SOS_URBAN HEAT

Temporäre Hitzeminderung im öffentlichen Raum

Städte müssen künftig mit häufigeren und intensiveren Hitzeperioden rechnen und ihre dicht bebauten Räume entsprechend anpassen. Doch wie lässt sich der öffentliche Raum kurzfristig vor zunehmender Hitzebelastung schützen? Mit dieser Frage beschäftigten sich Julia Roemer und Darleen Schäfer in ihrer Masterthesis SOS_Urban Heat, die 2026 am Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur und Öffentlichen Raum der Technischen Universität München entstand. Das Projekt umfasst eine 307-seitige Publikation, eine digitale Projektdatenbank sowie einen SOS_Leitfaden mit Handlungsempfehlungen. Im Sommer 2026 wurde das Projekt im Pavillon333 in München ausgestellt.

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Thermische Belastung erfassen

Methodisch folgten Roemer und Schäfer ihrem selbst entwickelten SOS_Prinzip. Es umfasst die Schritte Situieren, Observieren und Spezifizieren. Zunächst untersuchten die Studentinnen, wodurch thermische Belastung im öffentlichen Raum entsteht und welche Faktoren den Außenkomfort beeinflussen. Dabei zeigte sich, dass nicht allein die Lufttemperatur entscheidend ist: Insbesondere die Sonneneinstrahlung und die von aufgeheizten Oberflächen abgegebene Wärmestrahlung tragen zur Hitzebelastung bei. 

Auf dieser Grundlage identifizierten die Autorinnen vier Wirkprinzipien für die temporäre Hitzeminderung: Strahlungsreduktion, wasserbasierte und vegetative Kühlung sowie die Unterstützung der Luftbewegung. Welche Ansätze geeignet sind und wie sie kombiniert werden können, hängt von den räumlichen und klimatischen Bedingungen sowie der Nutzung des jeweiligen Ortes ab.

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Temporäre Maßnahmen im Vergleich

Im Rahmen des Observierens erfassten Roemer und Schäfer mehr als 100 internationale Projektbeispiele temporärer Hitzeminderung in einer digitalen Datenbank. Rund 40 davon wurden in der Publikation vertiefend untersucht. Eine vergleichende Bewertung anhand der Kriterien klimatisch, temporär, sozial, räumlich und institutionell zeigt wiederkehrende Qualitäten ebenso wie Herausforderungen bei der Umsetzung.

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Erkenntnisse für die Praxis

Die Ergebnisse bilden die Grundlage für das Spezifizieren: Aus ihnen leiteten Roemer und Schäfer praxisorientierte Handlungsempfehlungen und Kriterien für wirksame und wiederholbare Maßnahmen und überführten sie in den SOS_Leitfaden. Dieser beschreibt einen siebenstufigen Planungsprozess – von der Analyse des hitzebelasteten Ortes über die Auswahl und Umsetzung eines geeigneten Wirkprinzips bis hin zu Betrieb und Auswertung. Die digitale Projektsammlung und der Leitfaden stehen auf einer eigens geschaffenen Website zur Verfügung (siehe Surftipps).

Fachwissen zum Thema

Hitzeaktionspläne sollen helfen, die gesundheitlichen Gefahren zu minimieren, etwa durch Entsiegelung, Begrünung, Wasserflächen und Frischluftschneisen im Stadtraum.

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Grundlagen

Hitzeaktionsplan

Der Maßnahmenkatalog enthält Hinweise zu Städten, Gebäuden und Warnsystemen und soll so die Risiken heißer Sommertage mildern.

Die Wirksamkeit des Sonnenschutzes ist bei einer vor der Fassade angebrachten Lamellenkonstruktion etwa sieben- bis zehnmal günstiger, als bei einer innen liegenden Jalousie.

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Grundlagen

Sonnenschutz und Überhitzung

Zahlreiche Einstellmöglichkeiten an Fassade, Fenster und Sonnenschutz können eine Überhitzung des Innenraums verhindern oder sie bewirken. Der Beitrag zeigt, worauf es ankommt.

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SOS_URBAN HEATneu

In ihrer 2026 an der Technischen Universität München entstandenen Masterthesis SOS_Urban Heat untersuchen Julia Roemer und Darleen Schäfer, wie sich der öffentliche Raum kurzfristig vor zunehmender Hitze schützen lässt.

In ihrer 2026 an der Technischen Universität München entstandenen Masterthesis SOS_Urban Heat untersuchen Julia Roemer und Darleen Schäfer, wie sich der öffentliche Raum kurzfristig vor zunehmender Hitze schützen lässt.

In ihrer Masterthesis untersuchten Julia Roemer und Darleen Schäfer temporäre Maßnahmen zur Hitzeminderung und entwickelten einen Leitfaden mit Handlungsempfehlungen.

3D-Druck mit 3D-Gewebe

Im Forschungsprojekt 6dTEX wurden Kombinationen von 3D-Textilherstellung und 3D-Druck erkundet. Im Bild zu sehen ist der Sonnenschutz BOW, der als Studierendenprojekt entwickelt wurde.

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Forschende und Studierende in Frankfurt und Aachen entwickelten mit Betondruck und Kunststofffasern Prototypen für Sonnenschutzelemente.

Bioinspirierter Sonnenschutz: Solar Gate in Freiburg

Das Verschattungssystem Solar Gate ist am Südfenster des Forschungsbaus livMatS Biomimetic Shell in Freiburg installiert.

Das Verschattungssystem Solar Gate ist am Südfenster des Forschungsbaus livMatS Biomimetic Shell in Freiburg installiert.

Kiefernzapfen als Vorbild: Forschende entwickelten ein Sonnenschutzsystem, das selbstständig auf Temperatur und Luftfeuchtigkeit reagiert.

Bionik in der Fassadenverschattung

Die Paradisvogelblume aus Südafrika

Die Paradisvogelblume aus Südafrika

Nach dem Vorbild der Paradiesvogelblume haben Wissenschaftler ein Fassadensystem mit einem neuartigen Klappmechanismus entwickelt....

Bionisch inspirierter Sonnenschutz

Ein bionisch inspirierter, textiler Sonnenschutz wurde unter Leitung von Professor Stefan Schäfer von Wissenschaftlern der TU Darmstadt entwickelt.

Ein bionisch inspirierter, textiler Sonnenschutz wurde unter Leitung von Professor Stefan Schäfer von Wissenschaftlern der TU Darmstadt entwickelt.

Inspiriert durch die Blütenblätter von Orchideen öffnet und schließt sich das textile Element auf Zug.

Forschungsprojekt Daylight in Sustainable Urban Design

Sonnenstrahlungskarte und Anzahl Sonnenstunden für die Stadt Wien

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Eine interdisziplinäre Forschungsgruppe der ETH Zürich untersucht die Zusammenhänge von Tageslicht, menschlichem Wohlbefinden und Städtebau.

Gebäudehülle als lebendiger Raum

Im Rahmen des Forschungsprojekts Ecolopes wird ein Entwurfsverfahren für Gebäudehüllen entwickelt, das biotische und abiotische Faktoren einbezieht.

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Ein Forschungsteam arbeitet daran ökologische und architektonische Daten für den Entwurfsprozess aufzubereiten, damit sich viele verschiedene Arten im späteren Bauwerk zuhause fühlen.

Gutachten zum sommerlichen Wärmeschutz

Im Auftrag der Repräsentanz Transparente Gebäudehülle (RTG) erstellte das Ingenieurbüro IBH ein Gutachten, das die Wirksamkeit von Sonnenschutz belegt.

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Sonnenschutz statt Klimaanlage: Die Studie zeigt die Wirksamkeit von Verschattung im Sommer und großen Glasflächen im Winter.

KlimaKover von Henning Larsen

Der Pavillon-Prototyp KlimaKover von Henning Larsen verschattet passiv und kühlt aktiv, ohne dabei an das Energienetz angeschlossen zu sein.

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Dieser modulare Pavillon verbindet Sonnenschutz, Strahlungskühlung und Kreislaufwirtschaft – eine Oase in aufgeheizten Städten.

Neues Prüfverfahren für Sonnenschutztextilien

Das Lichtlabor der Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung (DITF)

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Der Abschirmwinkel gibt Auskunft, ab wann direkte Sonneneinstrahlung blockiert wird – ein wichtiges Indiz für den Blendschutz.

Online-Werkzeug DCR-Hitzetool

Das DCR-Hitzetool will dabei helfen zu ermitteln, wie sich Hausbewohner*innen besser vor drückender Sommerhitze schützen können.

Das DCR-Hitzetool will dabei helfen zu ermitteln, wie sich Hausbewohner*innen besser vor drückender Sommerhitze schützen können.

Das Computerprogramm hilft, individuelle Maßnahmen zur Hitzeminderung in Städten und Gebäuden zu finden und so effektiv der Sommerhitze zu trotzen.

Origami-Jalousie mit Photovoltaikanlage

Der australische Designer Ben Berwick hat mit seinem Startup Prevalent eine Photovoltaik-Jalousie entwickelt, die vor Sonne schützt, Licht lenkt und Strom erzeugt.

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In dem komplexen Faltwerk wird das Sonnenlicht für eine effiziente Energiegewinnung mehrfach reflektiert.

Solar Loops

Aus dem Forschungsprojekt Solar Loops ging ein experimentelles, solaraktives Verschattungssystem hervor, das Sonnenschutz und Energiegewinnung im Stadtraum verbindet.

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Das experimentelle Verschattungssystem für hitzegeplagte Stadträume ist modular, leicht zu montieren und erzeugt außerdem Strom.

Sonnenschutz aus Formgedächtnislegierungen

Der an der Kunsthochschule Weißensee entwickelte Prototyp Adaptex passt seinen Öffnungsgrad automatisch der Sonneneinstrahlung und Umgebungstemperatur an.

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Die von Forschenden entwickelten Prototypen nutzen Formgedächtnislegierungen, die auf Temperatur und Sonneneinstrahlung reagieren.

Sonnenschutz durch klima-adaptive Oberflächen

Prototyp der klima-adaptiven Oberfläche von Chao Chen

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Immer wieder beschäftigen sich Architekten, Ingenieure und Designer mit sogenannten klima-adaptiven Prinzipien und Oberflächen,...

Sonnenschutzdach Canopy Pavilion

Der Canopy Pavilion ist eine offene Ultraleichtkonstruktion, die einen kleinen Veranstaltungsplatz beschattet.

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Das netzartige Sonnenschutzdach verbindet auxetische Strukturen mit algorithmischer Präzision und könnte damit neue Horizonte für zukünftige Architektur eröffnen.

Strom erzeugendes Sonnensegel

Solaren Energiegewinn und Verschattung produziert das futuristische Sonnensegel Solar Spline.

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Wolkengleich: Eine Ultraleichtkonstruktion aus scheinbar frei schwebenden PV-Modulen verbindet Energiegewinnung und Verschattung.

Studie: Bereit für den Klimawandel?

Elf Parameter hat das Forschungsteam hinter der Studie herausgestellt, die thermische und visuelle Behaglichkeit beeinflussen.

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Die Studie der Hochschule Luzern untersucht, was der Klimawandel für die Planung neuer Gebäude bedeutet und wie wichtig dabei der passive Wärmeschutz sein wird. 

Wärmereflektierende Sonnenschutzfarbe

Farbe als Ersatz für Klimaanlage: Die Forscher Xiulin Ruan und Joseph Peoples von der Purdue University verwenden eine Infrarotkamera, um die Kühlleistung von weißen Farbproben auf einem Dach zu vergleichen.

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Farbe statt Klimaanlage? Eine weiße Farbe mit der Fähigkeit, Sonnenwärmeenergie zu reflektieren, bevor diese absorbiert werden kann, wollen Forscher der Purdue University entwickelt haben.

Zero Carbon Building Systems Lab

Auf dem Campus der ETH Zurich eröffnete 2023 das Zero Carbon Building Systems Lab (ZCBS).

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Das Labor der ETH Zürich ermöglicht Forschenden unter kontrollierten Bedingungen die Auswirkungen verschiedener klimatischer Bedingungen auf Baumaterialien und -systeme zu simulieren.

PowerView® 3 von MHZ

Mit dem Smart-Home-System von MHZ lassen sich Jalousien, Rollos, Plissees und Wabenplissees bequem per Fernbedienung oder App steuern.

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