Forschungsprojekt für recycelte Baustoffe

Gewinnung von Primärrohstoffen aus Bauabfällen

50 Prozent aller in der EU verfügbaren Primärrohstoffe fließen in den Bausektor, was ihn dort zum ressourcenintensivsten Industriesektor macht. Gleichzeitig stammen aus diesem Bereich ein Drittel aller in der EU anfallenden Abfälle, doch gerade einmal vier Prozent davon werden durch Recycling zu neuen Baustoffen verarbeitet. Die Zahlen verdeutlichen ein Missverhältnis, dass sich in hohen Kosten und einer enormen Umweltbelastung niederschlägt. Dieses Missverhältnis zu beseitigen und damit die Grundlage für eine nachhaltige europäische Bauwirtschaft zu legen, ist erklärtes Ziel des nordwesteuropäischen Forschungsprojekts SeRaMCo (Secondary Raw Material for Concrete Precast Products). Erreicht werden soll dieses Ziel, indem Bauabfälle, die bislang lediglich als Füllmaterial zum Einsatz kommen, wieder zu Ausgangsstoffen wie Sand oder Kies verarbeitet werden, um daraus hochwertige neue Betonfertigteile zu produzieren.

Gallerie

95 Prozent des Bauschutts aus Abriss und Abfall wird derzeit lediglich als Verfüllmaterial, etwa im Straßenbau, verwendet. Nur ein Bruchteil gelangt nach der Aufbereitung in den Wertstoffkreislauf der Betonindustrie zurück. Die Lücke im Kreislauf will das Forschungsprojekt mithilfe einer speziell im Projekt entwickelten hochwertigen Materialaufbereitung von Abbruchmaterial schließen, mit der Sand und Gesteinskörnung in der Qualität von Primärrohstoff erreicht wird. Durch die Zementherstellung aus rezyklierten Sanden und die Betonherstellung mit rezyklierten Gesteinskörnungen gehen die Rohstoffe nicht verloren, sondern kommen theoretisch wieder und wieder in Bauten zum Einsatz.

An zwei bereits abgeschlossenen Pilotobjekten konnte bereits die hohe Qualität des rezyklierten Betons unter Beweis gestellt werden: An einem Autobahnrastplatz in der Nähe des französischen Thionville haben die Projektpartner in interdisziplinärer Zusammenarbeit im September 2020 eine Wand aus L-förmigen Fertigteilen fertiggestellt, die zu 100 Prozent aus Recyclingbeton besteht. Das zweite Bauwerk ist ein Beton-Pavillon mit einer Fläche von knapp fünf mal sieben Metern im Pirmasenser Stadtteil Husterhöhe. Er wurde aus Fertigteilen errichtet, die recycelte Baumaterialien enthalten. Ein Parkour-Park im belgischen Seraing befindet sich in Planung.

An dem Forschungsprojekt war neben elf Industrie- und Forschungspartnern aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Luxemburg und den Niederlanden die TU Kaiserslautern als Lead Partner beteiligt. Die EU hat das Vorhaben im Rahmen ihres transnationalen Förderprogramms Interreg Nordwesteuropa mit 4,3 Millionen Euro gefördert. Weitere Informationen zu dem Projekt sind auf der Webseite von SeRaMCo verfügbar (siehe Surftipps).

Technische Universität Kaiserslautern, Fachgebiet Massivbau (Lead Partner Forschung)

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