DGNB: Deutsches Nachhaltigkeitszertifikat

Auszeichnung für Nachhaltiges Bauen

Seit Januar 2009 gibt es in Deutschland die Auszeichnung für die Nachhaltigkeit von Bauwerken. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt des damaligen Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (heute: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit) und der 2007 gegründeten Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB).

Der Anspruch Deutschlands bei der Entwicklung eines eigenen Zertifikats war es, die Lücken bestehender Systeme zu schließen und weitere Qualitätskriterien einzuführen, die auch deutsche Normen und Regelungen berücksichtigen. Das System baut auf dem Lebenszyklusgedanken auf und bezieht, anders als die meisten eingeführten Bewertungsmethoden, neben den ökologischen Aspekten auch ökonomische und soziokulturelle Themen ein – also alle drei Säulen der Nachhaltigkeit. Außerdem berücksichtigt das Zertifikat regionale Besonderheiten und Baustoffe. Bereits um die unterste Zertifizierungsstufe zu erreichen, müssen Gebäude deutlich mehr als die gesetzlichen Standards erfüllen.

Beurteilungskategorien:

  • Ökologie
  • Ökonomie
  • Soziale und funktionale Aspekte
  • Technik
  • Prozesse
  • Standort

Die sechs Kriterien setzten sich, z. B. im Bereich Büro und Verwaltung, aus insgesamt 49 Indikatoren zusammen, so genannten Steckbriefen. Während die ersten fünf Themenfelder gleichwertig behandelt werden, kommt dem Standortfaktor eine Sonderstellung zu.

Anwendungsbereich: Das Zertifikat ist für Hochbauten jeder Art ausgelegt, vom Bürohochhaus über Einfamilienhäuser bis hin zu Infrastrukturbauten wie Tunnel und Brücken.

Bewertung:
Platin, Gold, Silber und Bronze.

Die Leistungsfähigkeit eines Gebäudes wird in jeder Kategorie einzeln bewertet, Schwächen in einem Segment können nicht durch besondere Stärken in einem anderen Segment kompensiert werden. Um an das Zertifikat zu kommen, muss in jedem Teilbereich eine gute Note erreicht werden.

Wie läuft die Zertifizierung ab?
Bauherren legen bereits im Vorfeld mit den Zertifizierungsstellen fest, welche Qualitätsstufe sie erreichen wollen. Zunächst muss ein Planer beauftragt werden, der aufgrund einer Zusatzausbildung zur Zertifizierung qualifiziert wurde. Diese Ausbildung soll an Hochschulen, Kammern oder anderen Bildungseinrichtungen angeboten werden. Gleichzeitig mit der Anmeldung des Zertifikats müssen die Planer die Ziele für das geplante Objekt  in einem Pflichtenheft einreichen. Werden alle Kriterien erfüllt, erhält der Bauherr ein Vorzertifikat – als Werbemöglichkeit für sein Gebäude. Während der Bauphase erfolgt eine kontinuierliche Beobachtung. Abweichungen werden festgehalten und müssen nachgebessert werden, falls sie die angestrebte Zertifikatsstufe beeinträchtigen. Wird bei der endgültigen Prüfung durch die DGNB festgestellt, dass das gesamte Verfahren ordnungsgemäß stattgefunden hat, wird neben einer Plakette auch das Zertifikat vergeben.

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