Post-Traditional Carpentry – the development of wide-span roofs in 19th-century Switzerland north of the Alps

Dissertation an der ETH Zürich

In ihrer 2025 erschienenen Dissertation mit dem Titel Post-Traditional Carpentry – the development of wide-span roofs in 19th-century Switzerland north of the Alps (Post-traditioneller Holzbau: Die Entwicklung weitgespannter Dächer im 19. Jahrhundert in der Schweiz nördlich der Alpen) hat die Architektin Dr. Kylie Russnaik die konstruktive Entwicklung historischer Dachwerke untersucht. Im Rahmen eines Forschungsprojekts am Lehrstuhl für Bauforschung und Konstruktionsgeschichte der ETH Zürich unter Leitung von Prof. Stefan Holzer beleuchtet die Arbeit die Übergangsphase vom traditionellen Zimmermannshandwerk hin zu industriell geprägten Bauweisen.

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Erläutert werden 54 ausgewählte Bauwerke, darunter Bahnhöfe, Markthallen, Reithallen, Theater und Industriegebäude, die zwischen 1790 und 1930 in der Region von Genf bis Herisau errichtet wurden. Die Dissertation dokumentiert und analysiert diese exemplarischen Konstruktionen sowohl bauhistorisch als auch strukturell – aufgezeigt wird die Vielfalt und der Wandel von Dachtragwerken im Kontext gesellschaftlicher, technologischer und wirtschaftlicher Entwicklungen. Die Dokumentation umfasst historische Baupläne, 3D-Laserscanning vor Ort, eine bautechnische Analyse der Tragwerke und Verbindungen sowie eine systematische Katalogisierung der Dachsysteme.

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Zu den Konstruktionsarten gehören Sprengwerke, Hängewerke, Bogenbinder, Fachwerktragwerke oder die Holzleimbinder nach Hetzer. Ein zentrales Ergebnis der Arbeit ist die zunehmende Ausbildung von Hybridkonstruktionen, bei denen traditionelle Holzverbindungen durch gezielte Integration von Eisen- und Stahlbauteilen wie Bolzen, Zugbändern oder Laschen ergänzt wurden. Solche Elemente fungieren häufig als statische Unterstützung und tragen zur Effizienz und Dauerhaftigkeit der Tragwerke bei.

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Der Wandel wurde insbesondere durch neue Bauaufgaben vorangetrieben. Großbauten wie Bahnhöfe oder Industriehallen stellten hohe Anforderungen an Spannweiten, Raumvolumen und Materialverfügbarkeit, was den Einsatz neuer Techniken und Berechnungsmethoden notwendig machte. Die traditionelle Handwerkskunst des Zimmermanns wich zunehmend industriell vorgefertigten Bauteilen und rechnerisch optimierten Tragstrukturen. Trotz dieser überregionalen Entwicklungen bewahrt die Schweizer Dachlandschaft eine starke regionale Prägung, insbesondere in der handwerklichen Ausführung und Detailgestaltung, die lokale Bautraditionen und Erfahrungswissen widerspiegelt.

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Die Arbeit liefert wertvolle Grundlagen für den Erhalt und die Restaurierung historischer Dachkonstruktionen. Sie sensibilisiert für die konstruktive und kulturelle Bedeutung dieser Tragwerke und vermittelt Einblick in den technologischen Wandel des 19. Jahrhunderts. Die ETH Zurich Research Collection bietet die Forschungsarbeit zum Download kostenfrei an (siehe Surftipps).

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