Paris Shopfronts
Prestel Verlag, München 2025
Texte in englischer Sprache
176 Seiten, zahlreiche farbige Abbildungen, Format: 20 × 24,5 cm, gebunden
Preis: 28 EUR
ISBN 978-3-7913-9331-5
Der in New York lebende Grafiker Joel Holland begann während des Lockdowns in der Corona-Pandemie die Fassaden seiner Lieblingsläden zu zeichnen. Bald kamen Spielzeug- und Bonbonläden dazu, die seine Kinder favorisierten, gefolgt von Coffeeshops und den typisch US-amerikanischen Diners und Delis. Das ursprünglich sehr persönliche Zeichenprojekt wuchs mit der öffentlichen Resonanz. Nach den erfolgreichen Publikationen von NYC Storefronts und London Shopfronts hat sich Joel Holland nun mit Paris beschäftigt.
Paris Shopfronts zeigt nicht nur Schaufenster und Eingangstüren von Einzelhandelsgeschäften, sondern auch Fassadenausschnitte von Cafés, Bars, Restaurants, Nachtclubs, gläsernen Vorbauten, Bürgersteige mit den ikonischen Geflechtstühlen und Bistrotischen, Markisen, Namens- und Werbeschilder, Kreidetafeln, Pflanzkübel und Körbe mit Blumen und rankendem Blauregen.
Bei der Auswahl der 200 Orte unterstützten ihn Vivien Song und Sarah Andelman. Song ist eine in Paris lebende kanadische Korrespondentin und prämierte Reisejournalistin, Andelman ist Pariserin und die Co-Gründerin und langjährige Geschäftsführerin von Colette, einem der weltweit ersten Concept-Stores, in denen sich Mode, Design, Kunstobjekte, Bücher und Gastronomie mischen.
Joel Hollands ausschließlich mit der Hand erstellten Zeichnungen beeindrucken durch ihre Lebendigkeit. Auf seiner Homepage verlinkt Joel Holland Interviews und Videos, in denen er seine grafische Vorgehensweise erläutert. Zuerst fertigt er vor Ort eine Bleistiftzeichnung an. Anschließend bearbeitet er sie mit einer Palette von Gelschreibern, mit denen er Konturen betont, Flächen schraffiert und vor allem koloriert. Mit Puste-Filzstiften, die er aus dem Kinderzimmer seiner Kinder kennt, wie er selbst fröhlich lächelnd erzählt, erzeugt er Airbrush-artige Farbwolken für gelbgold schimmerndes Licht und wuchernde Fassadenvegetation.
Der Zeichner erweist sich als ein sehr präziser Beobachter, der das Zusammenspiel von Proportion, Muster, Schriftzügen und Ornamenten an verschiedensten Fenster- und Türgrößen und -aufteilungen erfasst. Die Farben sind überwiegend kräftig und satt, mit deutlichem Verweis auf die Tricolore in Weiß, Blau und Rot. Vielfältige Grüntöne stellen Bezüge zum beliebten Jardin du Luxembourg mit seinen frisch-hellgrünen Stühlen her. Grundsätzlich spielen Farben eine zentrale Rolle: das Rot der Moulin Rouge, ein kirschblütenrosa-leuchtendes Pink beim japanischen Hanami-Teesalon und ein elegant-zurückhaltendes Hellbeige-Sand-Gelb beim neuen Dior-Museum an der 30 Avenue Montaigne im 8. Arrondissement. Selbst kleinste Details in den Schaufenstern wie ausgestopfte Ratten oder Strapsen mit Netz-Panties sind abgebildet.
Alle Zeichnungen sind mit Adressen und Kommentaren versehen und im Anhang auf Kartenausschnitten nach Arrondissements geordnet. So laden sie zu Spaziergängen entlang dieses gezeichneten Parcours ein – und regen dazu an, auch selbst mal wieder zu zeichnen! -sj
Fachwissen zum Thema
Bauwerke zum Thema
Solarlux GmbH | Kontakt +49 5422 9271-0 | www.solarlux.com
