Hortitecture
The Power of Architecture and Plants
Jovis Verlag, Berlin 2018
288 Seiten, zahlr. farb. Abb., Format 16,5 x 23,5 cm, Englisch
Preis: 35 EUR
ISBN 978-3-86859-547-5
Je grüner eine Stadt ist, desto mehr Kohlendioxid wird gebunden und Sauerstoff produziert. Bäume und andere Pflanzen helfen beim Regulieren der Temperatur. Die Idee, Pflanzen als Teil der Gebäudestruktur zu verwenden, ist keine neue Erfindung – sie rückt jedoch in Zeiten des Klimawandels und der Ressourcenknappheit wieder in den Vordergrund.
Im Gegensatz zu massiven Baustoffen fordern lebendige, grüne Materialien die Architektur mit Wachstumsdynamik heraus. Wie lassen sich die scheinbaren Gegensätze zwischen Pflanzen und Architektur zusammenbringen, um Städte künftig naturnah zu planen? Welche Synergien gibt es? Die Autoren des Buches Hortitecture machen sich auf die Suche nach dem gestalterischen und konstruktiven Potenzial von Pflanzen. Verknüpft wird dies mit Fragen der Ökosystemleistung und der städtischen Lebensmittelproduktion.
Der Band versammelt beispielhafte Projekte, Ideen und Erfahrungen von 33 internationalen Experten, die sich im Rahmen von Symposien an der Technischen Universität Braunschweig auf Einladung des Instituts für Gebäudelehre und Entwerfen (IDAS) ausgetauscht haben. Ihre kritischen Reflexionen sollen das Bewusstsein und die Kompetenzen für eine naturbasierte urbane Architektur schärfen.
In ihrer ausführlichen Einleitung geht die Architektin und Autorin Almut Grüntuch-Ernst auf Themen wie Wasserverwaltung und Mikroklima ein. Sie behandelt die Verbindung zwischen Natur und Architektur in der europäischen Stadt sowie deren gestalterische und konstruktive Herausforderungen. Anschließend folgen die Inhalte von drei Symposien in den Jahren 2014, 2016 und 2017. Die Beiträge von Architekten, Landschaftsarchitekten, Biologen, Künstlern, Stadtplanern, Geoökologen, Klimatologen, Ingenieuren, Psychologen und Philosophen umfassen vollendete und geplante Bauwerke, Visionen, Ideen und Forschungergebnisse.
Bereits 2014 realisiert wurde Bosco Verticaledie: Zwei
begrünte Hochhaustürme in Mailand, geplant vom italienischen
Architekten Stefano Boeri und Partnern des Architekturbüros Boeri
Studio. Rund 900 Bäume sowie mehr als 2.000 weitere Pflanzen
wachsen auf den Terrassen und Balkonen. Sie verbessern das
Mikroklima in den Wohnungen und vermindern Lärm, Staub und Hitze.
So tragen sie zur Verbesserung der Lebensqualität der Bewohner bei
und stärken den Bezug zum städtischen Umfeld.
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