Re-Use-Transformation einer Nervenheilanstalt in ein Museum
Um die vorletzte Jahrhundertwende wurden in ganz Europa sehr
viele Krankenhäuser gebaut. Zu dieser Entwicklung trugen eine Phase
wirtschaftlichen Aufschwungs durch die Industrialisierung und die
steigende Urbanisierung einhergehend mit Bevölkerungswachstum bei.
Daraus resultierten soziopolitische Entwicklungen wie
beispielsweise die Einführung von Krankenversicherungen und
wissenschaftliche Ansätze für eine medizinische Versorgung der
Bevölkerung.
Galerie
In Middelfart, einer Kleinstadt auf der dänischen Insel Fünen, errichtete 1888 der damals hochangesehene Architekt Vilhelm Valdemar Pedersen (1830-1913) als Teil eines größeren Krankenhaus-Ensembles eine Nervenheilanstalt.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
01|29
Die Architektur: Ein Pastiche eines italienischen Renaissance-Palastes mit nordisch-klassizistischen Akzenten und typisch dänischen beige-gelben Backsteinen.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
02|29
Das Middelfart Sindssygehospital (wortwörtlich Irrenanstalt) war eine Nervenheilanstalt ausschließlich für Frauen und beherbergte zeitweise bis zu 1200 Patientinnen.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
03|29
Das Erdgeschoss, im Sinne eines italienischen Palastes ein Piano nobile, beinhaltet die ursprünglichen Krankenzimmer, die entlang eines breiten Korridors aufgefädelt sind.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
04|29
Gemäß des Prinzip einer White Box entstand im Obergeschoss eine zeitgenössisch flexible Ausstellungsfläche mit neutral weißen Oberflächen an Wänden und Türen.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
05|29
Die umfangreiche Sammlung zeigt psychiatrische Exponate parallel zu Wechselausstellungen, die die Geschichte der Psychiatrie, geistiger Gesundheit und Wellness thematisieren.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
06|29
Das Museum möchte mit den Tabus, Verschwiegenheit und dem Verstecken der sogenannten „Irren" brechen.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
07|29
Das Architekturteam bezeichnet die räumliche Analyse des Bestands deshalb als eine Erfassung der Gebäude-DNA als grundlegende architektonische Qualität.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
08|29
Das Museum teilt Berichte von Patientinnen und ihren Angehörigen.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
09|29
So werden nicht nur die verschiedenen Formen von psychischen Erkrankungen,...
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
10|29
...sondern auch die vor der Öffentlichkeit verborgenen und tabuisierten Schicksale der Patientinnen sichtbar und nachvollziehbar.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
11|29
Gezeigt werden im Krankenhaus entstandene Zeichnungen und Gemälde neben historischen Fotografien.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
12|29
Detail der massiven Eichen-Sockel
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
13|29
Zur besseren Einbeziehung von Souterrain und Obergeschoss in den Besucherleitweg wurde eine Treppe neu hinzugefügt.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
14|29
Das Obergeschoss wurde völlig anders gestaltet.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
15|29
Charakteristisch ist die hierarchische Unterscheidung in die Bereiche für die Patientinnen und die Räume für Ärzte und Personal.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
16|29
Neu hinzugefügte quadratische Fensteröffnungen mit breiten Sitzlaibungen...
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
17|29
...verknüpfen visuell die Korridore mit dem Eingangsbereich.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
18|29
Ein Café nimmt das historische und italienisch anmutende Farbkonzept mit Gelb-, Ocker- und Orangetönen auf.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
19|29
„Der Bestand enthielt bereits einen starken narrativen Rahmen. Wir begriffen sehr früh im Entwurfsprozess, dass die stärkste architektonische Geste darin bestehen würde, das bereits Vorhandene freizulegen und aufzuzeigen, anstatt es zu ersetzen."
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
20|29
Das Mobiliar aus hellen Hölzern verstärkt die warme und einladende Atmosphäre.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
21|29
Zwischen den Türen bilden türhohe beige-gelbe Farbfelder eine Art gemalte Täfelung, möglicherweise das Zitat einer Spalliera.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
22|29
Entwurfsskizze
Bild: Skizzen C.F. Møller Architects
23|29
Entwurfsskizze
Bild: Skizzen C.F. Møller Architects
24|29
Entwurfsskizze
Bild: Skizzen C.F. Møller Architects
25|29
Grundriss Souterrain
Bild: C.F. Møller Architects
26|29
Grundriss Erdgeschoss
Bild: C.F. Møller Architects
27|29
Grundriss Obergeschoss
Bild: C.F. Møller Architects
28|29
Schnitt
Bild: C.F. Møller Architects
29|29
Im Gegensatz zu den bis dahin üblichen Armenhäusern, in denen
die meisten kranken Menschen ohne Heilungsmöglichkeiten bis zum Tod
vor sich hinvegetierten, und den medizinischen Zweckbauten aus der
zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hatten diese Krankenhäuser ein
völlig anderes Konzept. Repräsentative Fassaden
zitierten gemäß der damaligen Vorliebe für den Historismus
Architekturelemente der Gotik, der Renaissance, des Klassizismus
oder mischten diese als eklektizistische Collage. Die Krankenhäuser
ähneln deshalb den zeitgleich ebenfalls gebauten Rathäusern,
Schulen, Gerichten und Postämtern. Mit stabilen Konstruktionen,
hohen Decken und weiten Räumen für Korridore und Treppen eignen
sich diese Bauten heute sehr gut für Re-Use-Transformationen zu
Hotels mit Design-Anspruch, gehobenen Eigentumswohnungen,
Co-Working-Spaces und Museen, wie der Umbau zum MIND
Museum von C.F. Møller Architects zeigt.
Pastiche
In Middelfart, einer Kleinstadt auf der dänischen Insel Fünen,
errichtete 1888 der damals hochangesehene Architekt Vilhelm
Valdemar Pedersen (1830-1913) als Teil eines größeren
Krankenhaus-Ensembles eine Nervenheilanstalt. Pedersen, königlicher
Bauinspektor, Professor an der Royal Danish Academy of Fine Arts in
Kopenhagen und vom dänischen König sogar zum Mitglied eines
altehrwürdigen Ritterordens ernannt, entwarf ein Pastiche eines
italienischen Renaissance-Palastes mit nordisch-klassizistischen
Akzenten und typisch dänischen beige-gelben Backsteinen.
Galerie
In Middelfart, einer Kleinstadt auf der dänischen Insel Fünen, errichtete 1888 der damals hochangesehene Architekt Vilhelm Valdemar Pedersen (1830-1913) als Teil eines größeren Krankenhaus-Ensembles eine Nervenheilanstalt.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
01|29
Die Architektur: Ein Pastiche eines italienischen Renaissance-Palastes mit nordisch-klassizistischen Akzenten und typisch dänischen beige-gelben Backsteinen.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
02|29
Das Middelfart Sindssygehospital (wortwörtlich Irrenanstalt) war eine Nervenheilanstalt ausschließlich für Frauen und beherbergte zeitweise bis zu 1200 Patientinnen.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
03|29
Das Erdgeschoss, im Sinne eines italienischen Palastes ein Piano nobile, beinhaltet die ursprünglichen Krankenzimmer, die entlang eines breiten Korridors aufgefädelt sind.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
04|29
Gemäß des Prinzip einer White Box entstand im Obergeschoss eine zeitgenössisch flexible Ausstellungsfläche mit neutral weißen Oberflächen an Wänden und Türen.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
05|29
Die umfangreiche Sammlung zeigt psychiatrische Exponate parallel zu Wechselausstellungen, die die Geschichte der Psychiatrie, geistiger Gesundheit und Wellness thematisieren.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
06|29
Das Museum möchte mit den Tabus, Verschwiegenheit und dem Verstecken der sogenannten „Irren" brechen.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
07|29
Das Architekturteam bezeichnet die räumliche Analyse des Bestands deshalb als eine Erfassung der Gebäude-DNA als grundlegende architektonische Qualität.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
08|29
Das Museum teilt Berichte von Patientinnen und ihren Angehörigen.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
09|29
So werden nicht nur die verschiedenen Formen von psychischen Erkrankungen,...
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
10|29
...sondern auch die vor der Öffentlichkeit verborgenen und tabuisierten Schicksale der Patientinnen sichtbar und nachvollziehbar.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
11|29
Gezeigt werden im Krankenhaus entstandene Zeichnungen und Gemälde neben historischen Fotografien.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
12|29
Detail der massiven Eichen-Sockel
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
13|29
Zur besseren Einbeziehung von Souterrain und Obergeschoss in den Besucherleitweg wurde eine Treppe neu hinzugefügt.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
14|29
Das Obergeschoss wurde völlig anders gestaltet.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
15|29
Charakteristisch ist die hierarchische Unterscheidung in die Bereiche für die Patientinnen und die Räume für Ärzte und Personal.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
16|29
Neu hinzugefügte quadratische Fensteröffnungen mit breiten Sitzlaibungen...
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
17|29
...verknüpfen visuell die Korridore mit dem Eingangsbereich.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
18|29
Ein Café nimmt das historische und italienisch anmutende Farbkonzept mit Gelb-, Ocker- und Orangetönen auf.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
19|29
„Der Bestand enthielt bereits einen starken narrativen Rahmen. Wir begriffen sehr früh im Entwurfsprozess, dass die stärkste architektonische Geste darin bestehen würde, das bereits Vorhandene freizulegen und aufzuzeigen, anstatt es zu ersetzen."
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
20|29
Das Mobiliar aus hellen Hölzern verstärkt die warme und einladende Atmosphäre.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
21|29
Zwischen den Türen bilden türhohe beige-gelbe Farbfelder eine Art gemalte Täfelung, möglicherweise das Zitat einer Spalliera.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
22|29
Entwurfsskizze
Bild: Skizzen C.F. Møller Architects
23|29
Entwurfsskizze
Bild: Skizzen C.F. Møller Architects
24|29
Entwurfsskizze
Bild: Skizzen C.F. Møller Architects
25|29
Grundriss Souterrain
Bild: C.F. Møller Architects
26|29
Grundriss Erdgeschoss
Bild: C.F. Møller Architects
27|29
Grundriss Obergeschoss
Bild: C.F. Møller Architects
28|29
Schnitt
Bild: C.F. Møller Architects
29|29
Organisation und Transformation
Das Middelfart Sindssygehospital, so der ursprüngliche
Name, wortwörtlich Irrenanstalt, war eine Nervenheilanstalt
ausschließlich für Frauen und beherbergte zeitweise bis zu 1200
Patientinnen. Erst 1999 wurde die psychiatrische Klinik aufgrund
von Modernisierungen und Umstrukturierungen geschlossen.
Charakteristisch sind die strenge Symmetrie einhergehend mit einer
extrem klaren Organisation von Nutz- und Erschließungsflächen sowie
die hierarchische Unterscheidung in die Bereiche für die
Patientinnen und die Räume für Ärzte und Personal. Große vier- bis
sechsflügelige Fenster dienen der Versorgung mit natürlichem Licht
und frischer Luft gemäß des damals zunehmend wichtiger werdenden
Mottos „Luft, Licht und Sonne“.
Das Gebäude wurde in den 1970er Jahren teilweise überformt und
seit 1993 bis 2007 schrittweise unter Denkmalschutz gestellt. Die Verwaltung des
Krankenhaus-Ensembles, die Stadtverwaltung von Middelfart und
mehrere Initiativen entschieden gemeinsam, das Gebäude zu einem
Museum für Psychiatrie und geistige Gesundheit zu transformieren.
Das Museum wurde MIND Museum getauft, eine Anspielung auf
den menschlichen Geist. Es bildet gleichzeitig ein Akronym aus
Museum, Information, Netzwerk (dänisch: Netværk) und Dialog.
Galerie
In Middelfart, einer Kleinstadt auf der dänischen Insel Fünen, errichtete 1888 der damals hochangesehene Architekt Vilhelm Valdemar Pedersen (1830-1913) als Teil eines größeren Krankenhaus-Ensembles eine Nervenheilanstalt.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
01|29
Die Architektur: Ein Pastiche eines italienischen Renaissance-Palastes mit nordisch-klassizistischen Akzenten und typisch dänischen beige-gelben Backsteinen.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
02|29
Das Middelfart Sindssygehospital (wortwörtlich Irrenanstalt) war eine Nervenheilanstalt ausschließlich für Frauen und beherbergte zeitweise bis zu 1200 Patientinnen.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
03|29
Das Erdgeschoss, im Sinne eines italienischen Palastes ein Piano nobile, beinhaltet die ursprünglichen Krankenzimmer, die entlang eines breiten Korridors aufgefädelt sind.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
04|29
Gemäß des Prinzip einer White Box entstand im Obergeschoss eine zeitgenössisch flexible Ausstellungsfläche mit neutral weißen Oberflächen an Wänden und Türen.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
05|29
Die umfangreiche Sammlung zeigt psychiatrische Exponate parallel zu Wechselausstellungen, die die Geschichte der Psychiatrie, geistiger Gesundheit und Wellness thematisieren.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
06|29
Das Museum möchte mit den Tabus, Verschwiegenheit und dem Verstecken der sogenannten „Irren" brechen.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
07|29
Das Architekturteam bezeichnet die räumliche Analyse des Bestands deshalb als eine Erfassung der Gebäude-DNA als grundlegende architektonische Qualität.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
08|29
Das Museum teilt Berichte von Patientinnen und ihren Angehörigen.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
09|29
So werden nicht nur die verschiedenen Formen von psychischen Erkrankungen,...
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
10|29
...sondern auch die vor der Öffentlichkeit verborgenen und tabuisierten Schicksale der Patientinnen sichtbar und nachvollziehbar.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
11|29
Gezeigt werden im Krankenhaus entstandene Zeichnungen und Gemälde neben historischen Fotografien.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
12|29
Detail der massiven Eichen-Sockel
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
13|29
Zur besseren Einbeziehung von Souterrain und Obergeschoss in den Besucherleitweg wurde eine Treppe neu hinzugefügt.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
14|29
Das Obergeschoss wurde völlig anders gestaltet.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
15|29
Charakteristisch ist die hierarchische Unterscheidung in die Bereiche für die Patientinnen und die Räume für Ärzte und Personal.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
16|29
Neu hinzugefügte quadratische Fensteröffnungen mit breiten Sitzlaibungen...
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
17|29
...verknüpfen visuell die Korridore mit dem Eingangsbereich.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
18|29
Ein Café nimmt das historische und italienisch anmutende Farbkonzept mit Gelb-, Ocker- und Orangetönen auf.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
19|29
„Der Bestand enthielt bereits einen starken narrativen Rahmen. Wir begriffen sehr früh im Entwurfsprozess, dass die stärkste architektonische Geste darin bestehen würde, das bereits Vorhandene freizulegen und aufzuzeigen, anstatt es zu ersetzen."
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
20|29
Das Mobiliar aus hellen Hölzern verstärkt die warme und einladende Atmosphäre.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
21|29
Zwischen den Türen bilden türhohe beige-gelbe Farbfelder eine Art gemalte Täfelung, möglicherweise das Zitat einer Spalliera.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
22|29
Entwurfsskizze
Bild: Skizzen C.F. Møller Architects
23|29
Entwurfsskizze
Bild: Skizzen C.F. Møller Architects
24|29
Entwurfsskizze
Bild: Skizzen C.F. Møller Architects
25|29
Grundriss Souterrain
Bild: C.F. Møller Architects
26|29
Grundriss Erdgeschoss
Bild: C.F. Møller Architects
27|29
Grundriss Obergeschoss
Bild: C.F. Møller Architects
28|29
Schnitt
Bild: C.F. Møller Architects
29|29
Rune Bjerno Nielsen, Partner im Büro C.F. Møller Architects und
einer der verantwortlichen Architekten für die Transformation,
erläutert: „Der Bestand enthielt bereits einen starken
narrativen Rahmen. Wir begriffen sehr früh im Entwurfsprozess, dass
die stärkste architektonische Geste darin bestehen würde, das
bereits Vorhandene freizulegen und aufzuzeigen, anstatt es zu
ersetzen. (...) Viele Museen erzählen Geschichten über Orte.
Im MIND Museum ist der Ort selbst Teil der Geschichte. Das Gebäude
zeugt physisch vom Wandel der Einstellungen zu psychischer
Gesundheit, Behandlung und Gesellschaft. Unser Ziel war es, diese
Spuren sichtbar und verständlich zu machen und zugleich ein Museum
zu schaffen, das auch heute relevant und funktional ist.“
(Übersetzung SJ)
Galerie
In Middelfart, einer Kleinstadt auf der dänischen Insel Fünen, errichtete 1888 der damals hochangesehene Architekt Vilhelm Valdemar Pedersen (1830-1913) als Teil eines größeren Krankenhaus-Ensembles eine Nervenheilanstalt.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
01|29
Die Architektur: Ein Pastiche eines italienischen Renaissance-Palastes mit nordisch-klassizistischen Akzenten und typisch dänischen beige-gelben Backsteinen.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
02|29
Das Middelfart Sindssygehospital (wortwörtlich Irrenanstalt) war eine Nervenheilanstalt ausschließlich für Frauen und beherbergte zeitweise bis zu 1200 Patientinnen.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
03|29
Das Erdgeschoss, im Sinne eines italienischen Palastes ein Piano nobile, beinhaltet die ursprünglichen Krankenzimmer, die entlang eines breiten Korridors aufgefädelt sind.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
04|29
Gemäß des Prinzip einer White Box entstand im Obergeschoss eine zeitgenössisch flexible Ausstellungsfläche mit neutral weißen Oberflächen an Wänden und Türen.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
05|29
Die umfangreiche Sammlung zeigt psychiatrische Exponate parallel zu Wechselausstellungen, die die Geschichte der Psychiatrie, geistiger Gesundheit und Wellness thematisieren.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
06|29
Das Museum möchte mit den Tabus, Verschwiegenheit und dem Verstecken der sogenannten „Irren" brechen.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
07|29
Das Architekturteam bezeichnet die räumliche Analyse des Bestands deshalb als eine Erfassung der Gebäude-DNA als grundlegende architektonische Qualität.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
08|29
Das Museum teilt Berichte von Patientinnen und ihren Angehörigen.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
09|29
So werden nicht nur die verschiedenen Formen von psychischen Erkrankungen,...
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
10|29
...sondern auch die vor der Öffentlichkeit verborgenen und tabuisierten Schicksale der Patientinnen sichtbar und nachvollziehbar.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
11|29
Gezeigt werden im Krankenhaus entstandene Zeichnungen und Gemälde neben historischen Fotografien.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
12|29
Detail der massiven Eichen-Sockel
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
13|29
Zur besseren Einbeziehung von Souterrain und Obergeschoss in den Besucherleitweg wurde eine Treppe neu hinzugefügt.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
14|29
Das Obergeschoss wurde völlig anders gestaltet.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
15|29
Charakteristisch ist die hierarchische Unterscheidung in die Bereiche für die Patientinnen und die Räume für Ärzte und Personal.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
16|29
Neu hinzugefügte quadratische Fensteröffnungen mit breiten Sitzlaibungen...
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
17|29
...verknüpfen visuell die Korridore mit dem Eingangsbereich.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
18|29
Ein Café nimmt das historische und italienisch anmutende Farbkonzept mit Gelb-, Ocker- und Orangetönen auf.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
19|29
„Der Bestand enthielt bereits einen starken narrativen Rahmen. Wir begriffen sehr früh im Entwurfsprozess, dass die stärkste architektonische Geste darin bestehen würde, das bereits Vorhandene freizulegen und aufzuzeigen, anstatt es zu ersetzen."
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
20|29
Das Mobiliar aus hellen Hölzern verstärkt die warme und einladende Atmosphäre.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
21|29
Zwischen den Türen bilden türhohe beige-gelbe Farbfelder eine Art gemalte Täfelung, möglicherweise das Zitat einer Spalliera.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
22|29
Entwurfsskizze
Bild: Skizzen C.F. Møller Architects
23|29
Entwurfsskizze
Bild: Skizzen C.F. Møller Architects
24|29
Entwurfsskizze
Bild: Skizzen C.F. Møller Architects
25|29
Grundriss Souterrain
Bild: C.F. Møller Architects
26|29
Grundriss Erdgeschoss
Bild: C.F. Møller Architects
27|29
Grundriss Obergeschoss
Bild: C.F. Møller Architects
28|29
Schnitt
Bild: C.F. Møller Architects
29|29
Das Architekturteam bezeichnet die räumliche Analyse des
Bestands deshalb als eine Erfassung der Gebäude-DNA als
grundlegende architektonische Qualität. So sind die Fassaden, die
räumlich-funktionalen Zusammenhänge, Materialien und Farben ebenso
wie Fenster und Türen sehr sorgfältig aufgearbeitet. Neu
hinzugefügt sind nur wenige Interventionen wie beispielsweise ein
öffentliches Café und sogenannte Activity Rooms –
multifunktionale Versammlungs- und Workshopräume. Insgesamt hat das
Museum eine Nutzfläche von 1500 m².
Raumprogramm, Türen, Fenster, Farbkonzept
Das Erdgeschoss, im Sinne eines italienischen Palastes ein
Piano nobile, beinhaltet die ursprünglichen Krankenzimmer,
die entlang eines breiten Korridors aufgefädelt sind. Die
Besucher*innen können nun diese Räume genauso erleben wie die
damaligen Patientinnen. Die Türen, Laibungen und Sockelleisten sind
aus heller, aber robust-massiver Eiche gefertigt. Zwischen ihnen
bilden türhohe beige-gelbe Farbfelder eine Art gemalte Täfelung,
möglicherweise das Zitat einer Spalliera. Spalliere sind
schmückend bemalte Wandpaneele, wie beispielsweise von Sandro
Botticelli für den Palazzo Pucci in Florenz. 1861 bis 1865
unternahm Pedersen, finanziert mit einem Stipendium, eine
Bildungsreise u. a. nach Italien, dessen historische Architektur
ihn nachhaltig beeindruckte.
Galerie
In Middelfart, einer Kleinstadt auf der dänischen Insel Fünen, errichtete 1888 der damals hochangesehene Architekt Vilhelm Valdemar Pedersen (1830-1913) als Teil eines größeren Krankenhaus-Ensembles eine Nervenheilanstalt.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
01|29
Die Architektur: Ein Pastiche eines italienischen Renaissance-Palastes mit nordisch-klassizistischen Akzenten und typisch dänischen beige-gelben Backsteinen.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
02|29
Das Middelfart Sindssygehospital (wortwörtlich Irrenanstalt) war eine Nervenheilanstalt ausschließlich für Frauen und beherbergte zeitweise bis zu 1200 Patientinnen.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
03|29
Das Erdgeschoss, im Sinne eines italienischen Palastes ein Piano nobile, beinhaltet die ursprünglichen Krankenzimmer, die entlang eines breiten Korridors aufgefädelt sind.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
04|29
Gemäß des Prinzip einer White Box entstand im Obergeschoss eine zeitgenössisch flexible Ausstellungsfläche mit neutral weißen Oberflächen an Wänden und Türen.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
05|29
Die umfangreiche Sammlung zeigt psychiatrische Exponate parallel zu Wechselausstellungen, die die Geschichte der Psychiatrie, geistiger Gesundheit und Wellness thematisieren.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
06|29
Das Museum möchte mit den Tabus, Verschwiegenheit und dem Verstecken der sogenannten „Irren" brechen.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
07|29
Das Architekturteam bezeichnet die räumliche Analyse des Bestands deshalb als eine Erfassung der Gebäude-DNA als grundlegende architektonische Qualität.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
08|29
Das Museum teilt Berichte von Patientinnen und ihren Angehörigen.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
09|29
So werden nicht nur die verschiedenen Formen von psychischen Erkrankungen,...
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
10|29
...sondern auch die vor der Öffentlichkeit verborgenen und tabuisierten Schicksale der Patientinnen sichtbar und nachvollziehbar.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
11|29
Gezeigt werden im Krankenhaus entstandene Zeichnungen und Gemälde neben historischen Fotografien.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
12|29
Detail der massiven Eichen-Sockel
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
13|29
Zur besseren Einbeziehung von Souterrain und Obergeschoss in den Besucherleitweg wurde eine Treppe neu hinzugefügt.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
14|29
Das Obergeschoss wurde völlig anders gestaltet.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
15|29
Charakteristisch ist die hierarchische Unterscheidung in die Bereiche für die Patientinnen und die Räume für Ärzte und Personal.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
16|29
Neu hinzugefügte quadratische Fensteröffnungen mit breiten Sitzlaibungen...
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
17|29
...verknüpfen visuell die Korridore mit dem Eingangsbereich.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
18|29
Ein Café nimmt das historische und italienisch anmutende Farbkonzept mit Gelb-, Ocker- und Orangetönen auf.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
19|29
„Der Bestand enthielt bereits einen starken narrativen Rahmen. Wir begriffen sehr früh im Entwurfsprozess, dass die stärkste architektonische Geste darin bestehen würde, das bereits Vorhandene freizulegen und aufzuzeigen, anstatt es zu ersetzen."
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
20|29
Das Mobiliar aus hellen Hölzern verstärkt die warme und einladende Atmosphäre.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
21|29
Zwischen den Türen bilden türhohe beige-gelbe Farbfelder eine Art gemalte Täfelung, möglicherweise das Zitat einer Spalliera.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
22|29
Entwurfsskizze
Bild: Skizzen C.F. Møller Architects
23|29
Entwurfsskizze
Bild: Skizzen C.F. Møller Architects
24|29
Entwurfsskizze
Bild: Skizzen C.F. Møller Architects
25|29
Grundriss Souterrain
Bild: C.F. Møller Architects
26|29
Grundriss Erdgeschoss
Bild: C.F. Møller Architects
27|29
Grundriss Obergeschoss
Bild: C.F. Møller Architects
28|29
Schnitt
Bild: C.F. Møller Architects
29|29
Die Fensterprofile sind zwar außenseitig grün lackiert, doch
innenseitig ebenso wie die Laibungen weiß gestrichen zugunsten
einer angenehmen Helligkeit. Sie wirken zusammen mit den warmen
Farben der Wände und des Linoleums auf dem Fußboden harmonisch und
beruhigend. Neu hinzugefügte quadratische Fensteröffnungen mit
breiten Sitzlaibungen verknüpfen visuell die Korridore mit dem
Eingangsbereich. Hier befindet sich die Rezeption mit der
Ticketkasse und einer ebenfalls neu hinzugefügten Treppe zur
besseren Einbeziehung von Souterrain und Obergeschoss in den
Besucherleitweg. Ein Café nimmt das historische und italienisch
anmutende Farbkonzept mit Gelb-, Ocker- und Orangetönen auf. Das
Mobiliar aus hellen Hölzern verstärkt die warme und einladende
Atmosphäre.
Die grüne Farbe an der Außenseite der Fensterprofile basiert
ebenfalls auf chemischen und bauphysikalischen Praktiken des
Historismus. Grüne Lackfarben enthielten mit kupferhaltigen
Pigmenten Grünspan, der aufgrund seiner Fungizidwirkung Hölzer vor
Fäulnis und Schädlingen schützte. Grünspan wiederum bleichte nicht
durch UV-Licht aus. Sie war damit dauerhaft und außerdem Symbol für
die grünen Landschaften des legendären Arkadiens in der Antike.
Galerie
In Middelfart, einer Kleinstadt auf der dänischen Insel Fünen, errichtete 1888 der damals hochangesehene Architekt Vilhelm Valdemar Pedersen (1830-1913) als Teil eines größeren Krankenhaus-Ensembles eine Nervenheilanstalt.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
01|29
Die Architektur: Ein Pastiche eines italienischen Renaissance-Palastes mit nordisch-klassizistischen Akzenten und typisch dänischen beige-gelben Backsteinen.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
02|29
Das Middelfart Sindssygehospital (wortwörtlich Irrenanstalt) war eine Nervenheilanstalt ausschließlich für Frauen und beherbergte zeitweise bis zu 1200 Patientinnen.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
03|29
Das Erdgeschoss, im Sinne eines italienischen Palastes ein Piano nobile, beinhaltet die ursprünglichen Krankenzimmer, die entlang eines breiten Korridors aufgefädelt sind.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
04|29
Gemäß des Prinzip einer White Box entstand im Obergeschoss eine zeitgenössisch flexible Ausstellungsfläche mit neutral weißen Oberflächen an Wänden und Türen.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
05|29
Die umfangreiche Sammlung zeigt psychiatrische Exponate parallel zu Wechselausstellungen, die die Geschichte der Psychiatrie, geistiger Gesundheit und Wellness thematisieren.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
06|29
Das Museum möchte mit den Tabus, Verschwiegenheit und dem Verstecken der sogenannten „Irren" brechen.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
07|29
Das Architekturteam bezeichnet die räumliche Analyse des Bestands deshalb als eine Erfassung der Gebäude-DNA als grundlegende architektonische Qualität.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
08|29
Das Museum teilt Berichte von Patientinnen und ihren Angehörigen.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
09|29
So werden nicht nur die verschiedenen Formen von psychischen Erkrankungen,...
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
10|29
...sondern auch die vor der Öffentlichkeit verborgenen und tabuisierten Schicksale der Patientinnen sichtbar und nachvollziehbar.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
11|29
Gezeigt werden im Krankenhaus entstandene Zeichnungen und Gemälde neben historischen Fotografien.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
12|29
Detail der massiven Eichen-Sockel
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
13|29
Zur besseren Einbeziehung von Souterrain und Obergeschoss in den Besucherleitweg wurde eine Treppe neu hinzugefügt.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
14|29
Das Obergeschoss wurde völlig anders gestaltet.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
15|29
Charakteristisch ist die hierarchische Unterscheidung in die Bereiche für die Patientinnen und die Räume für Ärzte und Personal.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
16|29
Neu hinzugefügte quadratische Fensteröffnungen mit breiten Sitzlaibungen...
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
17|29
...verknüpfen visuell die Korridore mit dem Eingangsbereich.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
18|29
Ein Café nimmt das historische und italienisch anmutende Farbkonzept mit Gelb-, Ocker- und Orangetönen auf.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
19|29
„Der Bestand enthielt bereits einen starken narrativen Rahmen. Wir begriffen sehr früh im Entwurfsprozess, dass die stärkste architektonische Geste darin bestehen würde, das bereits Vorhandene freizulegen und aufzuzeigen, anstatt es zu ersetzen."
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
20|29
Das Mobiliar aus hellen Hölzern verstärkt die warme und einladende Atmosphäre.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
21|29
Zwischen den Türen bilden türhohe beige-gelbe Farbfelder eine Art gemalte Täfelung, möglicherweise das Zitat einer Spalliera.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
22|29
Entwurfsskizze
Bild: Skizzen C.F. Møller Architects
23|29
Entwurfsskizze
Bild: Skizzen C.F. Møller Architects
24|29
Entwurfsskizze
Bild: Skizzen C.F. Møller Architects
25|29
Grundriss Souterrain
Bild: C.F. Møller Architects
26|29
Grundriss Erdgeschoss
Bild: C.F. Møller Architects
27|29
Grundriss Obergeschoss
Bild: C.F. Møller Architects
28|29
Schnitt
Bild: C.F. Møller Architects
29|29
Das Obergeschoss wurde völlig anders gestaltet. Gemäß des
Prinzip einer Whitebox entstand eine zeitgenössisch flexible
Ausstellungsfläche mit neutral weißen Oberflächen an Wänden und
Türen. Die umfangreiche Sammlung zeigt psychiatrische Exponate
parallel zu Wechselausstellungen, die die Geschichte der
Psychiatrie, geistiger Gesundheit und Wellness thematisieren. Das
Museum möchte mit den Tabus, der Verschwiegenheit und dem
Verstecken der sogenannten „Irren“ brechen. Es teilt deshalb
Berichte von Patientinnen und ihren Angehörigen, zeigt im
Krankenhaus entstandene Zeichnungen und Gemälde neben historischen
Fotografien, erläutert Diagnosen und Behandlungsformen, die sich im
Laufe der Zeit weiterentwickelten. So werden nicht nur die
verschiedenen Formen von psychischen Erkrankungen, sondern auch die
vor der Öffentlichkeit verborgenen und tabuisierten Schicksale der
Patientinnen sichtbar und nachvollziehbar.
Im Souterrain befanden sich zuvor nicht zugängliche
Infrastruktur- und Service-Funktionen, die nun als gemeinschaftlich
nutzbare Räume der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. In weiteren
Bauphasen werden auch die Höfe zwischen den einzelnen Bauten des
Krankenhaus-Ensembles zu Sinn- und Skulpturengärten sowie die
unterirdischen Verbindungstunnel umgestaltet und in das
Museumskonzept einbezogen. -sj
Bautafel
Architektur: C.F. Møller Architects (Sanierung und Transformation); Vilhelm Valdemar Pedersen (Bestand 1888) Projektbeteiligte: Dan Ljungar arkitekt MAA (Beratung); Søren Jensen Engineers (Ingenieure); Kumulus Agency (Kooperation) Bauherr*in: Partnerselskabet MIND Danmarks Psykiatriske Museum Standort: Middelfart, Dänemark Fertigstellung: 2026 Bildnachweise: Kirstine Mengel, Aarhus (Bilder); C.F. Møller Architects (Pläne)
Auf Architektur übertragen beschreibt das Konzept des Palimpsests räumliche, zeitliche und kulturelle Überlagerungen.
Bild: Susanne Junker, Berlin
Recycling
Palimpsest
Auf Architektur übertragen beschreibt das Konzept des Palimpsests räumliche, zeitliche und kulturelle Überlagerungen.
Heutige Beispiele für Pastiche sind die Casino-Architekturen in Las Vegas und Macao, in denen ikonische Bauwerke und Stilelemente in neuen Kontexten zusammengemischt werden.
Bild: The Venetian Hotel on the Strip, Las Vegas/Nevada, 2009 Fotografin Carol M. Highsmith, LC-DIG-highsm-04630, Library of Congress, Washington/USA
Planungsgrundlagen
Pastiche
Ein Begriff aus der Kunst-, Literatur- und Baugeschichte, der auf Techniken des Mischens, Verbindens und Verknüpfens einzelner Teile verweist.
Sonnenlicht ist eine unverzichtbare Grundlage für das Wohlbefinden von Menschen. Balkone und Fensterflächen sorgen für Lichteinfall (Lokdepot, Berlin).
Bild: Baunetz (yk), Berlin
Planungsgrundlagen
Tageslicht, Fenster und Wohlbefinden
Die Nutzung des Tageslichts durch Fenster ist einerseits ein bauphysikalisches Thema, andererseits sind physiologische, psychologische und medizinische Aspekte relevant.
Bauwerke zum Thema
Die Landzunge, auf der sich die ehemalige Plange Mühle befindet, wird seit den 2000er-Jahren von Christoph Ingenhoven und seinem Büro zu einem Plange Mühle Campus umgestaltet.
Einst Teil einer Mühle am Binnenhafen, beherbergen die Betonröhren heute Praxisräume. Das fast 30 Meter hohe Industriedenkmal wurde mit Ebenen und Fenstereinschnitten versehen.
Der Kornversuchsspeicher befindet sich in der Europacity, nördlich des Berliner Hauptbahnhofs, am Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal.
Bild: Daniel Sumesgutner für Solarlux
Büro/Verwaltung
Kornversuchsspeicher in Berlin
Durch gezielte Umbaumaßnahmen wurde das ehemalige Speichergebäude in eine moderne Nutzung überführt. Dabei erhielt das aufgestockte Dachgeschoss großflächige Glasschiebetüren.
In Middelfart, einer Kleinstadt auf der dänischen Insel Fünen, errichtete 1888 der damals hochangesehene Architekt Vilhelm Valdemar Pedersen (1830-1913) als Teil eines größeren Krankenhaus-Ensembles eine Nervenheilanstalt.
Bild: Kirstine Mengel, Aarhus
Kultur/Bildung
MIND Museum, Dänemark
Re-Use-Transformation einer Nervenheilanstalt in ein Museum
Der zentrale Kirchenraum hat einen quadratischen Grundriss und ist nicht als längliches Schiff mit Chor und Apsis ausgeführt.
Bild: Rasmus Hjortshøj, Kopenhagen
Kultur/Bildung
Hojvangen Kirche in Skanderborg
Versammlungsort mit flexiblen Nutzungsmöglichkeiten
Boulder ist eine Stadt mit etwas mehr als 100.000 Einwohnern im US-amerikanischen Bundesstaat Colorado.
Bild: Bruce Damonte, San Francisco
Kultur/Bildung
Bibliothek in North Boulder, Colorado
Vier Eingänge und Cut-Out-Fenster
Teile der Kirche St. Leonard stammen aus dem 13. Jahrhundert. Ende des 19. Jahrhunderts wurde sie um ein zweites Kirchenschiff erweitert, erhielt Spitzbogenfenster und eine Fassade aus regionalem Quarzstein.
Bild: Gareth Gardner, London
Kultur/Bildung
Eingangspavillon der Kirche St. Leonard in Hove
Lamellentüren mit spitzen Winkeln
Das Anwesen wird von der Harmeny Education Trust für die Behandlung, Erziehung und Ausbildung traumatisierter junger Menschen genutzt.
Bild: Jim Stephenson, über SALT
Kultur/Bildung
Harmeny Learning Hub bei Edinburgh
Lernwerkstätten für Jugendliche
Die einst offenen Höfe erinnern mit umlaufenden Galerien und Reihen von Rundbogenfenstern an Kreuzgänge in Klöstern.
Bild: Pedro Pegenaute über CCJVV, Madrid
Kultur/Bildung
Oberschule IES Práxedes Mateo Sagasta in Logroño
Mit Edelstahlgewebe verhüllte Rundbogenfenster
Die Amsterdamer Kunsthochschule Gerrit Rietveld Academie ist um einen zweiten Erweiterungsbau ergänzt worden. Der Entwurf stammt von Studio Paulien Bremmer mit FedLev und Hootsmans Architectuurbureau.
Bild: Jeroen Verrecht / Solarlux, Melle
Kultur/Bildung
Erweiterungsbau der Gerrit Rietveld Academie in Amsterdam
Transparenz und Interaktion im Raum
Von Hügeln umgeben: Im Stuttgarter Bezirk Wangen ist in Hanglage eine neue Kita nach Plänen von Reichel Schlaier Architekten entstanden.
Bild: Brigida González, Stuttgart
Kultur/Bildung
Kindertagesstätte in Stuttgart-Wangen
Hanglage mit Oberlichtern, geschosshohen Fenstern und Fenstertüren
Im Zentrum von Kitakami befindet sich eine ehemalige große Shoppingmall mit mehreren Gebäudeabschnitten. Die beiden unteren Geschosse in einem dieser Teile wurden kürzlich von zwei jungen Architekturbüros radikal transformiert.
Bild: Kai Nakamura, Tokio
Kultur/Bildung
Medizin- und Kinderbetreuungszentrum mit Bürgertreffpunkt in Kitakami
Umbau und Re-Use
Die Kindertagesstätte im Keltenweg in Baden-Baden beruht auf den Plänen vom erst 2017 gegründeten Büro Schweikert und Schilling und bietet Platz für 64 Kinder.
Bild: Dirk Altenkirch, Karlsruhe
Kultur/Bildung
Kita Keltenweg in Baden-Baden
Spiel von offen und geschlossen
Das Königliche Museum für Zentralafrika (rechts und mittig im Bild) im belgischen Tervuren wurde ursprünglich erbaut, um für die koloniale Politik Leopold II. zu werben.
Bild: Luca Beel, Gent
Kultur/Bildung
Erweiterung Königliches Museum für Zentralafrika in Tervuren
Zeitgemäßer Zugang zur schwierigen Vergangenheit
Eine eigene, unkonventionelle Spielstätte für moderne Aufführungen ist mit dem Neubau für das Théâtre du Maillon in Straßburg eröffnet worden.
Bild: Charly Broyez, Paris
Kultur/Bildung
Theater Le Maillon in Straßburg
Ein ganzes Haus als potenzielle Bühne
Längs der Konrad-Adenauer-Straße, vis-à-vis des Stuttgarter Landtaggebäudes, ist die Württembergische Landesbibliothek erweitert worden.
Bild: Brigida González, Stuttgart
Kultur/Bildung
Erweiterung der Württembergischen Landesbibliothek in Stuttgart
Lesen mit Ausblick hinter aufgefalteter Fassade
Mit dem Umbau eines Lokdepots zur Bibliothek LocHal im niederländischen Tilburg gelingt dem Büro Civic Architects ein Schritt zur Aufwertung des Bahnhofsviertels.
Bild: Stijn Bollaert, Gent
Kultur/Bildung
Bibliothek LocHal in Tilburg
Innenverglasung als Raumteiler
Mit dem Erweiterungsbau nach Plänen von gmp Architekten erhielt die Kunsthalle Mannheim nicht nur weitaus mehr Ausstellungsfläche, sondern auch das Restaurant Luxx.
Bild: Constantin Meyer/ Solarlux, Melle
Kultur/Bildung
Restaurant in der Kunsthalle Mannheim
Schaufenster der Stadt
Das Haus der Musik nach Plänen von Erich Strolz und Dietrich Untertrifaller vereint mehrere Kulturinstitutionen; u.a. die Kammerspiele, zwei Konzertsäle, das Landeskonservatorium, das Institut für Musikwissenschaft und das Mozarteum
Bild: Solarlux, Melle
Kultur/Bildung
Haus der Musik in Innsbruck
Nathloser Übergang von Innen und Außen
Vorgehängte Balkonfassaden
Für die Fassadensanierung: Modulare Komplett-Systeme von Solarlux schließen die Gebäudehülle energieeffizient und schallschützend!