Hochfeuerhemmende Trockenbauwand aus Holz

Ergebnis eines Forschungsprojekts am Fraunhofer-Institut für Holzforschung

Üblicherweise werden Holzständerwände im Innenbereich mit Gipskarton-, Gipsfaser- oder Faserzementplatten bekleidet, um die erforderlichen Brandschutzeigenschaften zu erreichen. Eine ressourcenschonende Alternative entwickelten Forschende am Fraunhofer-Institut für Holzforschung WKI gemeinsam mit Industriepartnern: eine hochfeuerhemmende Holzständerwand mit einer speziell behandelten Sperrholzbeplankung. Der geprüfte Wandaufbau erreicht eine Feuerwiderstandsdauer von mindestens 60 Minuten. Als Beplankung dient eine speziell modifizierte, nichtbrennbare Sperrholzplatte, die herkömmliche Gipskarton-, Gipsfaser- oder Faserzementplatten ersetzen kann.

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Für das Forschungsprojekt wurden zunächst die Anforderungen an Platte und Wandaufbau definiert. Anschließend entwickelten die Projektpartner Sperrholzplatten, die hinsichtlich thermischer Stabilität, Emissionen, Geruch und mechanischen Eigenschaften untersucht wurden. Die ursprünglich angestrebte Einstufung in die europäische Baustoffklasse A2 gemäß DIN EN 13501-1: Klassifizierung von Bauprodukten und Bauarten zu ihrem Brandverhalten – Teil 1: Klassifizierung mit den Ergebnissen aus den Prüfungen zum Brandverhalten von Bauprodukten ließ sich nicht erreichen, da Sperrholz als inhomogener Baustoff gilt und Furniere sowie Klebstoff getrennt zu bewerten sind. Die Klassifizierung erfolgte daher nach DIN 4102-1: Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen – Teil 1: Baustoffe; Begriffe, Anforderungen und Prüfungen als nichtbrennbarer Baustoff.

Für den Wandaufbau kombinierten die Forschenden die Sperrholzbeplankung mit einer Holzständerkonstruktion und einer Gefachdämmung aus Mineralwolle oder Holzfaserdämmstoffen. Die erforderliche Feuerwiderstandsdauer wiesen sie in Brandversuchen mit bis zu drei mal drei Meter großen Wandelementen nach. Damit erweitert das Forschungsvorhaben die Einsatzmöglichkeiten von Holz im Innenausbau und schafft neue Perspektiven für heimische Holzarten und die regionale Forst- und Holzwirtschaft. Weiterführende Informationen finden Sie auf den Webseiten des Fraunhofer Instituts (siehe Surftipps).

Forschungsinstitut: Fraunhofer WKI mit Industriepartnern – offizieller Projekttitel: Einsatz von Holz für den Trockenbau in Gebäudebereichen mit hohen Anforderungen an den Brandschutz; Fördermittelgeber: Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH); Projektträger: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe FNR; Laufzeit: 1. Juli 2022 bis 30. Juni 2025

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