Strom erzeugendes Sonnensegel

Flirrende Wolke aus PV-Modulen

Der durch den Klimawandel bedingte Temperaturanstieg ist vor allem in den Städten zu spüren. Gegen Hitze ist die Verschattung durch Sonnenschutz eine schnelle Lösung, die nachhaltige Verringerung des CO2-Ausstoßes eine langfristige. Solar Spline nennt sich das organisch geformte, ultraleichte Photovoltaik-Sonnensegel, das am Fachgebiet für Experimentelles Entwerfen und Konstruieren (EEK) der Universität Kassel in Kooperation mit der Studienwerkstatt für Digitale Entwurfs- und Fertigungsmethoden der Kunsthochschule Kassel entwickelt wurde. Der Sonnenschutz soll urbane Hitzeinseln entschärfen und zugleich Strom aus solarer Energie produzieren.

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Mit seinen 300 gedruckten PV-Modulen, die als Wolke in eine scheinbar frei schwebende Seilkonstruktion integriert sind, verbindet das futuristische Sonnensegel aktive solare Energiegewinnung mit passiver Beschattung. Bei einer räumlichen Überdeckung von 30 m² und einer Gesamtinstallationsfläche von rund 100 m² beträgt das Gesamtgewicht weniger als 120 kg. 

Ein Prototyp konnte bereits 2017 während der Documenta an der Kunsthochschule Kassel ausgestellt werden. 2019 wurde das Projekt beim Design-Wettbewerb „Beyond Bauhaus – Prototyping the Future“ ausgezeichnet. Dabei war den Entwicklern wichtig, nicht einfach nur ein Sonnensegel mit aufgeklebten PV-Modulen herzustellen. Neben der Produktion von Schatten und Strom soll „Raum entwickelt“ werden, so Prof. Frank Stepper, der das Projekt zusammen mit Timo Carl und in Kooperation mit Dr. Markus Schein leitet.

Eine Inspiration zu Solar Spline lieferte das spanische „Toldo“, ein klassisches Sonnensegel, das über öffentliche Straßen gespannt wird und auf das römisch-antike „Velum“ zurückgeht. Die Forschenden in Kassel orientierten sich am Ansatz Frei Ottos, der die Vorzüge leichter Sonnensegel zur Beschattung von öffentlichen Plätzen in den 1970er-Jahren herausgestellt hat: Es handelt sich um günstige und flexible Strukturen, die Schattenbereiche mit hoher Aufenthaltsqualität schaffen.

Entwicklung: Fachgebiet für Experimentelles Entwerfen und Konstruieren (EEK) der Universität Kassel in Kooperation mit der Studienwerkstatt für Digitale Entwurfs- und Fertigungsmethoden der Kunsthochschule Kassel

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Wettbewerb Blauer Kompass 2018: Universität und Kunsthochschule Kassel

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