Arten von Flachdächern

Flachdächer lassen sich vielseitig nutzen, sei es als erweiterte Wohnfläche oder Dachterrasse, als Standort für Gebäudetechnik (z. B. Klimageräte), zur Energieerzeugung, als Parkdeck oder sogar als Sportanlage. Eine zunehmende Beliebtheit erfährt das Urban Farming in Großstädten. Hier werden Dachflächen zum Anbau für Obst und Gemüse genutzt. Trotz der sehr unterschiedlichen Funktionen, die Flachdächer bieten können, werden sie in lediglich drei Nutzungsarten unterschieden.

Gallerie

Nicht genutzte Dächer
Nicht genutzte Dachflächen sind nicht für den dauerhaften Aufenthalt von Personen, die Nutzung durch Fahrzeuge oder eine intensive Begrünung vorgesehen. Betreten werden diese Flächen in der Regel nur zu Wartungs-, Instandhaltungs- und Pflegezwecken. In der DIN 18531 Dachabdichtungen - Abdichtungen für nicht genutzte Dächer sind zwei verschiedene Kategorien festgelegt:

  • K1 umfasst die Mindestanforderungen an die Dachabdichtung,
  • K2 für Abdichtungen mit erhöhten Anforderungen, wie z.B. höherwertige Gebäudenutzung oder Hochhäuser und eine Mindestdachneigung der Abdichtungsebene von 2%, im Kehlenbereich 1%. K2 stellt erhöhte Anforderungen an die zu verwendenden Baustoffe und den Systemaufbau. Die Mindestdicke bei Trapezblechdächern beträgt 1 mm, und die Durchbiegung muss kleiner l/500 sein. Gegen Wasserunterläufigkeit müssen Maßnahmen ergriffen werden.

Genutzte Flachdächer
Genutzte Dachflächen dienen planmäßig dem Aufenthalt von Personen, der Nutzung mit Fahrzeugen oder sind für eine intensive Begrünung vorgesehen. Im Sinne der technischen Regelwerke gelten folgende Dächer als genutzt:

  • Terrassen und Balkone
  • Parkdecks und Hofkellerdecken
  • intensiv begrünte Dachflächen
  • befahrbare Verkehrsflächen
Flache Dächer, die begangen oder befahren werden, müssen zum einen über eine gut funktionierende Entwässerung verfügen, zum anderen über einen verkehrssicheren und rutschfesten Belag. Dieser kann z.B. aus Kies, Natur- oder Naturwerksteinplatten, frostsicheren keramischen Platten, Holzdielen oder Betonplatten bestehen. Die Beläge werden entweder im Mörtelbett, auf Stelzlagern oder im Split-/Kiesbett verlegt. Wichtig ist der Einsatz eines druckbelastbaren Dämmstoffes und die Trennung (mittels Trennlage) von Abdichtung und Dämmung.

Bei begeh- und befahrbaren Dächern werden zwei Arten unterschieden: Flachdächer über genutzten (und mit Wärmedämmung versehenen) Räumen und Flachdächer über nicht gedämmten Räumen wie z. B. bei Parkhäusern. Bei den letztgenannten dient das Flachdach und dessen Abdichtung dem Schutz der darunterliegenden tragenden Konstruktion, vor allem gegenüber Nässe. Deshalb sollte das Mindestgefälle bei 2% liegen. Damit die Abdichtungen nicht durch den Fahrbahnbelag beschädigt werden, müssen mehrlagige Trennschichten auf der Abdichtung angeordnet werden. Bei Dächern über genutzten Räumen muss die Wärmedämmung druckfest sein.

Befahrbare Dächer können auch als Umkehrdach ausgeführt werden, sofern keine großen Lasten z.B. durch sehr schwere Fahrzeuge zu erwarten sind. Diese würden zu Schäden an den ohnehin hoch beanspruchten Dachabdichtungen führen, die beim Umkehrdach unterhalb der Dämmung liegen. Zum Schutz von Abdichtungen und Wärmedämmung sollten Druckverteilungsplatten eingesetzt werden, die entweder unterhalb des obereren Belags angeordnet oder als dieser ausgeführt sein können. Geeignet sind z.B. Pflastersteine, Verbundpflaster oder Betonplatten.

Begrünte Flachdächer

Begrünte Dachflächen dienen der Verbesserung des Klimas oder als Ersatz für eine bebaute Fläche. Außerdem können sie als Garten genutzt werden. Gründächer sind teilweise oder vollständig mit Vegetation bedeckt. Grundsätzlich ist bei begrünten Dächern die Tragfähigkeit der Unterkonstruktion zu prüfen, inklusive gegebenenfalls auftretenden Verkehrslasten und größerer Einzellasten von Gehölzen und Bauelementen, sowie die Menge von möglichem Anstauwasser. Wichtig sind zudem eine ausreichende Druckfestigkeit der Dämmung sowie die Berücksichtigung des Wasserdampfdiffusionsverhaltens des gesamten Dachaufbaus.

Der Schichtenaufbau besteht meist aus: Vegetationsschicht, Filterschicht, Entwässerungs-/Dränageschicht, Durchwurzelungsschutz, Schutzschicht, Abdichtung und Wärmedämmung (von oben nach unten). Man unterscheidet: Extensivbegrünung
Extensivbegrünungen sind naturnah angelegte Vegetationsformen mit niedriger Wuchsform. Die zumeist geschlossene Vegetationsschicht besteht aus Pflanzen, die sich weitgehend selbst erhalten und weiterentwickeln. Die Höhe des Schichtaufbaus beträgt 6 bis 15 cm bei einem Gewicht von max. 1,5 kN/m². Die Wartung extensiv begrünter Dachflächen beschränkt sich auf ein bis zwei Kontrollgänge im Jahr, deshalb gehört diese Art zu den nicht genutzten Flachdächern.

Einfache Intensivbegrünung

Bei einfachen Intensivbegrünungen werden in der Regel bodendeckende Begrünungen mit Stauden, Gräsern und kleinen Gehölzen verwendet. Diese Wuchsform bedarf eines geringen Pflegeaufwands, bei dem die Pflanzen je nach Witterung auch bewässert werden müssen. Die Höhe des Schichtaufbaus beträgt etwa 15 bis 20 cm bei einem Gewicht von 1,5  bis 3,0 kN/m².

Intensivbegrünung

Intensivbegrünungen umfassen Pflanzungen aus Stauden, Gehölzen, Bäumen und ggf. Rasenflächen. Die Möglichkeiten in der Gestaltungsvielfalt entsprechen weitestgehend derer der bodengebundenen Freiräume. Eine Kombination mit Sitz- und Gehbereichen, aber auch Wasserbecken sind möglich. Oft anzutreffen ist diese Art der Begrünung auch bei Tiefgaragendecken, bei denen z.B. Fahrbeläge und Spielbereiche hinzukommen. Die verwendeten Pflanzen haben einen hohen Pflegeaufwand und müssen regelmäßig bewässert und gedüngt werden. Die Aufbauhöhe beträgt 25 bis 100 cm bei einem Gewicht von 3 bis 12 kN/m².

Ausführliche Informationen dazu finden Sie im Kapitel Gründächer (s.a. Fachwissen zum Thema).

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Anforderungen an genutzte Dachflächenneu

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Trotz der vielfältigen Funktionen, die Flachdächer bieten können, werden sie in lediglich drei Nutzungsarten unterschieden.

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