet werden kann

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Die Konsistenz des Frischbetons soll so beschaffen sein, dass er ohne wesentliches Entmischen gefördert, eingebaut und vollständig...

Betoniervorgang

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Das Einbringen des Betons in die Schalung ist eine wichtige Voraussetzung für das Erreichen einer hohen Betonqualität. Beton ist...

Ausschalen und Nachbehandeln

Nach 28 Tagen ist die ausschlaggebende Druckfestigkeit von Beton erreicht und das Bauteil kann ausgeschalt werden.

Nach 28 Tagen ist die ausschlaggebende Druckfestigkeit von Beton erreicht und das Bauteil kann ausgeschalt werden.

Ein behutsames Vorgehen ist ratsam, damit es nicht zu Arbeitsunfällen oder Schäden am noch jungen Bauwerk kommt.

JETZT BUCHEN

Alle Veranstaltungen zum Thema Bauen mit Beton finden Sie unter
www.beton.org/veranstaltungen

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