Stahl, Edelstahl, Cortenstahl

Seit Ende des 19. Jahrhunderts lösten Stahlkonstruktionen die bis dahin verbreiteten schmiedeeisernen Konstruktionen ab. Eine der bekanntesten frühen Vorhangfassaden aus Stahl und Glas ist die der Fagus-Werke in Alfeld. Möglich waren die verglasten Ecken durch ein innenliegendes Tragwerk, an dem die Fassade aus schmalen Stahlprofilen aufgehängt ist.

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Stahl

Stahl wird aus weißem Roheisen unter Zugabe von Legierungselementen bzw. Schrott hergestellt. Seine Dichte beträgt 7,8 g/cm3 und ist damit dreimal höher als die von Aluminium. Aufgrund seines hohen Elastizitätsmoduls lassen aus Stahl weit gespannte Fassaden mit schlanken Profilen fertigen. Stahl kann nicht nur als konstruktives Element, sondern auch als flächige Verkleidung zum Einsatz kommen:

  • Bleche bzw. Feinbleche mit 0,35 bis 3,00 mm Stärke werden zu Strangpressprofilen, Trapezblechen, Kassetten oder Paneelen verarbeitet. Als solche lassen sich beispielsweise als vorgehängte, hinterlüftete Bekleidung montieren. Darüber hinaus können sie als Deckschichten von Sandwichpaneelen dienen.
  • Warm- und kaltgewalzte Profile kommen bei Pfosten-Riegel-Konstruktionen, bei Fenstern und Türen sowie in verschiedensten Unterkonstruktionen zum Einsatz. Im Fensterbau werden heute in der Regel thermisch getrennte Stahlprofile verwendet, um den bauphysikalischen Anforderungen zu genügen.

Stahl ist generell ein dauerhafter Werkstoff und kann unter geringem Energieaufwand wiederaufbereitet werden. Allerdings muss Stahl vor Korrosion geschützt werden, etwa durch Feuerverzinkung im Tauchbad- oder Spritzverfahren oder durch Legierverzinkungen mit Aluminium und Zink. Zusätzlich kann die Stahloberfläche mit Kunststoff in Form einer Flüssig- oder Folienbeschichtung geschützt werden. 

Beim Zusammenbau mit anderen Metallen müssen diese vor Kontaktkorrosion geschützt werden. Aufgrund der geringen Wärmeausdehnung von Stahl (Wärmeausdehnungskoeffizient: 12,0 x 10-6 K-1) sollte auf zwängungsfreie Konstruktionen im Zusammenspiel mit anderen Metallen geachtet werden.

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Edelstahl

Im Gegensatz zu Stahl kann der hochlegierte Edelstahl ohne weitere Beschichtungen im Freien eingesetzt werden, sofern die Korrosionsgefahr durch salzhaltige Luft oder Ähnliches gering ist. Edelstahl bzw. nicht rostender Stahl enthält rund 12 % Chrom, zum Teil Nickel oder Molybdän und hat eine Dichte von 7,9 g/cm3. Er wird in unterschiedlichen Funktionen in Fassaden eingesetzt:

  • Profile in Fenster- und Türkonstruktionen
  • Fassadenbekleidungen (Well, Trapez- und Kassettenprofile, Lochblech)
  • Sandwichelemente
  • Punkthalter in punktgehaltenen Fassadenkonstruktionen
  • Unterkonstruktionen
  • Streckmetall und Gewebe
  • Verbindungs- und Befestigungselemente
  • Beschläge

Die farbliche Gestaltung von Edelstahloberflächen erfolgt durch Tauchen in Chrom-Schwefelsäure-Lösungen. werden farblich gestaltet. Weitere Oberflächenbearbeitungen sind Schleifen, Glasstrahlen, Ätzen und Emaillieren. Die verschiedenen Edelstahlsorten sind in Werkstoffnummern und genormten Kurzbezeichnungen unter Angabe der genauen Legierungsbezeichnung benannt. Ein Beispiel: Die Werkstoffnummer 1.4301 besagt, dass es sich um Stahl handelt (Zahl 1 vor dem Punkt) und dass er nicht rostet (Zahl 4 hinter dem Punkt). Die letzten drei Ziffern sind Zählnummern. Die genormte Kurzbezeichnung lautet in diesem Fall: X5CrNi18-10. Dabei steht X5 für einen Kohlenstoffgehalt von 0,05 %, während Chrom und Nickel zu 18 % bzw. 10 % enthalten sind.

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Cortenstahl

Cortenstahl, auch Corten-Stahl, Cor-Ten-Stahl oder Kortenstahl, ist die Handelsbezeichnung für einen niedriglegierten, wetterfesten und schweißbaren Feinkornbaustahl. Äußerlich scheint Cortenstahl zu rosten, es bildet sich dabei jedoch eine Deckschicht, die den niedrig legierten Stahl wetterfest macht. Dieser Prozess beginnt nach wenigen Wochen und dauert bis zu drei Jahre. Die Haltbarkeit von Cortenstahl ist abhängig vom örtlichen Klima, der Exponiertheit der Bauteile sowie der Schadstoffbelastung der Luft. Bei besonderem Chemikaliengehalt oder bei andauernder Feuchtigkeit ist ein Oberflächenschutzanstrich zu empfehlen. 

Die Stahltafeln zw. -bleche sind Stärken von 1,0 bis 12,5 mm erhältlich. Als Unterkonstruktion für Beim Einsatz als Fassadenbekleidungen sollte die Unterkonstruktion ebenfalls aus Cortenstahl oder nichtrostendem Stahl bestehen, um eine Korrosion der tragenden Elemente auszuschließen. Wegen der mitgeführten Rostpartikel Läuft Regen- oder Tauwasser über Cortenstahl ab, können die mitgeführten Rostpartikel die darunterliegenden Bauteile verfärben.

Fachwissen zum Thema

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Aluminium

Aufgrund des geringen Gewichts, der guten Korrosionsbeständigkeit und der guten Weiterverarbeitbarkeit findet Aluminium zahlreiche Anwendungen im Fassadenbau.

Goldfarben eloxiertes Aluminium am Berliner Axel-Springer-Hochhaus (1965), Architekten Melchiorre Bega, Gino Franzi, Franz Heinrich Sobotka und Gustav Müller

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Metalle

Zahlreiche Legierungen, Bekleidungsarten und Oberflächenbehandlungen: Metalle gehören zu den vielseitigsten Fassadenmaterialien.

Zwischen den Pfosten und Riegeln können Glasflächen, Blindpaneele oder Öffnungselemente angeordnet sein.

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Fassadenarten

Pfosten-Riegel-Fassade

Das Fassadensystem mit tragenden Profilen kommt üblicherweise dort zum Einsatz, wo große Höhen oder weite Feldbreiten erreicht werden sollen.

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Fassadenarten

Vorhangfassaden

Die eng mit dem Namen Walter Gropius verbundene Fassadenart stellt eine leichte, nichttragende Außenwand dar, die in einem Bauteil Innenraum- von Außenklima über mehrere Geschosse hinweg trennt.

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Aluminium

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Aluminium: Oberflächenbehandlung

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Natürlich bewittertes Aluminium gefällt nicht allen. Eloxieren und Lackieren schaffen wunschgemäße, beständige Oberflächen.

Beton

Sichtbeton und Glas prägen das Bundeskanzleramt in Berlin, Architekten: Axel Schultes und Charlotte Frank

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Beton besteht aus Bindemitteln, Gesteinskörnungen und Wasser sowie Betonzusätzen, unterschieden in Zusatzmittel und Zusatzstoffe....

Betonoberflächen

Den Oberflächeneffekt erzielten hier in die Schalung eingelegte Bambusrohre.

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Die Möglichkeiten der Oberflächengestaltung des Betons sind vielfältig. Das gilt sowohl für Ortbeton als auch für Fassaden aus großflächigen Betonfertigteilen. 

Faserzement

Fassadentafeln aus Faserzement am Star Inn Hotel am Hauptbahnhof Wien

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Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte der Österreicher Ludwig Hatschek faserarmierte Zementprodukte, die zu 90% aus Zement und zu...

Feuerverzinkter Stahl

Feuerverzinkte Fassade der Wohnhäuser „De gamlas vänner“ in Enskede, Architekten: Joliark, Stockholm

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Der genormte Werkstoff eignet sich aufgrund seiner Stabilität und Witterungsbeständigkeit für die Unterkonstruktion, Befestigung und Bekleidung von vorgehängten Fassaden.

Feuerverzinkter, beschichteter Stahl

Farbiger Korrosionsschutz für Tragwerk und Bekleidung einer Busstation in Nördlingen (Architekten: Morpho-Logic, München)

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Gegen Korrosion lässt sich Stahl lang anhaltend durch Feuerverzinken schützen. Deshalb wurde das Material auch vor einiger Zeit in...

Glas

Isolierverglasungen in verschiedenen Ausführungen Hauptbahnhof Berlin, Architekten: von Gerkan, Marg und Partner Architekten (gmp)

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Glas ist ein Schmelzprodukt aus Quarzsand, Natron und Kalk sowie weiteren Stoffen, die sowohl die Färbung als auch die besonderen...

Hochdrucklaminatplatten (HPL)

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Hinterlüftete Fassaden bieten aufgrund ihrer Konstruktionsart große Freiheiten bei der Wahl der Bekleidung. Unterschiedliche...

Holz

Holzhäuser in Dänemark

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Holz: Konstruktiver Holzschutz

Große Dachüberstände und Vordächer gelten als bester Holzschutz.

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Insbesondere Feuchtigkeit ist gefährlich für Holzfassaden. Verschiedene konstruktive Maßnahmen helfen beim Trockenhalten und schnellen Abtrocknen.

Holz: Oberflächenbehandlung

Lacke schützen besonders gut vor UV-Licht, überdecken aber die holztypische Oberflächenstruktur.

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Unbehandeltes Holz vergraut. Vor den Folgen von UV-Licht und Feuchtigkeit kann eine Beschichtung schützen.

Keramik

Die nach dem Kaufhaus benannte Hortenkachel wurde um 1961 von Helmut Rhode entworfen, hier am heutigen Galeria Kaufhof in Osnabrück

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Von kleinteilig bis großformatig – die Vielfalt keramischer Bekleidungen ist groß. Die Eigenschaften des Ausgangsmaterials wirken sich unmittelbar auf die Wahl der Fassadenkonstruktion aus.

Kunststoffe

Vorgespannte Kissen aus ETFE-Folie umhüllen die Allianz Arena in München. Architekten: Herzog & de Meuron, Basel

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Für Fassadenbekleidungen und -ausfachungen werden Kunststoffe wie Acrylglas, Polycarbonat (PC), Polyvinylchlorid (PVC), Polyethylenterephthalat (PET-A), und Ethylen-Tetrafluorethylen (ETFE) eingesetzt.

Lehm

Je nach Art des Lehms, Bautechnik und konstruktivem Witterungsschutz sind unterschiedliche Fassadenerscheinungen möglich. Bei unverputztem Wellerlehm, wie hier im Bild zu sehen, ist die Stroharmierung gut zu sehen.

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In vielen Teilen der Welt ist Lehm im Boden zu finden. Wird er als Baumaterial verwendet, gibt es einiges zu beachten.

Metalle

Goldfarben eloxiertes Aluminium am Berliner Axel-Springer-Hochhaus (1965), Architekten Melchiorre Bega, Gino Franzi, Franz Heinrich Sobotka und Gustav Müller

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Zahlreiche Legierungen, Bekleidungsarten und Oberflächenbehandlungen: Metalle gehören zu den vielseitigsten Fassadenmaterialien.

Naturwerkstein

Naturwerkstein ist ein kostbares Material, dass zum Beispiel zur Akzentuierung von Brüstungen genutzt wird.

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Geologische Prozesse und eine Vielzahl von Bearbeitungstechniken schaffen die besonderen Farben, Muster und Strukturen dieses Materials.

Putz

Das Putzen ist eine schon lange angewandte Technik. Mit einer Schicht aus feinem Mörtel sollen Außenwände insbesondere vor Feuchtigkeit geschützt werden.

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Der in vielfältigen Zusammensetzungen und Verarbeitungstechniken herstellbare Mörtel ist nicht nur dekorativ, sondern schützt Außenwände vor Witterungseinflüssen.

Stahl, Edelstahl, Cortenstahl

Edelstahlfassade am Neuen Zollhof 2 in Düsseldorf; Architektur: Frank O. Gehry

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Stahl eignet sich nicht nur als konstruktives Element, sondern auch als Verkleidung und ist somit vielseitig an Fassaden einsetzbar.

MHZ Senkrechtmarkise

Die zip 6 ermöglicht eine Beschattung bis 6,00 m Breite und 3,50 m Höhe – bei einer zugleich schlanken 110er-Kassette.

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