Casa della Sughera – Haus der Korkeiche auf Sardinien
Dachterrassen und Naturstein am Hang
An einem steil zum Meer abfallenden Hang im Nordosten Sardiniens, mit Blick auf die Insel Tavolara, hat das Architekturbüro Gosplan aus Genua ein Wohnhaus aus den 1970er-Jahren umfassend umgestaltet. Unter dem Namen Casa della Sughera – „Haus der Korkeiche“ – entstand ein zweigeschossiges Gebäude, dessen weiße Baukörper, Natursteinfassaden und begehbare Dachflächen sich in die mediterrane Landschaft einfügen. Die Architektur greift die organische Formensprache der sardischen Küstenbebauung auf, interpretiert sie mit zeitgenössischen Materialien und schafft eine neue räumliche Organisation.
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Ein zentraler verbindender Raum
Das Haus bestand ursprünglich aus zwei Gebäudeflügeln, die saniert und durch einen zentralen Baukörper verbunden wurden. Ein großzügiger, mitten durchs Haus verlaufender Raum öffnet Blickachsen zwischen dem rückwärtigen Garten, den Wohnbereichen und dem Meer. Die neue Raumorganisation verbessert zudem die natürliche Belichtung und Belüftung. Die Wohnfläche von rund 185 Quadratmetern verteilt sich auf zwei Ebenen, die aufgrund der Hanglage unterschiedlich stark in das Gelände eingebettet sind.
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Naturstein und weißer Putz
Während das untere Geschoss durch eine Verkleidung aus regionalem Granit und unregelmäßig geformte Rundbögen geprägt ist, präsentiert sich die obere Ebene mit hell verputzten Oberflächen. Einen besonderen Stellenwert nimmt die ganz in Weiß gehaltene, skulptural ausgeformte Dachterrasse ein. Geschlossene Brüstungen gehen in eine Sitzbank und eine Liegefläche über, die monumental abgeschrägten Schornsteine greifen in ihrer Gestaltung die Silhouette der vorgelagerten Insel auf. Mit der Terrasse erweitert sich der Wohnraum ins Freie – hier eröffnet sich ein weiter Ausblick über die Küstenlandschaft.
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Korkeiche und Holzbalkon
Eine geschwungene Außentreppe verbindet die Dachterrasse mit einem geschützten Gartenbereich, in dessen Mitte eine große Korkeiche wächst. Auf der Meerseite sticht ein breiter Balkon mit Pergola hervor, dessen holzbekleidete Konstruktion eine weitere Verbindung zwischen den Gebäudeebenen herstellt: Sie vermittelt zwischen der massiven Natursteinfassade und den hellen Putzflächen.
Bei der Materialwahl setzen die Architekten auf durchgängige Gestaltungselemente. Unregelmäßig verlegte Basaltplatten verbinden die Innenräume mit den Außenflächen und finden sich ebenfalls im Bereich des Swimmingpools wieder. Eichenholz wird für Fensterrahmen, maßgefertigte Einbauten und Pergolen verwendet. Die Kombination aus Naturstein, Holz und weißen Putzoberflächen verbindet Alt und Neu.
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Dachaufbau und Gestaltung
Die Dachterrasse basiert auf einer tragenden Stahlkonstruktion und dazwischenliegenden Beton-Verbundelementen. Auf einen Gefälleestrich folgt die Dämmschicht, welche in geringerer Stärke an den gemauerten Brüstungen hochgeführt ist. Oberhalb der Dämmschicht befindet sich die Abdichtunglage, die ebenfalls seitlich hochgeführt ist. Die begehbare Nutzschicht bildet ein heller Plattenbelag über einem Estrich. An zentraler, höchster Stelle des Dachs ist ein großes, flächiges Oberlicht eingebaut.
Der Holz-Balkon mit Pergola lagert als separate Konstruktion auf Stahlträgern. Ein Gerüst aus Quadratrohren ist bekleidet mit von oben nach unten zurücktretenden, hinterlüfteten horizontalen Brettern. Terrassendielen dienen als Bodenbelag und zur Bekleidung der Bank.
Bautafel
Architektur: Gosplan, Genua, Italien
Projektbeteiligte: Lorenzo Trompetto, Nicola Lunardi, Veronica Rusca, Marina Mori, Vittoria Bonini, Selene Vacchelli, Gabriele Molfetta (Projektteam Architekturbüro); Caarpa, Genua (Planung Freianlagen); SEM Signorelli Evaso Moncalvo Ingegneri Associati, Genua (Tragwerksplanung); Studio tecnico Pizzorni, Genua (Technische Gebäudeausrüstung)
Bauherrschaft: Privat
Standort: Loiri Porto San Paolo, Sardinien, Italien
Fertigstellung: September 2025
Bildnachweis: © Anna Positano | Studio Campo
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