Strandhaus Agia Kyriaki auf Antiparos
Kykladischer Rückzugsort mit Meerblick
Lange Sandstrände, türkisblaues Meer und weiß gekalkte Häuser mit blauen Fensterläden – wer sich nach Erholung auf den griechischen Kykladen sehnt, dürfte beim Anblick des Ferienhauses Agia Kyriaki auf der Insel Antiparos ins Träumen geraten. Für die Sanierung des minimalistischen Stranddomizils aus den 1980er-Jahren zeichnet das Athener Büro ARP – Architecture Research Practice verantwortlich.
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Zwischen Ägäis und Archäologie
Eingebettet in eine natürliche Umgebung aus sonnenverwöhnten Gräsern und Sträuchern, liegt das strahlend weiße Häuschen an einer kleinen, geschützten Badebucht an der Ostküste der Insel. Benannt ist es nach der byzantinischen Kirche Agia Kyriaki (deutsch: Heiliger Sonntag), die sich nur etwa vierzig Meter entfernt direkt am ägäischen Meer befindet. Ein schmaler Fußweg verbindet das Sommerdomizil sowohl mit der Kirche als auch mit dem angrenzenden Sandstrand. Ungefähr dreißig Meter westlich des Hauses liegt ein kleines Fußballfeld, das in den Sommermonaten für sportliche Aktivitäten genutzt werden kann.
Aufgrund archäologischer Funde – insbesondere altertümlicher Keramik – die bei Ausgrabungen auf dem Grundstück entdeckt wurden, sowie der unmittelbaren Meeresnähe unterlag das Strandhaus besonderen gesetzlichen Auflagen, die einen vollständigen Neubau ausschlossen. Die bestehende Bausubstanz wurde daher weitgehend erhalten und in das heutige Erscheinungsbild integriert.
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Räumliches Herzstück mit Blick aufs Meer
Die Raumaufteilung folgt einer funktionalen Struktur: Auf einem T-förmigen Grundriss gruppieren sich zwei Schlafzimmer mit jeweils eigenem Bad, eine Küche sowie ein zusätzliches, kleineres Badezimmer um einen zentralen, halboffenen Raum. Dieser bildet das räumliche und soziale Herzstück des Hauses. Mit zwei seitlich angeordneten Zugängen fungiert er zugleich als Eingangsbereich, verbindender Wohnraum und überdachter Übergang zur umliegenden Terrasse.
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Seine halboffene Gestaltung verdankt der Wohnraum den großzügigen, unverglasten Fenster- und Türöffnungen auf der Süd-, Ost- und Westseite, die mit beweglichen, weißen Faltläden im französischen Stil ausgestattet sind: Einerseits lassen sich die hölzernen Elemente vollständig schließen, um an heißen Sommertagen der Mittagshitze entgegenzuwirken oder bei Wind und Regen Schutz zu bieten, andererseits können sie über nahezu die gesamte Breite geöffnet werden, sodass sich ungehinderte Blicke auf das Meer und die Landschaft genießen lassen.
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Faltschiebesystem mit Drehstangenverschluss
Jeweils fünf Fensterläden sind über drei Bänder miteinander verbunden und laufen sowohl oben als auch unten in Führungsschienen, innerhalb derer sie flexibel verschoben werden können. Zur zusätzlichen Sicherung sind die Faltschiebeelemente mit jeweils drei Espagnoletten ausgestattet, die im geschlossenen Zustand für eine zuverlässige Verriegelung sorgen. Das Drehstangenverschlusssystem kommt nicht nur hier zum Einsatz: Auch die doppelflügelige Terrassentür sowie sämtliche blau gestrichenen Fensterläden des Hauses sind mit dem bewährten Beschlag ausgestattet. Beim Drehen des mittig positionierten Hebels bewegen sich die oberen und unteren Enden der Stange gleichzeitig in ihre jeweiligen Halterungen, wodurch der Fensterflügel oder Laden sicher verriegelt wird. Durch die Gegenbewegung lassen sich die Riegel wieder lösen und das Element öffnen.
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Traditionelle und regionale Materialpalette
Typisch für die kykladische Architektur sind weiß gekalkte, kubische Gebäude mit flachen Dächern, blauen Akzenten und wenigen, kleinen Öffnungen, die sich in die karge Insellandschaft einfügen. Für die Sanierung des kleinen Strandhauses kamen daher schlichte, authentische Materialien zum Einsatz, die sich an der traditionellen Materialpalette orientieren.
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Fenster und Türen sind aus gepresstem Holz gefertigt. Als Bodenbelag kommen Terrakottafliesen zum Einsatz, die eine gestalterische Brücke zwischen den antiken Fundstücken auf dem Grundstück und der typischen, kykladischen Bauweise schlagen. Für die Küchenarbeitsplatte sowie die Bäder wurde regionaler Marmor von der nahegelegenen Insel Naxos verwendet. Auf der Terrasse sind grob gebrochene Natursteinplatten verlegt. Eine in die minimalistische Kubatur des Hauses integrierte Feuerstelle mit Ofen sowie ein externes Wasserbecken laden hier zu lauschigen Mahlzeiten im Freien ein. -sms
Bautafel
Architektur: ARP - Architecture Research Practice, Athen
Projektbeteiligte: Argyro Pouliovali, Sofia Xanthakou, Eva Alberini, Nora Delidimou, Nicole Kotsis, Marilena Stavrakaki, Anna-Maria Labrinopoulo (Projektteam); PG Kamarinos (Bauingenieure); Erisma (Tragwerksplanung); Anna Maria Coscoros (Innenarchitektur); SKAPE Ltd (Landschaftsarchitektur); Doriki Techniki (Generalunternehmer)
Bauherr*in: Privat
Fertigstellung: 2024
Standort: Antiparos, Griechenland
Bildnachweis: Giulio Ghirardi (Fotos); ARP - Architecture Research Practice (Pläne)
