Dynamische Deckung an der Fassade

Eine der orthogonalen Deckarten für Schieferfassaden ist die Dynamische Deckung. Basierend auf rechteckigen Schiefern können die Ansichtsflächen der Steine zwischen 10 und 60 cm lang und zwischen 3 und 25 cm hoch sein. Dadurch ergeben sich Fassadenansichten, die an unregelmäßiges Mauerwerk erinnern. Während die Höhenüberdeckung kaum erkennbar Stein auf Stein gedeckt wird, dient ein unterlegtes dunkles Metallblech (z.B. aus Aluminium) als Ersatz für die Seitenüberdeckung. Auf diese Weise befinden sich die einzelnen Schiefer fest gefügt neben- und untereinander und das Erscheinungsbild wird von geraden Fugen geprägt.

Gallerie

Aus optischen und fachtechnischen Gründen wird eine Ausführung mit Gebindehöhen von 50-200 mm empfohlen. Um das dynamische Deckbild zu erhalten, sind die Steinbreiten stark zu variieren, sodass sich das gewünschte unregelmäßige Fugenbild ergibt. Für die Deckunterlage einschließlich Unterkonstruktion gelten generell die Hinweise für hinterlüftete Außenwandbekleidungen. Als Unterkonstruktion eignen sich sowohl eine Schalung als auch eine Lattung, allerdings sind die Mindestlattenquerschnitte einzuhalten.

Die Befestigung der Steine erfolgt mit Schiefernägeln oder Schieferschrauben ausschließlich in der Höhenüberdeckung und steht in Abhängigkeit von der Steinbreite:

  • Bei einer Steinbreite < 300 mm beträgt die Anzahl der Schiefernägel bzw. Schieferschrauben pro Stein 3 Stück
  • Bei einer Steinbreite ≥ 300 mm beträgt die Anzahl der Schiefernägel bzw. Schieferschrauben pro Stein 4 Stück
Da die Dynamische Deckung mit unterlegter Stoßfuge ausgeführt wird, ist nur eine Mindesthöhenüberdeckung einzuhalten, diese beträgt 50 mm. Bei Gebindehöhen <150 mm kann sie auf 40 mm reduziert werden. Die Breite der Stoßfugen beträgt 3-5 mm. Sie sind mit Metallstreifen, Mindestbreite 100 mm, zu unterlegen. Diese sind je nach Unterkonstruktion in die Lattung einzuhängen oder auf der Schalung zu befestigen.

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