Hexengarten – Reise in die Welt der magischen Pflanzen
Verlag AT, Aarau und München 2022, zweite Auflage 2024
208 Seiten, zahlreiche farbige Abbildungen
15,7 x 21,7 cm, gebunden
Sprache: Deutsch, Englisch
Preis: 32 EUR
ISBN 978-3-03902-174-1
Von Apfel, Brennessel, Brombeere, Chrysantheme, Eiche, Fingerhut, Fliegenpilz, Ingwer, Lorbeer, Lotus, Löwenzahn, Rosmarin, Schafgarbe, Schierling, Sonnenblume, Stechpalme, Tollkirsche und Weißdorn bis zu Zeder und Zypresse: Diese Pflanzen enthalten heilende oder giftige Substanzen, gelten als heilig oder als „Teufelszeug“ und je nach Zeit, Region und kulturellem Hintergrund tragen sie mehrere dieser Bedeutungen gleichzeitig.
Die britische Journalistin Sandra Lawrence hat in Zusammenarbeit mit den Royal Botanic Gardens, Kew, in ihrem Buch Hexengarten – Reise in die Welt der magischen Pflanzen präzise botanische Porträts von Kräutern, Blumen, sogenanntem Unkraut, Sträuchern und Bäumen versammelt. Sie erläutern die fließenden Grenzen zwischen historischer Kräuterkunde, Aberglauben, Mythen und Legenden bis zur Entwicklung einer wissenschaftlich basierten Medizin und heutigen Erkenntnissen. Sehr anschaulich werden die vielfältigen Verflechtungen von soziokulturellen, religiösen und ökonomisch-politischen Zuschreibungen und Interpretationen aufgezeigt. Die eindrucksvollen historischen Zeichnungen und Fotografien aus Herbarien-Sammlungen stammen überwiegend aus dem Kew-Archiv.
Auch die Quellen sind eine spannende Mischung vom
chinesischen Shennong Bencao Jing aus der Han-Dynastie,
Nicholas Culpepers „The Complete Herbal“ aus dem Jahr 1653,
Hildegard von Bingens Physica und Causae et Curae aus
dem 12. Jahrhundert bis zu Harry Potters Alraunen, der
„Unhold-Wurzel“ in Menschengestalt, die Jacob Meydenbach bereits
1485 in Hortus Sanitatis darstellte. William
Shakespeares Hexenrezept in Macbeth: „Sumpf'ger Schlange Schweif
und Kopf, Molchesaug und Unkenzehe, Hundezung und Hirn der Krähe“
wird dabei aufgelöst als vermutlich eine Art Aufguss aus
Senfkörnern (Brassica nigra), scharfem Hahnenfuß
(Ranunculus acris), Hundszunge (Cynoglossum
officinale) und Natternzunge (Ophioglossum
vulgatum). -sj
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