Klebeverbindungen

Im Automobilbau längst Stand der Technik, bieten Klebeverbindungen auch im Glasbau Vorteile. So ist es mit ihnen möglich, Belastungen großflächig in das Glasbauteil einzuleiten und damit ungewünschte Spannungskonzentrationen weitgehend zu vermeiden. Im Gegensatz zu anderen Werkstoffen ist die Oberflächenvorbereitung der Kontaktflächen bei Glas zudem sehr einfach, denn die zu verklebenden Flächen müssen lediglich trocken und fettfrei sein. Als Klebstoffe eignen sich u.a. Polyurethane, Epoxide und Silikone.

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Über die Schichtdicke und den E-Modul des Klebstoffes ist es möglich, den Kraftfluss und das Verformungsverhalten der Klebeverbindung zu steuern und Spannungsspitzen zu minimieren. Die Klebstoffe reagieren beim Verkleben sehr empfindlich auf Feuchtigkeit und Temperatur. Daher verdient die Ausführung von Klebeverbindungen besondere Beachtung und sollte nur unter kontrollierten Bedingungen, d.h. in klimatisierten Räumen durchgeführt werden. Zudem können Temperaturschwankungen zu erheblichen Spannungen im Glas führen, da Kleber und Glas meist sehr unterschiedliche Wärmeausdehnungskoeffizienten aufweisen.

Bei tragenden, kraftschlüssigen Verklebungen spielt die Dauerhaftigkeit der Verbindung eine entscheidende Rolle. Zum einen müssen Kriecheffekte unter Dauerbeanspruchung berücksichtigt werden und zum anderen liegen über eine gesicherte, dauerhafte Alterungsbeständigkeit von verschiedenen Klebstoffen gegenüber UV-Strahlung, chemischen Umwelteinflüssen und Temperatur teilweise nur unzureichende Langzeiterfahrungen vor.

Ein Beispiel für die Anwendung von Klebeverbindungen stellen Structural-Glazing-Fassaden dar. Hier werden die Scheiben im Randbereich verklebt, die Verklebung übernimmt nur planmäßige Belastungen aus Windeinwirkungen. Im weitesten Sinne kann auch das sogenannte WBS-System (Wel Bond System) zu den Klebeverbindungen gerechnet werden. Bei diesem System werden Verbunde aus VA-Blechen und Glas mit herkömmlichen PVB-Folien hergestellt. Auf das Blech werden Bolzen aufgeschweißt, die an einer Unterkonstruktion befestigt werden können. Seit Kurzem gibt es die Möglichkeit, eine adhäsive Verbindung mittels Klebeband herzustellen. Es besteht aus Acrylschaum und kombiniert die Vorteile einer adhäsiven Verbindungstechnik mit einer standardisierten Montagetechnik.

Allgemeine Bemessungsgrundlagen für Klebeverbindungen, insbesondere unter Berücksichtigung der Langzeiteffekte, liegen bislang leider nicht vor.

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