Architektur und Gesundheit in Zeiten extremer Hitze

Von der Hitzewelle zur Planungsaufgabe

Mit dem Fortschreiten des Klimawandels nimmt die Zahl extremer Hitzetage in Deutschland deutlich zu. Langjährige Auswertungen zeigen, dass heiße Tage und Hitzewellen heute häufiger auftreten als noch vor wenigen Jahrzehnten – wenn auch mit starken jährlichen Schwankungen. Attributionsstudien internationaler Klimaforschungsnetzwerke kommen zudem zu dem Ergebnis, dass im betrachteten Zwölfmonatszeitraum bis zum Frühjahr 2025 in Deutschland etwa doppelt so viele extreme Hitzetage auftraten, wie sie ohne die menschengemachte globale Erwärmung zu erwarten gewesen wären. Die gesundheitlichen Folgen sind bereits messbar.

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Für den Sommer 2023 schätzt das Robert Koch-Institut die Zahl der hitzebedingten Todesfälle in Deutschland auf rund 3.200, für den Sommer 2024 auf etwa 3.000. Für den besonders heißen Sommer 2022 bezifferte das RKI die hitzebedingte Übersterblichkeit auf rund 4.500 Menschen; andere wissenschaftliche Studien kommen – je nach Methodik und Datengrundlage – teils auf deutlich höhere Werte. Besonders betroffen sind ältere Menschen, chronisch Kranke, Säuglinge, Schwangere sowie Menschen mit Behinderungen – Bevölkerungsgruppen, deren physiologische Anpassungsfähigkeit eingeschränkt ist.

Hitze gilt heute als das größte klimabedingte Gesundheitsrisiko in Deutschland. Die Auswirkungen beschränken sich dabei nicht auf individuelle Krankheitsverläufe oder Mortalität, sondern betreffen auch das Arbeitsleben und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Hitzestress führt zu einer erhöhten Krankheitslast, zu psychischen Belastungen und zu einem messbaren Rückgang der Produktivität. Daraus entstehen erhebliche Folgekosten, die weit über den Gesundheitssektor hinausreichen und bislang nur unzureichend erfasst sind.

Hitzeschutz als soziale und politische Aufgabe

Hitzeschutz ist längst nicht mehr nur eine technische oder medizinische Herausforderung. Er berührt grundlegende Fragen von sozialer Gerechtigkeit und Chancengleichheit. Besonders gefährdet sind Menschen, die in Wohnungen mit unzureichendem baulichem Hitzeschutz leben, ebenso wie Personen mit körperlich oder klimatisch belastenden Arbeitsbedingungen. Prävention und Anpassung müssen daher als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden werden. Erforderlich sind klare Zuständigkeiten, ausreichende Ressourcen sowie eine enge Zusammenarbeit von Bund, Ländern, Kommunen und Zivilgesellschaft.

Dieses gewachsene Problembewusstsein zeigt sich auch in politischen Initiativen wie dem bundesweiten Hitzeaktionstag am 4. Juni 2025. Unter dem Motto „Hitzeschutz für alle“ forderte ein breites Bündnis aus Gesundheitsorganisationen, Berufsverbänden und weiteren Institutionen, den Schutz vor Hitze systematisch zu verankern. Zu den zentralen Forderungen zählen, Hitzeschutz lokal verbindlich zu machen, Klimaanpassung bei öffentlichen Investitionen konsequent mitzudenken, das Gesundheits-, Pflege- und Sozialwesen stärker einzubeziehen, den nationalen Hitzeschutzplan weiterzuentwickeln, Katastrophenschutzkonzepte zu erweitern und die Klimaschutzziele durch ein wirksames Sofortprogramm abzusichern.

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Rolle von Planung und Bauwesen

Bemerkenswert ist, dass sich auch Akteure jenseits des Gesundheitssektors – darunter die Bundesarchitektenkammer oder der Deutsche Olympische Sportbund – dem Bündnis angeschlossen haben. Gerade die Planungs- und Baubranche gilt als Schlüsselakteur bei der Anpassung an zunehmende Hitze. Architektur, Stadt- und Landschaftsplanung sowie Infrastrukturentwicklung entscheiden maßgeblich darüber, ob Städte im Sommer überhitzen oder klimatisch resilient bleiben. Ganzheitliche Planung, begrünte Freiräume, das Schwammstadt-Prinzip zur Regenwasserspeicherung, naturnahe und entsiegelte Böden, klimaangepasste Gebäude sowie eine gesunde, ressourcenschonende Haustechnik sind dabei zentrale Bausteine.

Diese Zusammenhänge haben die Architektenkammer und die Ärztekammer Berlin in einer gemeinsamen Handreichung mit dem Titel „A wie Hitzeschutz“ zusammengefasst. Darin wird betont, dass gesundheitliche Aspekte deutlich stärker in Genehmigungsverfahren, Stadtentwicklungsprozesse und Bauentscheidungen integriert werden müssen. Ziel ist es, Hitzeschutz als verbindlichen Bestandteil klimaresilienter Planung zu etablieren – nicht als freiwillige Zusatzmaßnahme.

Strategien für Berlin

Auch auf Landesebene gewinnt das Thema an Bedeutung. Der Berliner Senat hat am 25. November 2025 einen eigenen Hitzeaktionsplan beschlossen. Er soll die Bevölkerung gezielt vor den gesundheitlichen Folgen von Hitzewellen schützen, Versorgungsstrukturen widerstandsfähiger machen und die Stadt langfristig an zunehmende Klimaextreme anpassen. Damit folgt Berlin dem internationalen Trend, Hitzeschutz nicht länger als Randthema, sondern als zentrale Aufgabe moderner Stadt- und Gesundheitspolitik zu begreifen.

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Künstliche Wasserflächen halten das Regenwasser auf dem Gelände der Berliner Malzfabrik.

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Auch urbane Oasen basieren auf dem Zusammenspiel von Wasser, Verdunstung und Vegetation. Im Bild der Maxplatz in Berlin-Wedding.

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Parks und Gärten

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Bei der Erweiterung für den Freizeitbereich setzten Mono Architekten auf lebendige, organische Formen.

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Allgemeine Einführung

Die Integration von Pflanzen in Städten und auf Gebäuden gewinnt stetig an Bedeutung.

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Angesichts des Klimawandels und der zunehmenden Urbanisierung gewinnt die Integration von Pflanzen in Städten und auf Gebäuden stetig an Bedeutung.

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Küstenregionen und kleinbäuerliche Landwirtschaft sind besonders stark von den Folgen der Klimakrise betroffen.

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Architektur und Gesundheit in Zeiten extremer Hitze

Der Halensee, Berlin im Sommer.

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Baubotanik

Die Entwicklung des Projekts war in den ersten fünf Jahren durch eine kontinuierliche Anpassung und Weiterentwicklung der vegetationstechnischen Anlagen bestimmt – Oktober 2019

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Vereinigung von Natur und Technologie für eine lebendige Architektur.

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Die Zahl der Fluginsekten ist in Deutschland seit 1989 um mindestens 75 Prozent zurückgegangen.

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Feinstaub

Die Feinstaubpartikel können natürlichen oder künstlichen Ursprungs sein, beispielsweise Spuren von Verbrennungen bei Waldbränden und Vulkanausbrüchen oder aus Heizkraftwerken und Öfen.

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Historisches zur Gebäudebegrünung

Illustration der Hängenden Gärten von Babylon

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Die Begrünung von Dächern und Fassaden ist seit jeher in nahezu allen Klima- und Kulturregionen anzutreffen.

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Klimatologie

Im April 2003 wurden vom Atmospheric Infrared Sounder (AIRS) der NASA Klimawerte, u.a. Durchschnittstemperaturen, erfasst und in eine globale 3D-Karte mit vielen atmosphärischen Parametern umgerechnet.

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Die interdisziplinäre Wissenschaft untersucht das Zusammenwirken von Atmosphäre, Land und Ozeanen hinsichtlich Temperatur, Niederschlag, Wind, Luftdruck und Strahlung.

Kulturlandschaften

Die Kulturlandschaft steht in einem komplementären Spannungsverhältnis zur Naturlandschaft.

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Plantage

Perspektivische Übersicht über eine Kaffee-Plantage auf Suriname zwischen 1700 und 1800, anonymer Künstler

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Forst- bzw. landwirtschaftliche Großpflanzung zur profitorientierten Nutzung von Rohstoffen wie Holz und Bambus sowie Baumwolle, Kaffee, Tee, Kakao, Zucker, Palmöl und ähnlichem.

Grüne Architektur – für alle!

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