Bauteile: Gliederung

Unterscheidung und Zulassung

Brandschutztechnisch können Bauteile in tragende, aussteifende (nicht raumabschließende) und raumabschließende Bauteile unterschieden werden. Sie unterliegen sämtlich den Anforderungen der Landesbauordnungen (LBO). Diese basieren auf der jeweiligen Gebäudeklasse, auf der Anzahl und Größe der Wohnungen, der Gebäudeart und -nutzung sowie der Lage im Gebäude.

Gallerie

Tragende und aussteifende Bauteile
Das Tragwerk eines Gebäudes, bestehend aus tragenden und aussteifenden Wänden und Stützen, muss im Brandfall ausreichend lange standsicher sein. Die Brandschutzanforderungen dieser Bauteile werden zusammen mit dem Nachweis der Tragfähigkeit im kalten Zustand erbracht (Kaltbemessung). Bei der Berechnung der Tragfähigkeit von Bauteilen im Brandfall spricht man von einer Heißbemessung.

Ertüchtigung tragender Bauteile
Insbesondere bei Nutzungsänderungen und Umbauten können sich die brandschutztechnischen Anforderungen an tragende und aussteifende Bauteile verändern oder es wird festgestellt, dass vorhandene Bauteile dem erforderlichen Feuerwiderstand nicht genügen. Eine Ertüchtigung (Erhöhung) des Feuerwiderstands ist mit folgenden Bauteilen oder Schutzmaßnahmen möglich:

  • brandschutztechnische Unterdecken
  • selbstständige Unterdecken mit Feuerwiderstand
  • Brandschutzbeschichtungen
  • Brandschutzputze
  • Brandschutzbekleidungen
Raumabschließende Bauteile
Raumabschließende Bauteile dienen dazu, der Ausbreitung von Feuer und Rauch (Brandausbreitung) vorzubeugen. Zu ihnen gehören Wände (Brandwand, Trennwand), Decken, Dächer, Türen, Verglasungen, Abschottungen usw. Raumabschließende Bauteile mit Widerstand gegen Feuer und/oder Rauch begrenzen einen Brand auf einen von ihnen gebildeten Brandabschnitt.

Geregelte Bauteile nach Bauregeln
Bauteile für den Brandschutz können z.B. nach den Regeln der DIN 4102-4 Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen; Zusammenstellung und Anwendung klassifizierter Baustoffe, Bauteile und Sonderbauteile eingestuft und verwendet werden. Dort sind in Tabellen Mindestmaße für Breiten, Dicken, Bewehrungen etc. für Massiv-, Holzbau-, Stahlbau-, Verbund- und Sonderbauteile textlich und zeichnerisch festgelegt, bei deren Einhaltung ein definierter Feuerwiderstand angenommen werden kann (geregelte Bauteile).

Ungeregelte Bauprodukte mit Zulassungen
Der Feuerwiderstand besonderer Bauprodukte (Bauteile und Bauarten), für die es keine Regelungen z.B. in der DIN 4102-4 gibt, muss durch Prüfungen auf Basis der DIN 4102-2 Bauteile, Begriffe, Anforderungen und Prüfungen nachgewiesen werden. Nach erfolgten Prüfungen wird ein Verwendbarkeitsnachweis für dieses Bauprodukt ausgestellt.

Bei Decken, Stützen, Unterzügen, Treppen usw. ist dies in der Regel ein allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis (abP), für bestimmte Produkte eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ). Sollen Bauprodukte ohne solche Zulassungen verwendet werden, kommt auch eine Zulassung im Einzelfall (ZiE) in Betracht, die durch die oberste Bauaufsichtsbehörde des jeweiligen Bundeslandes ausgestellt werden kann.

Fachwissen zum Thema

Kalksandsteine entsprechen der Baustoffklasse A1.

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Verglasung im Brandlastversuch unter Laborbedingungen

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Feuerwiderstandsklassen

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Grafik: Übersicht Gebäudeklassen

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Gebäudeklassen

Die Anforderungen an den baulichen Brandschutz in Gebäuden werden in der Musterbauordnung und allen Landesbauordnungen nach den Gebäudeklassen bemessen.

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Kalksandsteine entsprechen der Baustoffklasse A1.

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Brandschutztechnisch können Bauteile in tragende, aussteifende (nicht raumabschließende) und raumabschließende Bauteile unterschieden werden.

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Anforderungen an Bauteile

Bauliche Anlagen sind so anzuordnen, zu errichten, zu ändern und instand zu halten, dass der Entstehung eines Brands und der Ausbreitung von Feuer und Rauch vorgebeugt wird.

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Raumabschließende Bauteile

Raumabschließende Bauteile sind Wände, Decken, Dächer, Türen, Verglasungen, Abschottungen u.ä., hier im Berliner Quartier „Mittenmang“, Architektur: Sauerbruch Hutton

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Welche Arten des Raumabschlusses gibt es, welche Anforderungen gelten für diese in Bezug auf die Brandbeanspruchung?

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Baulückenschließung in Berlin-Kreuzberg: Die Balkone treten kaum vor die Außenwand vor

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Tragende und aussteifende Bauteile

Tragende und aussteifende Wände und Stützen müssen im Brandfall ausreichend lange standsicher sein (im Bild: U-Bhf in München).

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Wärmedämmverbundsysteme

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Brandwände I

Öffnungen in Dächern müssen so angeordnet sein, dass ein Brand nicht auf andere Gebäude oder Gebäudeteile übertragen werden kann

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Wann und wo sind Brandwände erforderlich, welche zusätzlichen Anforderungen sind zur Verhinderung des Brandüberschlags zu beachten?

Brandwände II

Siebengeschossiger Holzbau in Berlin Prenzlauer Berg

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Brandwände III

In verschiedenen Musterverordnungen werden beim Einbau von Löschanlagen größere Brandabschnitte ohne Brandwände gestattet (z.B. Flächen bis zu 10.000 m² in der Muster-Verkaufsstättenverordnung).

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Brandwand als Gebäudeabschlusswand in Verbindung mit der Brandwand zum Nachbarn

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Trennwände verhindern die Brandausbreitung zwischen verschiedenen Nutzungseinheiten.

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Decken

Betondecken, wie z.B. in der Zollverein School of Management and Design in Essen, sind horizontale, raumabschließende Bauteile, die im Brandfall ausreichend lange standsicher sein müssen.

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Durchführungen von Leitungen in bestehenden Holzbalkendecken

In Gebäuden, die bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtet wurden, befinden sich überwiegend Holzbalkendecken.

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Über lange Zeit war Holz der am meisten verbreitete Baustoff für tragende und raumabschließende Bauteile. In Gebäuden der Gründerzeit befinden sich daher überwiegend Holzbalkendecken.

Dächer

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Aufstockung im Bestand

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