Verdichten von Beton

Verdichtungsverfahren, Ausführung und Qualitätssicherung

Das Verdichten gehört zu den wichtigsten Schritten beim Betonieren. Mechanische Schwingungen treiben eingeschlossene Luft aus dem Beton und schaffen ein dichtes, homogenes Gefüge. Gleichzeitig sorgt das Verdichten dafür, dass der frische Beton gleichmäßig und fest an Schalung und Bewehrung anliegt. Auf diese Weise werden die Festigkeit und die Oberflächenqualität sichergestellt. Zudem wird der Porengehalt verringert, was die Durchlässigkeit reduziert und damit das Korrosionsrisiko der Bewehrung senkt.

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Vom Frischbeton zum dichten Gefüge

Die Verdichtung erfolgt unmittelbar nach dem Einbringen des Betons und muss abgeschlossen sein, bevor das Erstarren einsetzt. Bei lagenweisem Einbau wird jede Lage einzeln verdichtet. Frischbeton verhält sich wie ein Bingham-Fluid: Bei geringer Spannung scheint er fest, wir er jedoch in Schwingungen versetzt, verhält er sich flüssig. Dabei nimmt die innere Reibung nimmt ab, die Gesteinskörnung lagert sich dichter und Luftblasen steigen auf und entweichen. 

Ein praktisch vollständig verdichteter Beton besitzt einen Restluftporengehalt von etwa 1,5 bis 2 Vol.-%. Der Porengehalt beeinflusst unmittelbar die mechanischen Eigenschaften und die Dauerhaftigkeit des Betons. Unzureichende Verdichtung erhöht die Durchlässigkeit des Gefüges und damit das Korrosionsrisiko der Bewehrung. 

Wie gut sich ein Beton verdichten lässt, hängt wesentlich von seiner Konsistenz, sprich seiner Steifheit oder Fließfähigkeit ab. Beispielsweise wird bei steifen Betonen mehr Energie zum Verdichten benötigt. Auskunft über das Verhalten geben die Konsistenzklassen C0 bis C4, die in der nach DIN EN 206: Beton – Festlegung, Eigenschaften, Herstellung und Konformität enthalten sind.

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Verfahren der Betonverdichtung im Vergleich

Standardverfahren im Ortbetonbau ist die Innenverdichtung mit Hochfrequenz-Innenrüttlern. Dabei werden sogenannte Rüttelflaschen direkt in den Beton getaucht. Die Eintauchstellen müssen so gewählt werden, dass sich ihre Wirkbereiche überlappen. Bei dicht bewehrten oder schlanken Bauteilen erfolgt die Verdichtung über Außenrüttler, die Schwingungen über die Schalung einleiten und besonders bei Sichtbeton eine gleichmäßige Oberfläche unterstützen. Für flächige Bauteile wie Fahrbahnen oder Industrieböden werden Oberflächenrüttler eingesetzt. 

Darüber hinaus gibt es weitere Verfahren:

  • Sogenannter Stampfbeton wird mit Stampfern oder Stäben lagenweise verdichtet.
  • Walzbeton wird mit Flach- oder Fahrbaggern eingebaut und anschließend mit Walzen verdichtet, zum Beispiel im Straßen- oder Dammbau.
  • Beim Vakuumverfahren, das etwa bei Industrieböden zum Einsatz kommt, wird dem Frischbeton über Filtermatten und Pumpen Wasser entzogen. Dies führt zu geringerer Porosität und höherer Frühfestigkeit.
  • Beim Zentrifugieren wird der Beton durch die Fliehkraft der Rotation verdichtet und überschüssiges Wasser nach außen gedrückt. Man spricht in diesem Fall auch von Schleuderbeton. Das Verfahren eignet sich zur Herstellung von Masten und Rohren.
  • Selbstverdichtender Beton verdichtet sich allein durch sein Eigengewicht und entlüftet weitgehend selbst. Dadurch eignet er sich besonders für dicht bewehrte oder komplizierte Bauteile.

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Verdichten auf der Baustelle

Die Qualität der Verdichtung wird maßgeblich durch die Ausführung bestimmt. Innenrüttler werden zügig eingeführt und langsam mit etwa 1 bis 5 cm/s herausgezogen, sodass Luftporen nach oben entweichen können. Übliche Rasterabstände liegen zwischen 25 und 70 cm. Bei schichtweisem Einbau muss der Rüttler etwa 10 cm in die darunterliegende Lage eindringen, um einen sicheren Verbund zu gewährleisten. Einbaulagendicken von 50 bis 100 cm sind üblich.

Ein Kontakt zwischen Rüttler und Bewehrung ist zu vermeiden. In Bereichen dichter Bewehrung kann Nachverdichten erforderlich sein. Besondere Aufmerksamkeit erfordern Schalungsecken, Einbauteile und Aussparungen, da hier leicht Lufteinschlüsse entstehen. Die Anforderungen an Ausführung und Überwachung regeln DIN EN 13670 und DIN 1045-3. Rüttelraster, Eintauchtiefen und Geräteparameter sind im Rahmen der Eigenüberwachung zu dokumentieren.

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Fehlerbilder und Qualitätssicherung

Sind die Rüttelzeiten zu kurz, die Abstände zwischen den Rüttlern zu groß oder werden sie zu schnell aus dem Beton gezogen, können Kiesnester, Lunker sowie eine verringerte Festigkeit die Folge sein. Zu langes oder zu intensives Rütteln kann dazu führen, dass sich der Beton entmischt: Grobe Gesteinskörnung sedimentiert und Wasser tritt an der Oberfläche aus. In diesem Fall wird von Überverdichtung gesprochen.

Bei Sichtbeton ist ein gleichmäßiges Eintauchraster entscheidend, da ungleichmäßige Verdichtung zu Poren, Farbabweichungen oder Wolkenbildung führen kann. Witterungseinflüsse wie Hitze, Frost oder Wind beeinflussen das zum Verdichten verfügbare Zeitfenster und erfordern angepasste Einbau- und Nachbehandlungsmaßnahmen.

Digitale Entwicklungen im Betonieren

Digitale Assistenzsysteme und eingebettete Sensorik ermöglichen zunehmend eine datenbasierte Überwachung von Verdichtung und Festigkeitsentwicklung. Durch automatisierte Herstellungsverfahren sowie selbstverdichtende Betone sind ebenfalls weniger manuelle Eingriffe nötig. In Verbindung mit BIM-gestützter Dokumentation wird der Betonierprozess zunehmend digital nachvollziehbar.

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Wasserzementwertneu

Der Wasserzementwert (w/z-Wert) beschreibt das Massenverhältnis von wirksamem Wasser zum Zement im Frischbeton.

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Kaum eine Kennzahl prägt Festigkeit, Dauerhaftigkeit und Gefügedichte von Beton so stark wie der Wasserzementwert.

Qualitätskontrolle in der Produktion

Die Qualität des Betons wird bereits durch die Eigenschaften der eingesetzten Ausgangsstoffe bestimmt.

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Von der genehmigten Betonzusammensetzung bis zum fertigen Bauteil greifen in der Betonproduktion abgestimmte Kontrollschritte ineinander.

Mischen von Beton

Die Abmessung der Ausgangsstoffe erfolgt in Mischanlagen der jeweiligen Betonwerke.

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Damit Beton die gewünschten Eigenschaften erhält, ist eine exakt ermittelte Rezeptur nötig. Doch nicht nur darauf kommt es bei der Herstellung an.

Zugabewasser

Wasser ist neben Zement, Sand und Kies einer der essentiellen Bestandteile des Betons.

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Es setzt die Hydratation des Zements in Gang und bestimmt über Festigkeit und Dichtigkeit mit. Somit ist Wasser unverzichtbar für die Betonherstellung.

Verdichten von Beton

Beim Einbringen des Frischbetons steht ein Bauarbeitender bereits mit einem Rüttler parat (im Bild rechts).

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Das Verdichten bestimmt maßgeblich Festigkeit, Dauerhaftigkeit und Oberflächenqualität von Betonbauteilen.

Wiederverwendung von Betonbauteilen

Wiederverwendung unmöglich: Anstatt sie behutsam rückzubauen werden viele Betongebäude mit der Abrissbirne zerstört, wie 2018 bei der Oberpostdirektion Hamburg (Post-Pyramide) geschehen.

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Betongebäude sind riesige Materiallager. Um aus ihnen ganze Bauteile zurückzugewinnen, braucht es eine genaue Bestandserfassung und einen sorgfältigen Rückbau.

Aufbereitung von Betonabbruch

Das Recyceln von Beton spart Primärrohstoffe, Energie und Deponieraum.

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Zerkleinert, sortiert und gereinigt sind Beton- und auch Mauerwerksabbruch wertvolle Ressourcen für die Herstellung von Recyclingbeton.

Carbon Capture, Utilization and Storage (CCUS)

In der Beton- und Zementindustrie wird damit begonnen, Kohlendioxid mit Anlagen wie diesen abzuscheiden, zu komprimieren und abzutransportieren.

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Kohlendioxid aus der Beton- und Zementherstellung soll gar nicht erst in die Atmosphäre gelangen, sondern weiterverwendet oder eingelagert werden.

Zertifizierung des Concrete Sustainability Councils

2016 wurde das Concrete Sustainability Council gegründet, dessen Zertifikate nachhaltiges Handeln in der Beton- und Zementherstellung ausweisen sollen.

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Um eines der Label zu bekommen, müssen Beton- und Zementwerke nachweisen, dass sie ökologisch, sozial und ökonomisch verantwortlich handeln.

Energie in der Zementherstellung

Bei der Zementherstellung wird viel thermische Energie benötigt, zum Beispiel um den Kalk zu Klinker zu brennen.

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Zement, Wasser und Gesteinskörnungen sind die Ausgangsstoffe für die Herstellung von Beton.

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Einfluss der Ausgangsstoffe

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Portlandzementklinker, Hüttensand, natürliche Puzzolane, Kieselsäurereiche Flugasche, Gebrannter Schiefer gehören zu den Hauptbestandteilen von Zement.

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Dem hohen CO2-Ausstoß bei der Produktion des Bindemittels Zement steht die lange Haltbarkeit von Betonkonstruktionen gegenüber (Bild: Zementwerk in Berlin).

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Bindemittel, Zusatzmittel und Zusatzstoffe

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Kompositzemente und alternative Bindemittel

Der hohe Kohlenstoffdioxidausstoß bei der Herstellung von Portlandzementklinker befeuert die Suche nach alternativen Bindemitteln.

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Bei Kompositzementen wird ein Teil des Portlandzementklinkers ersetzt; alternative Bindemittelsysteme kommen ohne den in der Herstellung CO2-intensiven Stoff aus.

Konsistenz von Beton

Frischbeton sollte so beschaffen sein, dass er ohne wesentliches Entmischen gefördert, eingebaut und verdichtet werden kann

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Nach 28 Tagen ist die ausschlaggebende Druckfestigkeit von Beton erreicht und das Bauteil kann ausgeschalt werden.

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Ein behutsames Vorgehen ist ratsam, damit es nicht zu Arbeitsunfällen oder Schäden am noch jungen Bauwerk kommt.

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