Schulgärten sind seit der griechischen und persischen Antike
Orte des Lehrens und Lernens. Im Laufe der Zeit wandelten sich zwar
Form, Zweck und Aufgaben, doch die Bedeutung ist heute größer denn
je. Sie wecken bei Kindern und Jugendlichen Freude am Gärtnern und
erweitern ihren Horizont – naturwissenschaftlich, künstlerisch und
geografisch. Als Elemente des Urban Gardening fördern sie
Artenvielfalt und Klimaschutz.
Galerie
Grundschüler pflanzen in ihrem Unterricht einen Maulbeerbaum.
Bild: Susanne Junker, Berlin
01|11
Joseph Furttenbach, Architectura universalis, Ulm 1635, Entwurf eines Schulgartens
Bild: Universitätsbibliothek Heidelberg, https://doi.org/10.11588/diglit.3068, public domain
02|11
Joseph Furttenbach, Mannhaffter Kunstspiegel/Continuatio, Augsburg 1663, Entwurf eines Schulgartens als Paradies-Gärtlein
Bild: Universitätsbibliothek Heidelberg, https://doi.org/10.11588/diglit.19279, public domain
03|11
Porträt Joseph Furttenbach, aus Mannhaffter Kunstspiegel/Continuatio, Augsburg 1663
Bild: Universitätsbibliothek Heidelberg, https://doi.org/10.11588/diglit.19279, public domain
04|11
Hortus Botanicus der Universität Leiden, Stich 1610, nach einer Zeichnung von Jan Cornelisz van't Would
Bild: Objekt-Nr. RP-P-1893-A-18089, Rijksmuseum Amsterdam, public domain
05|11
Rekonstruierter Klostergarten, ursprünglich Südfrankreich spätes 13.- 14. Jahrhundert, heute The Met Cloisters
Bild: Objekt-Nr. 25.120.531-.1052, The Metropolitan Museum of Art, The Cloisters, New York, public domain
06|11
Fragment eines persischen Gartenteppichs, Nordwestpersien 18. Jahrhundert, Format 276,9 cm x 431,8 cm
Bild: Objekt-Nr. 30.95.150, The Metropolitan Museum of Art, New York, public domain
07|11
Ein Schulgarten als Notacker; Heinrich Förster, Der Kriegs-Schülergarten, Leipzig 1916
Bild: Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, StaBiKat digital 724286667 Signatur Krieg1914/8281, public domain
08|11
Saponin-Experiment, erste Phase, angeleitet von Prof. Dr. Marcel Robischon, Humboldt-Universität zu Berlin
Bild: Susanne Junker, Berlin
09|11
Saponin-Experiment, zweite Phase, angeleitet von Prof. Dr. Marcel Robischon, Humboldt-Universität zu Berlin
Bild: Susanne Junker, Berlin
10|11
Saponin-Experiment, dritte Phase, angeleitet von Prof. Dr. Marcel Robischon, Humboldt-Universität zu Berlin
Bild: Susanne Junker, Berlin
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Furttenbachs Paradies-Schulgarten von 1635 und 1663
1635 veröffentlichte der Ulmer Architekt, Mathematiker und
Politiker Joseph Furttenbach (1591 – 1667), ein
Universalgelehrter seiner Zeit, mit der Architectura
universalis eine Art Architekturlexikon. Darin stellte er
einen Entwurf für einen Schulgarten vor, den er 1663 in einer
weiteren Publikation als „Paradiesgärtlein“ noch weiter
ausarbeitete.
Sein Entwurf zeigt eine quadratische Fläche, die durch zwei
sich kreuzende Achsen in vier weitere Quadrate geteilt und von
enfiladenartigen Kammern und Raumfolgen umgeben ist. An den Enden
der Achsen befinden sich jeweils vier Pforten als Eingänge, die
gleichzeitig als Zugangskontrolle dienen und das Eindringen von
Tieren verhindern sollen.
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Grundschüler pflanzen in ihrem Unterricht einen Maulbeerbaum.
Bild: Susanne Junker, Berlin
01|11
Joseph Furttenbach, Architectura universalis, Ulm 1635, Entwurf eines Schulgartens
Bild: Universitätsbibliothek Heidelberg, https://doi.org/10.11588/diglit.3068, public domain
02|11
Joseph Furttenbach, Mannhaffter Kunstspiegel/Continuatio, Augsburg 1663, Entwurf eines Schulgartens als Paradies-Gärtlein
Bild: Universitätsbibliothek Heidelberg, https://doi.org/10.11588/diglit.19279, public domain
03|11
Porträt Joseph Furttenbach, aus Mannhaffter Kunstspiegel/Continuatio, Augsburg 1663
Bild: Universitätsbibliothek Heidelberg, https://doi.org/10.11588/diglit.19279, public domain
04|11
Hortus Botanicus der Universität Leiden, Stich 1610, nach einer Zeichnung von Jan Cornelisz van't Would
Bild: Objekt-Nr. RP-P-1893-A-18089, Rijksmuseum Amsterdam, public domain
05|11
Rekonstruierter Klostergarten, ursprünglich Südfrankreich spätes 13.- 14. Jahrhundert, heute The Met Cloisters
Bild: Objekt-Nr. 25.120.531-.1052, The Metropolitan Museum of Art, The Cloisters, New York, public domain
06|11
Fragment eines persischen Gartenteppichs, Nordwestpersien 18. Jahrhundert, Format 276,9 cm x 431,8 cm
Bild: Objekt-Nr. 30.95.150, The Metropolitan Museum of Art, New York, public domain
07|11
Ein Schulgarten als Notacker; Heinrich Förster, Der Kriegs-Schülergarten, Leipzig 1916
Bild: Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, StaBiKat digital 724286667 Signatur Krieg1914/8281, public domain
08|11
Saponin-Experiment, erste Phase, angeleitet von Prof. Dr. Marcel Robischon, Humboldt-Universität zu Berlin
Bild: Susanne Junker, Berlin
09|11
Saponin-Experiment, zweite Phase, angeleitet von Prof. Dr. Marcel Robischon, Humboldt-Universität zu Berlin
Bild: Susanne Junker, Berlin
10|11
Saponin-Experiment, dritte Phase, angeleitet von Prof. Dr. Marcel Robischon, Humboldt-Universität zu Berlin
Bild: Susanne Junker, Berlin
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Mit dieser streng geordneten Geometrie
gliedert Furttenbach die Fläche in vier verschiedene
Themengärten: Zwei Kräuter- und Küchengärten mit essbaren Pflanzen,
einen Baumgarten mit Obstbäumen und einen Blumengarten.
Die empfohlenen Pflanzen wie Kirsch-, Pflaumen- und
Birnbäume sowie Tulpen, Lilien, Narzissen, Iris, Krokusse und
duftende Rosen listet er detailliert auf. Wege
führen zu einem Pavillon in der Mitte, der für das Lernen und
die geistige Erbauung der Schüler mit biblischen Sprüchen und
Reimen dienen soll. Neben einem
Apfelbaum sollte unbedingt eine Skulptur von Adam und Eva
stehen und an den Sündenfall im Paradies erinnern.
Platons Akademeia
Furttenbachs Entwurf ähnelt Kloster-, Apotheken- und den
botanischen Gärten an Hochschulen wie beispielsweise der
Universität Leiden. Diese Gärten waren ebenfalls überwiegend
rechtwinklig angelegt, von Mauern, einem Kreuzgang, einer
Wandelhalle oder eine Enfilade eingefasst und in gleich große Felder
für die verschiedenen Pflanzen aufgeteilt. Als Lehr- und Lerngärten
liegt ihr Ursprung in der griechischen Antike wie der legendären
Akademeia, ein Akademie-Garten mit Olivenbäumen, Platanen und
Eiben, in dem Platon nach dem Vorbild seines Lehrers Sokrates seine
Schüler unterrichtet haben soll.
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Grundschüler pflanzen in ihrem Unterricht einen Maulbeerbaum.
Bild: Susanne Junker, Berlin
01|11
Joseph Furttenbach, Architectura universalis, Ulm 1635, Entwurf eines Schulgartens
Bild: Universitätsbibliothek Heidelberg, https://doi.org/10.11588/diglit.3068, public domain
02|11
Joseph Furttenbach, Mannhaffter Kunstspiegel/Continuatio, Augsburg 1663, Entwurf eines Schulgartens als Paradies-Gärtlein
Bild: Universitätsbibliothek Heidelberg, https://doi.org/10.11588/diglit.19279, public domain
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Porträt Joseph Furttenbach, aus Mannhaffter Kunstspiegel/Continuatio, Augsburg 1663
Bild: Universitätsbibliothek Heidelberg, https://doi.org/10.11588/diglit.19279, public domain
04|11
Hortus Botanicus der Universität Leiden, Stich 1610, nach einer Zeichnung von Jan Cornelisz van't Would
Bild: Objekt-Nr. RP-P-1893-A-18089, Rijksmuseum Amsterdam, public domain
05|11
Rekonstruierter Klostergarten, ursprünglich Südfrankreich spätes 13.- 14. Jahrhundert, heute The Met Cloisters
Bild: Objekt-Nr. 25.120.531-.1052, The Metropolitan Museum of Art, The Cloisters, New York, public domain
06|11
Fragment eines persischen Gartenteppichs, Nordwestpersien 18. Jahrhundert, Format 276,9 cm x 431,8 cm
Bild: Objekt-Nr. 30.95.150, The Metropolitan Museum of Art, New York, public domain
07|11
Ein Schulgarten als Notacker; Heinrich Förster, Der Kriegs-Schülergarten, Leipzig 1916
Bild: Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, StaBiKat digital 724286667 Signatur Krieg1914/8281, public domain
08|11
Saponin-Experiment, erste Phase, angeleitet von Prof. Dr. Marcel Robischon, Humboldt-Universität zu Berlin
Bild: Susanne Junker, Berlin
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Saponin-Experiment, zweite Phase, angeleitet von Prof. Dr. Marcel Robischon, Humboldt-Universität zu Berlin
Bild: Susanne Junker, Berlin
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Saponin-Experiment, dritte Phase, angeleitet von Prof. Dr. Marcel Robischon, Humboldt-Universität zu Berlin
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Charbagh
Das geometrische Prinzip mit Quadraten, Vierung, Achsen und
einem Mittelpunkt findet sich auch in den
altpersischen Gärten beim Charbagh, das je nach Umschrift
auch Tschahar Bagh, Carbag oder persisch
چهارباغ geschrieben wird. Übersetzt bedeutet der Begriff
„vier Gärten“ und geht auf die Zeit von Kyros dem Großen (um 500 v.
Chr.) zurück. Spätere Quellen verweisen auf irakische
Relikte (um 800 n. Chr.), das Gartenbuch Irschad
az-zira'a, Leitfaden der Landwirtschaft (etwa 1515)
und persische Teppiche, die diese Paradiesgärten als vielfältig
geschmückte Grundrisse zeigen.
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Grundschüler pflanzen in ihrem Unterricht einen Maulbeerbaum.
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Joseph Furttenbach, Architectura universalis, Ulm 1635, Entwurf eines Schulgartens
Bild: Universitätsbibliothek Heidelberg, https://doi.org/10.11588/diglit.3068, public domain
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Joseph Furttenbach, Mannhaffter Kunstspiegel/Continuatio, Augsburg 1663, Entwurf eines Schulgartens als Paradies-Gärtlein
Bild: Universitätsbibliothek Heidelberg, https://doi.org/10.11588/diglit.19279, public domain
03|11
Porträt Joseph Furttenbach, aus Mannhaffter Kunstspiegel/Continuatio, Augsburg 1663
Bild: Universitätsbibliothek Heidelberg, https://doi.org/10.11588/diglit.19279, public domain
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Hortus Botanicus der Universität Leiden, Stich 1610, nach einer Zeichnung von Jan Cornelisz van't Would
Bild: Objekt-Nr. RP-P-1893-A-18089, Rijksmuseum Amsterdam, public domain
05|11
Rekonstruierter Klostergarten, ursprünglich Südfrankreich spätes 13.- 14. Jahrhundert, heute The Met Cloisters
Bild: Objekt-Nr. 25.120.531-.1052, The Metropolitan Museum of Art, The Cloisters, New York, public domain
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Fragment eines persischen Gartenteppichs, Nordwestpersien 18. Jahrhundert, Format 276,9 cm x 431,8 cm
Bild: Objekt-Nr. 30.95.150, The Metropolitan Museum of Art, New York, public domain
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Ein Schulgarten als Notacker; Heinrich Förster, Der Kriegs-Schülergarten, Leipzig 1916
Bild: Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, StaBiKat digital 724286667 Signatur Krieg1914/8281, public domain
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Saponin-Experiment, erste Phase, angeleitet von Prof. Dr. Marcel Robischon, Humboldt-Universität zu Berlin
Bild: Susanne Junker, Berlin
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Saponin-Experiment, zweite Phase, angeleitet von Prof. Dr. Marcel Robischon, Humboldt-Universität zu Berlin
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Saponin-Experiment, dritte Phase, angeleitet von Prof. Dr. Marcel Robischon, Humboldt-Universität zu Berlin
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Paradiesgarten und Verbreitung
Die Zahl Vier in Zusammenhang mit einer vollkommen symmetrischen
und damit harmonischen Ordnung wird als spirituell-symbolischer
Verweis auf das Paradies gedeutet. Die Zahlensymbolik resultiert
aus der Genesis, dem Koran und dem Talmud, nach denen im Paradies
vier Flüsse entspringen, die den Paradiesgarten in vier Teile
gliedern.
Das Ordnungsprinzip des Charbagh verbreitete sich bis
nach Indien, etwa in die Gartenanlage des Taj Mahal, und nach
Spanien, in die Gärten von Sevilla, Córdoba und Granada. Von dort
gelangte es in europäische Klöster, die damals als Orte und Hüter
des Wissens dienten.
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Bild: Susanne Junker, Berlin
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Joseph Furttenbach, Architectura universalis, Ulm 1635, Entwurf eines Schulgartens
Bild: Universitätsbibliothek Heidelberg, https://doi.org/10.11588/diglit.3068, public domain
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Joseph Furttenbach, Mannhaffter Kunstspiegel/Continuatio, Augsburg 1663, Entwurf eines Schulgartens als Paradies-Gärtlein
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Porträt Joseph Furttenbach, aus Mannhaffter Kunstspiegel/Continuatio, Augsburg 1663
Bild: Universitätsbibliothek Heidelberg, https://doi.org/10.11588/diglit.19279, public domain
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Hortus Botanicus der Universität Leiden, Stich 1610, nach einer Zeichnung von Jan Cornelisz van't Would
Bild: Objekt-Nr. RP-P-1893-A-18089, Rijksmuseum Amsterdam, public domain
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Rekonstruierter Klostergarten, ursprünglich Südfrankreich spätes 13.- 14. Jahrhundert, heute The Met Cloisters
Bild: Objekt-Nr. 25.120.531-.1052, The Metropolitan Museum of Art, The Cloisters, New York, public domain
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Fragment eines persischen Gartenteppichs, Nordwestpersien 18. Jahrhundert, Format 276,9 cm x 431,8 cm
Bild: Objekt-Nr. 30.95.150, The Metropolitan Museum of Art, New York, public domain
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Ein Schulgarten als Notacker; Heinrich Förster, Der Kriegs-Schülergarten, Leipzig 1916
Bild: Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, StaBiKat digital 724286667 Signatur Krieg1914/8281, public domain
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Saponin-Experiment, erste Phase, angeleitet von Prof. Dr. Marcel Robischon, Humboldt-Universität zu Berlin
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Saponin-Experiment, zweite Phase, angeleitet von Prof. Dr. Marcel Robischon, Humboldt-Universität zu Berlin
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Saponin-Experiment, dritte Phase, angeleitet von Prof. Dr. Marcel Robischon, Humboldt-Universität zu Berlin
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Schulgärten in Deutschland
Auf Furttenbachs Ideen aufbauend, legten kirchliche
Lehrer und Pädagogen wie Johann Amos Comenius (1592-1670), Johann
Julius Hecker (1707-1768), Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827)
und Friedrich Fröbel (1782-1852) Schulgärten in ganz
Deutschland an. Diese dienten der Erziehung, oft mit religiösem
Bezug, aber auch der praktischen Agrar- und Gartenarbeit sowie der
Ernährung von Schülern, Lehrern und deren Familien.
Schulgärten im Ersten Weltkrieg: Notacker
Ratgeber aus der Zeit des Ersten
Weltkriegs, beispielsweise in der Staatsbibliothek Berlin
archiviert, forderten dazu auf, Schulgärten als
volkswirtschaftliche Ressource zur Minderung der
Lebensmittelknappheit zu nutzen und auszubauen. In den sogenannten
„Kriegs-Schulgärten“ sollte zugunsten des Gemüseanbaus auf
botanische Abteilungen und Blumengärten verzichtet werden.
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Grundschüler pflanzen in ihrem Unterricht einen Maulbeerbaum.
Bild: Susanne Junker, Berlin
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Joseph Furttenbach, Architectura universalis, Ulm 1635, Entwurf eines Schulgartens
Bild: Universitätsbibliothek Heidelberg, https://doi.org/10.11588/diglit.3068, public domain
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Joseph Furttenbach, Mannhaffter Kunstspiegel/Continuatio, Augsburg 1663, Entwurf eines Schulgartens als Paradies-Gärtlein
Bild: Universitätsbibliothek Heidelberg, https://doi.org/10.11588/diglit.19279, public domain
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Porträt Joseph Furttenbach, aus Mannhaffter Kunstspiegel/Continuatio, Augsburg 1663
Bild: Universitätsbibliothek Heidelberg, https://doi.org/10.11588/diglit.19279, public domain
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Hortus Botanicus der Universität Leiden, Stich 1610, nach einer Zeichnung von Jan Cornelisz van't Would
Bild: Objekt-Nr. RP-P-1893-A-18089, Rijksmuseum Amsterdam, public domain
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Rekonstruierter Klostergarten, ursprünglich Südfrankreich spätes 13.- 14. Jahrhundert, heute The Met Cloisters
Bild: Objekt-Nr. 25.120.531-.1052, The Metropolitan Museum of Art, The Cloisters, New York, public domain
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Fragment eines persischen Gartenteppichs, Nordwestpersien 18. Jahrhundert, Format 276,9 cm x 431,8 cm
Bild: Objekt-Nr. 30.95.150, The Metropolitan Museum of Art, New York, public domain
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Ein Schulgarten als Notacker; Heinrich Förster, Der Kriegs-Schülergarten, Leipzig 1916
Bild: Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, StaBiKat digital 724286667 Signatur Krieg1914/8281, public domain
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Saponin-Experiment, erste Phase, angeleitet von Prof. Dr. Marcel Robischon, Humboldt-Universität zu Berlin
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Saponin-Experiment, zweite Phase, angeleitet von Prof. Dr. Marcel Robischon, Humboldt-Universität zu Berlin
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Saponin-Experiment, dritte Phase, angeleitet von Prof. Dr. Marcel Robischon, Humboldt-Universität zu Berlin
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Brach- und Rasenflächen, Wiesen und Spielplätze sollten von den
Schülerinnen und Schülern als sogenannte Notacker erschlossen
werden. Dazu gehörte es, die Flächen von Steinen und anderen
Hindernissen zu reinigen, sie anschließend zu pflügen und zu
bepflanzen. Empfohlen wurde der Anbau von Mangold, Spinat, Rüben,
Kohl, Karotten, Porree, Sellerie, Gurken, Zwiebeln und Bohnen. Die
teilweise schwere körperliche Arbeit, tageweise aufgeteilt auf
„Knaben- und Mädchenklassen“, galt als gesundheitsfördernd: „durch
die Arbeit in der frischen Luft (werden) ihre Körper gekräftigt“
(zitiert nach Heinrich Förster: Der Kriegs-Schülergarten:
ein Beitrag zur Frage der erziehlichen und volkswirtschaftlichen
Bedeutung der Schülergärten; mit einem Wirtschaftsplan und
anderen Beigaben, Leipzig 1916). Diese Sichtweise wiederholte sich
später im Nationalsozialismus.
Schulgärten heute
Heute sind Schulgärten grüne Lernorte, die über die
pädagogisch-didaktischen Zwecke von Gartenbau und
Landwirtschaft hinaus Wissen zu Umwelt und Natur, Gesundheit
und Ernährung, Artenvielfalt, Klimaschutz und Urban Gardening
vermitteln. Furttenbach strenge Geometrie gilt als
zu formal und einengend. Sie wurde durch spielerischere und
naturnahe Organisationsformen ersetzt. Zahlreiche Institutionen,
Vereine und Arbeitsgemeinschaften geben Tipps, fördern
Pilotprojekte und veranstalten Workshops und Wettbewerbe, etwa die
2002 in Fulda gegründete Bundesarbeitsgemeinschaft Schulgarten
(BAGS), die Lenné-Akademie für Gartenbau und Gartenkultur sowie
Landes-Ministerien und Behörden.
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Joseph Furttenbach, Architectura universalis, Ulm 1635, Entwurf eines Schulgartens
Bild: Universitätsbibliothek Heidelberg, https://doi.org/10.11588/diglit.3068, public domain
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Joseph Furttenbach, Mannhaffter Kunstspiegel/Continuatio, Augsburg 1663, Entwurf eines Schulgartens als Paradies-Gärtlein
Bild: Universitätsbibliothek Heidelberg, https://doi.org/10.11588/diglit.19279, public domain
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Porträt Joseph Furttenbach, aus Mannhaffter Kunstspiegel/Continuatio, Augsburg 1663
Bild: Universitätsbibliothek Heidelberg, https://doi.org/10.11588/diglit.19279, public domain
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Hortus Botanicus der Universität Leiden, Stich 1610, nach einer Zeichnung von Jan Cornelisz van't Would
Bild: Objekt-Nr. RP-P-1893-A-18089, Rijksmuseum Amsterdam, public domain
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Rekonstruierter Klostergarten, ursprünglich Südfrankreich spätes 13.- 14. Jahrhundert, heute The Met Cloisters
Bild: Objekt-Nr. 25.120.531-.1052, The Metropolitan Museum of Art, The Cloisters, New York, public domain
06|11
Fragment eines persischen Gartenteppichs, Nordwestpersien 18. Jahrhundert, Format 276,9 cm x 431,8 cm
Bild: Objekt-Nr. 30.95.150, The Metropolitan Museum of Art, New York, public domain
07|11
Ein Schulgarten als Notacker; Heinrich Förster, Der Kriegs-Schülergarten, Leipzig 1916
Bild: Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, StaBiKat digital 724286667 Signatur Krieg1914/8281, public domain
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Saponin-Experiment, erste Phase, angeleitet von Prof. Dr. Marcel Robischon, Humboldt-Universität zu Berlin
Bild: Susanne Junker, Berlin
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Saponin-Experiment, zweite Phase, angeleitet von Prof. Dr. Marcel Robischon, Humboldt-Universität zu Berlin
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Das Altersspektrum der Schulgärten reicht von Kita-Kindern über
Schülerinnen und Schüler von Grundschulen, Oberschulen und
Gymnasien bis zu Auszubildenden in Berufs- und Fachschulen. Sie
verbinden Theorie und Praxis in Fächern wie Biologie, Chemie,
Physik, Mathematik, Erdkunde, Sachkunde, Kunst sowie Literatur im
Deutschunterricht und in Fremdsprachen.
Freilandlabor
Neben dem Beobachten natürlicher Prozesse motivieren Schulgärten
zu Tätigkeiten wie Graben, Säen, Umtopfen, Wässern, Düngen,
Kompostieren, Schneiden und Ernten. Da auf giftige und dornige
Pflanzen verzichtet werden sollte, bieten sich Kräuter,
Beerensträucher, Gemüse, Stauden und Blumen beispielsweise in
Hochbeeten oder als Topfgärten an. Kletter- und Rankgerüste können
für Bohnen und Kürbissen gebaut werden, ebenso Nisthilfen für Vögel
und Insektenhotels. Als Freilandlabor unterstützt ein Schulgarten
zahlreiche Erkundungen und Experimente, wie beispielsweise die
Demonstration von Saponinen, seifenartig aufschäumenden Substanzen
aus dem Laub des Geweihbaums (Abb. 9 – 11).
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Grundschüler pflanzen in ihrem Unterricht einen Maulbeerbaum.
Bild: Susanne Junker, Berlin
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Joseph Furttenbach, Mannhaffter Kunstspiegel/Continuatio, Augsburg 1663, Entwurf eines Schulgartens als Paradies-Gärtlein
Bild: Universitätsbibliothek Heidelberg, https://doi.org/10.11588/diglit.19279, public domain
03|11
Porträt Joseph Furttenbach, aus Mannhaffter Kunstspiegel/Continuatio, Augsburg 1663
Bild: Universitätsbibliothek Heidelberg, https://doi.org/10.11588/diglit.19279, public domain
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Hortus Botanicus der Universität Leiden, Stich 1610, nach einer Zeichnung von Jan Cornelisz van't Would
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Rekonstruierter Klostergarten, ursprünglich Südfrankreich spätes 13.- 14. Jahrhundert, heute The Met Cloisters
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06|11
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Saponin-Experiment, erste Phase, angeleitet von Prof. Dr. Marcel Robischon, Humboldt-Universität zu Berlin
Bild: Susanne Junker, Berlin
09|11
Saponin-Experiment, zweite Phase, angeleitet von Prof. Dr. Marcel Robischon, Humboldt-Universität zu Berlin
Bild: Susanne Junker, Berlin
10|11
Saponin-Experiment, dritte Phase, angeleitet von Prof. Dr. Marcel Robischon, Humboldt-Universität zu Berlin
Bild: Susanne Junker, Berlin
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Herausfordernd bleiben die Sommerferien, in denen sich
freiwillige Arbeitsgruppen um den Garten kümmern müssen, und die
Winter, da die meisten Schulgärten weder Abstell- oder
Unterstellräume noch Gewächshäuser haben. Hier machen dann
Topfgärten Sinn, deren Pflanzbehälter in die Schulräume getragen
werden können. -sj
Hinweis: Dieser Beitrag entstand in
Zusammenarbeit von Prof. Dr. Susanne Junker, Berliner Hochschule
für Technik, mit der Expertise von Prof. Dr. Marcel Robischon,
Humboldt-Universität Berlin, und Hamdan Abo Assaf, BHT
Berlin.
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Grundschüler pflanzen in ihrem Unterricht einen Maulbeerbaum.
Bild: Susanne Junker, Berlin
Vom „Paradiesgärtlein“ des 17. Jahrhunderts bis zu Urban Gardening: Schulgärten sind seit der Antike Orte des Lernens und verbinden Natur, Wissenschaft und Kreativität für Artenvielfalt und Klimaschutz.
Chelsea Physic Garden, London – Teil 1
Im Jahre 1673 legte die Worshipful Society of Apothecaries einen Garten für Heilpflanzen in einem Dorf westlich von London an.
Bild: Susanne Junker, Berlin
Geschichte und Entwicklung als Lehr- und Lerngarten
Chelsea Physic Garden, London – Teil 2
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden im Chelsea Physic Garden mehrere viktorianische Gewächshäuser errichtet.
Bild: Susanne Junker, Berlin
Viktorianische Gewächshäuser und ihre Restaurierung.
Ha-ha
Ha-ha in der Parklandschaft des Herrenhauses Berrington Hall, Herfordshire
Bild: The National Trust Images/John Millar
Typische Elemente englischer Landschaftsparks und -gärten des 18. Jahrhunderts. Die kaum sichtbaren Barrieren schaffen die optische Illusion einer ununterbrochenen Fläche.
Oase
Auch urbane Oasen basieren auf dem Zusammenspiel von Wasser, Verdunstung und Vegetation. Im Bild der Maxplatz in Berlin-Wedding.
Bild: Yvonne Kavermann, Berlin
Fruchtbare Wasserstelle in der Wüste, die geologisch wie ökologisch aus der Versorgung mit Süßwasser resultiert und seit Jahrtausenden als wichtiger Knotenpunkt dient.
Rainforest Walk in Brisbane
Der Stadtpark wurde Rainforest Walk getauft und beherbergt ausschließlich endemisch subtropische Pflanzen.
Bild: Susanne Junker, Berlin
Entstehung, soziokulturelle Bedeutung und endemische Pflanzen des innerstädtischen Parks, der zur Entwicklung der australischen Metropole beigetragen hat.
Shakkei
Der japanische Begriff Shakkei bedeutet „geliehener Blick“ oder „geborgte Szenerie“ und beschreibt ein Prinzip der Gartengestaltung, das die Umgebung miteinbezieht.
Bild: Wu Tao (1840-1895), Gartenszene (1867), Tusche u. Farbe auf Papier, China, Quing Dynastie / The Metropolitan Museum of Art NYC, Objekt-Nr. 2017.724, Public Domain
Japanisches Prinzip der Gartengestaltung, das die Umgebung miteinbezieht und ein harmonisches Ganzes zum Ziel hat
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