Pavillon Jardins in Paris

Markantes Holzskelett und viel Glas

Der Parc de la Villette im Nordosten von Paris, entworfen vom Architekten Bernard Tschumi, basiert auf einem klaren, fast abstrakten Ordnungssystem aus Linien, Punkten und Flächen. Es verbindet Architektur, Städtebau und Landschaft. In dieses Konzept fügt sich auch der Pavillon Jardins ein, ein zweigeschossiger Holzhybridbau nach Plänen des Pariser Architekturbüros Atelier du Pont. Er umfasst circa 3.000 Quadratmeter und bietet rund 155 Arbeitsplätze für die Beschäftigten der Parkverwaltung. 

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Der kompakte, pavillonartige Baukörper folgt dem ursprünglichen Masterplan und fügt sich harmonisch in die Landschaft ein. Er bündelt die zuvor auf mehrere, veraltete Standorte verteilten Funktionen der Verwaltung – so ließen sich interne Abläufe und Arbeitsbedingungen verbessern. Als ein weiterer positiver Effekt konnten durch Entsiegelung rund 5.000 Quadratmeter zusätzliche Grünfläche für den Park gewonnen werden.       

Holztragwerk im Raster und reichlich Glas

Das rund 3.000 Quadratmeter große Gebäude liegt abseits der Hauptwege in einem bewaldeten Areal. So ließ sich eine ruhige Arbeitsumgebung schaffen. Die Architektur ist bestimmt durch das Raster der Holzstützen und -träger, welche die Fassade gliedern und das Tragwerk sichtbar machen. Große Glasflächen zwischen den Holzelementen verleihen dem Bauwerk Transparenz und stärken den Außenbezug. In den Fassaden spiegelt sich die umgebende Vegetation. 

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Eine reduzierte Materialwahl und Holz als dominierender Baustoff bewirken eine warme, natürliche Ausstrahlung und gute Einbindung in die Umgebung. Das Gebäude erscheint leicht und nicht massiv. Ein schmaler Wassergraben und einfache Brückenzugänge definieren eine dezente Grenze zum Park, ohne den Bau abzuschotten.

Atrium als Verteiler und flexible Arbeitsplätze

Um die funktionalen Abläufe zu erleichtern, ist der Pavillon klar und offen organisiert. Ein großzügiges Atrium ist Verteiler und Kommunikationsraum – von hier aus werden alle Bereiche erschlossen. Flure gibt es kaum. Die Arbeitszonen gehen fließend ineinander über, um Austausch und Zusammenarbeit zu fördern. Die vertikale Erschließung erfolgt über eine zentrale Treppenlandschaft mit integrierten Sitzstufen. Sie verbindet die Etagen und bietet die Möglichkeit, eine Pause einzulegen und sich zu besprechen. 

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Während im Erdgeschoss gemeinschaftliche Funktionen wie Empfang, Besprechungsräume und kommunikative Bereiche angeordnet sind, befinden sich oben die ruhigeren Arbeitsbereiche. Die Grundrisse sind flexibel organisiert, Spannweiten mit wenigen Stützen ermöglichen eine variable Nutzung. Ein maßgeschneidertes und vielfältig nutzbares Mobiliar ergänzt das Konzept, dient für Besprechungen, als Druckerstation oder Kaffeebar. Dazu passen Sitznischen und mobile Arbeitsplätze. 

Skelettkonstruktion und Holz-Beton-Verbunddecken

Das primäre Tragwerk ist eine Holzskelettkonstruktion aus Stützen und Leimholzträgern, deren Ordnung auf einem Raster basiert. Damit entstehen offene, stützenarme Räume. Die Holzträger ragen über die Gebäudehülle hinaus. Die Spannweiten betragen bis zu zwölf Meter. Die Decken sind Holz-Beton-Verbundsysteme, welche die Vorteile beider Materialien hinsichtlich Tragfähigkeit, Schallschutz und Speichermasse kombinieren. Im Atrium ist das Tragwerk in besonderer Weise erlebbar: Die Holzträger fügen sich zu einer offen und leicht wirkenden Konstruktion. Durch Photovoltaikmodule, welche in die verglasten Dachbereiche integriert sind, gelangt Tageslicht gefiltert in den Raum. 

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In die Parklandschaft eingebunden

Die massiven Holzstützen sind aus mehreren Elementen zusammengesetzt, um das Material effizient anzuwenden und zugleich eine hohe Tragfähigkeit zu erreichen. Die tragenden Bauteile bleiben weitgehend sichtbar und prägen die Architektur maßgeblich – die Konstruktion übernimmt statische und gestalterische Funktion. Verwendet wurde unter anderem Douglasienholz aus dem französischen Zentralmassiv. So ließ sich der Einsatz regionaler, nachwachsender Rohstoffe fördern und die ökologische Bilanz verbessern.

Der Pavillon bleibt unterhalb der Baumkronen und wird durch ein begrüntes Dach zusätzlich in den Park integriert. Große Verglasungen und die durch die Holzstruktur gefilterte Lichtführung bewirken eine helle, natürliche Atmosphäre, die an einen lichten Wald erinnern soll.

Bautafel

Architektur: Atelier du Pont, Paris
Projektbeteiligte: EVP ingénierie, Paris (Tragwerksplanung / Holzhybridbauplanung); Delta fluides, Paris (TGA-Planung); Oppic, Paris (Projektsteuerung); VP & Green, Paris (Fassadenplanung); Atelier d’écologie urbaine, Paris (Landschaftsplanung); Plan 02, Paris (Nachhaltigkeitskonzept); Ginger Deleo, Paris (Rückbautechnik)
Bauherr/in: Etablissement Public du Parc et de la Grande Halle de la Villette
Fertigstellung: 2024
Standort: 11 Rue Edgar Varèse, 75019 Paris, Frankreich
Bildnachweis: Charly Broyez, Paris; Fred Delangle, Paris; Vincent Leroux, Paris

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