Bodengesundheit

Böden sind weit mehr als landwirtschaftlich nutzbare Flächen: Sie bilden ein komplexes, lebendiges System aus mineralischen und organischen Bestandteilen, das zentrale ökologische Funktionen erfüllt. Als Lebensraum für Mikroorganismen, Pflanzen und Tiere sind sie ein Schlüssel zur Biodiversität – zugleich ermöglichen sie die Produktion von Nahrungsmitteln und Rohstoffen.

Galerie

Bodenfunktionen – Das stille Multitalent unter unseren Füßen

Rund die Hälfte der Fläche Deutschlands wird landwirtschaftlich genutzt. Gesunde Böden sind daher essenziell für die Ernährungssicherheit. Zugleich erfüllen sie wichtige Funktionen im Wasser- und Klimahaushalt: Sie speichern Niederschlagswasser, geben es zeitverzögert wieder ab, binden Kohlenstoff und schützen das Grundwasser durch ihre natürliche Filter- und Pufferfunktion. 

Schadstoffe, die über die Luft oder Niederschläge in den Boden gelangen, können in der Humusschicht gebunden oder von Bodenorganismen abgebaut werden – solange die natürliche Aufnahme- und Abbaukapazität nicht überschritten wird. Durch die Speicherung von CO₂ in Form von Humus leisten Böden zudem einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Weltweit speichern sie rund achtmal so viel Kohlenstoff wie die Atmosphäre. Auch für den Hochwasserschutz spielen Böden eine zentrale Rolle: Sie nehmen Niederschlagswasser auf und geben es verzögert wieder ab. Ein Quadratmeter Boden kann im Durchschnitt rund 200 Liter Wasser speichern.

Galerie

Böden sind auch Zeitzeugen: Als Archive der Natur- und Kulturgeschichte bewahren sie Spuren von vergangenen Umweltbedingungen, Vegetation und menschlicher Nutzung über Jahrtausende hinweg. Paläoböden liefern beispielsweise wichtige Hinweise auf das Klima früherer Epochen, während archäologische Funde im Boden kulturelle Entwicklungen dokumentieren.

All diese Funktionen wirken meist gleichzeitig und sind eng miteinander verknüpft. Ihre Erhaltung ist daher nicht nur ökologisch, sondern auch gesellschaftlich von zentraler Bedeutung. Der Schutz intakter Böden ist gesetzlich verankert – etwa im Bundes-Bodenschutzgesetz. Darin ist festgehalten, dass schädliche Bodenveränderungen abzuwehren und natürliche Bodenfunktionen zu erhalten oder wiederherzustellen sind.

Doch die Bodenfunktionen sind bedroht: Erosion, Verdichtung, Schadstoffeintrag und Flächenversiegelung beeinträchtigen ihre ökologischen Leistungen massiv. Wird ein Boden versiegelt – etwa durch Straßen oder Gebäude – gehen fast alle natürlichen Funktionen dauerhaft verloren. 

Empfehlungen für die Bodenpflege 

Die Gesunderhaltung des Bodens erfordert eine gezielte und möglichst naturverträgliche Pflege. Der Bayerische Landesverband für Gartenbau und Landespflege empfiehlt daher eine Instandhaltung des Bodens, die Bodenbiologie, -physik und -chemie in Einklang bringt. Ziel ist es, Fruchtbarkeit, Wasserspeicherfähigkeit und Widerstandskraft langfristig zu erhalten. Die empfohlenen fünf Maßnahmen umfassen eine Bodenanalyse, schonende Bearbeitung, angepasste Düngung, Bedeckung und Fruchtwechsel.

Galerie

Am Anfang jeder gezielten Pflege steht die Bodenanalyse. Im Spätherbst entnommene Proben geben Aufschluss über Nährstoffgehalte (Phosphor, Kalium, Magnesium), pH-Wert und Humusanteil. Die Ergebnisse zeigen, ob und in welchem Umfang eine Nachdüngung nötig ist – und vermeiden Überversorgung. 

Die Düngung sollte sich stets am tatsächlichen Nährstoffbedarf orientieren. Besonders empfehlenswert ist der Einsatz von Kompost als organischem Hauptdünger. Eine jährliche Menge von etwa drei Litern pro Quadratmeter genügt in den meisten Fällen, um Gartenpflanzen ausreichend zu versorgen. Auf mineralische Mehrnährstoffdünger sollte verzichtet werden, da sie das ökologische Gleichgewicht stören und zur Belastung des Grundwassers beitragen können. 

Um das empfindliche Bodenleben zu schonen, empfiehlt der Bayerische Landesverband für Gartenbau und Landespflege nur ein oberflächliches Lockern mit Handwerkzeugen. Umgraben ist nur bei schweren Böden notwendig – am besten spät im Jahr, um die natürliche Frostgare zu nutzen. 

Galerie

Zum Schutz vor Erosion, Austrocknung und Temperaturextremen wird die Abdeckung des Bodens mit organischem Material vorgeschlagen. Mulch aus Laub, Grasschnitt oder Pflanzenresten reguliert das Mikroklima an der Bodenoberfläche und fördert gleichzeitig das Bodenleben. In Anbaulücken kann die Aussaat von Gründüngungspflanzen erfolgen – etwa Phacelia, Spinat oder Winterraps. Sie lockern durch ihr Wurzelwerk tiefere Bodenschichten, schützen vor Nährstoffauswaschung und tragen zur Humusbildung bei. 

Nicht zuletzt spielt die Fruchtfolge eine zentrale Rolle für die Regeneration der Böden. Ein Anbauwechsel verhindert die Anreicherung von Krankheitserregern und beugt Bodenermüdung vor. Pflanzen aus derselben Familie sollten demnach nur alle drei bis vier Jahre auf derselben Fläche kultiviert werden. Besonders geeignet sind Hülsenfrüchtler wie Erbsen oder Lupinen, die Stickstoff im Boden anreichern und somit als Vorfrüchte für nährstoffbedürftige Kulturen dienen. Auch Blumen- oder Getreidezwischenfrüchte können zur Stabilisierung des Bodenmilieus beitragen.

Fachwissen zum Thema

Küstenregionen und kleinbäuerliche Landwirtschaft sind besonders stark von den Folgen der Klimakrise betroffen.

Küstenregionen und kleinbäuerliche Landwirtschaft sind besonders stark von den Folgen der Klimakrise betroffen.

Grundlagen

Anthropogener Klimawandel, Klimaanpassung und Gebäudegrün

Klimaanpassungsstrategien sind mittlerweile genauso bedeutend wie Maßnahmen zum Klimaschutz. Gebäudebegrünungen haben einen wichtigen Anteil daran.

Vor allem Standort und Begrünungsform bestimmen die Auswahl der Düngeart.

Vor allem Standort und Begrünungsform bestimmen die Auswahl der Düngeart.

Vegetation

Dünger und Pflegearten

Für ein gesundes Wachstum benötigen Pflanzen unterschiedliche Nährstoffe. Zu den Hauptnährstoffen gehören Stickstoff (N), Phosphor...

Kontakt Redaktion Baunetz Wissen: wissen@baunetz.de
Baunetz Wissen Stadt- und Dachbegrünung sponsored by:
Optigrün international AG | Kontakt +49 7576 772-0 | www.optigruen.de
Zum Seitenanfang

Bodengesundheitneu

Böden speichern Niederschlagswasser, geben es zeitverzögert wieder ab, binden Kohlenstoff und schützen das Grundwasser durch ihre natürliche Filter- und Pufferfunktion.

Böden speichern Niederschlagswasser, geben es zeitverzögert wieder ab, binden Kohlenstoff und schützen das Grundwasser durch ihre natürliche Filter- und Pufferfunktion.

Böden erfüllen vielfältige ökologische Funktionen – von der Speicherung von Wasser und Kohlenstoff bis zur Förderung der Biodiversität. Ihre Gesunderhaltung ist daher von zentraler Bedeutung.

Allgemeine Einführung

Die Integration von Pflanzen in Städten und auf Gebäuden gewinnt stetig an Bedeutung.

Die Integration von Pflanzen in Städten und auf Gebäuden gewinnt stetig an Bedeutung.

Angesichts des Klimawandels und der zunehmenden Urbanisierung gewinnt die Integration von Pflanzen in Städten und auf Gebäuden stetig an Bedeutung.

Anthropogener Klimawandel, Klimaanpassung und Gebäudegrün

Küstenregionen und kleinbäuerliche Landwirtschaft sind besonders stark von den Folgen der Klimakrise betroffen.

Küstenregionen und kleinbäuerliche Landwirtschaft sind besonders stark von den Folgen der Klimakrise betroffen.

Klimaanpassungsstrategien sind mittlerweile genauso bedeutend wie Maßnahmen zum Klimaschutz. Gebäudebegrünungen haben einen wichtigen Anteil daran.

Architektur und Gesundheit in Zeiten extremer Hitze

Der Halensee, Berlin im Sommer.

Der Halensee, Berlin im Sommer.

Hitzewellen kosten Leben und stellen Städte, Gesundheitssysteme und Planung vor neue Herausforderungen. 

Baubotanik

Die Entwicklung des Projekts war in den ersten fünf Jahren durch eine kontinuierliche Anpassung und Weiterentwicklung der vegetationstechnischen Anlagen bestimmt – Oktober 2019

Die Entwicklung des Projekts war in den ersten fünf Jahren durch eine kontinuierliche Anpassung und Weiterentwicklung der vegetationstechnischen Anlagen bestimmt – Oktober 2019

Vereinigung von Natur und Technologie für eine lebendige Architektur.

Biodiversität, Artenvielfalt und Gebäudegrün

Die Zahl der Fluginsekten ist in Deutschland seit 1989 um mindestens 75 Prozent zurückgegangen.

Die Zahl der Fluginsekten ist in Deutschland seit 1989 um mindestens 75 Prozent zurückgegangen.

Gebäudebegrünungen bewahren und schützen Biodiversität und Artenvielfalt im städtischen Raum.

Feinstaub

Die Feinstaubpartikel können natürlichen oder künstlichen Ursprungs sein, beispielsweise Spuren von Verbrennungen bei Waldbränden und Vulkanausbrüchen oder aus Heizkraftwerken und Öfen.

Die Feinstaubpartikel können natürlichen oder künstlichen Ursprungs sein, beispielsweise Spuren von Verbrennungen bei Waldbränden und Vulkanausbrüchen oder aus Heizkraftwerken und Öfen.

Schwebstoffe, Aerosole, Particulate Matter gelten als Auslöser für Erkrankungen der Atemwege, für Lungenkrebs, Schäden an Herz, Kreislauf, Stoffwechsel und Nervensystem.

Historisches zur Gebäudebegrünung

Illustration der Hängenden Gärten von Babylon

Illustration der Hängenden Gärten von Babylon

Die Begrünung von Dächern und Fassaden ist seit jeher in nahezu allen Klima- und Kulturregionen anzutreffen.

Klimaresilient bauen

Künstliche Wasserflächen halten das Regenwasser auf dem Gelände der Berliner Malzfabrik.

Künstliche Wasserflächen halten das Regenwasser auf dem Gelände der Berliner Malzfabrik.

Nachhaltiger Schutz vor extremen Klima- und Wetterereignissen wie Hitze, starken Regenfällen, Überschwemmungen und Stürmen.

Klimatologie

Im April 2003 wurden vom Atmospheric Infrared Sounder (AIRS) der NASA Klimawerte, u.a. Durchschnittstemperaturen, erfasst und in eine globale 3D-Karte mit vielen atmosphärischen Parametern umgerechnet.

Im April 2003 wurden vom Atmospheric Infrared Sounder (AIRS) der NASA Klimawerte, u.a. Durchschnittstemperaturen, erfasst und in eine globale 3D-Karte mit vielen atmosphärischen Parametern umgerechnet.

Die interdisziplinäre Wissenschaft untersucht das Zusammenwirken von Atmosphäre, Land und Ozeanen hinsichtlich Temperatur, Niederschlag, Wind, Luftdruck und Strahlung.

Kulturlandschaften

Die Kulturlandschaft steht in einem komplementären Spannungsverhältnis zur Naturlandschaft.

Die Kulturlandschaft steht in einem komplementären Spannungsverhältnis zur Naturlandschaft.

Wie trennscharf ist die Kulturlandschaft von der Naturlandschaft in Zeiten des Anthropozäns? 

Plantage

Perspektivische Übersicht über eine Kaffee-Plantage auf Suriname zwischen 1700 und 1800, anonymer Künstler

Perspektivische Übersicht über eine Kaffee-Plantage auf Suriname zwischen 1700 und 1800, anonymer Künstler

Forst- bzw. landwirtschaftliche Großpflanzung zur profitorientierten Nutzung von Rohstoffen wie Holz und Bambus sowie Baumwolle, Kaffee, Tee, Kakao, Zucker, Palmöl und ähnlichem.

Grüne Architektur – für alle!

Planungsunterlagen zu Dachbegrünung und Regenwassermanagement von OPTIGRÜN. Hier informieren!

Partner-Anzeige