Bankgebäude in Wolfurt

Schieferfassade mit Fensterrahmen aus Aluminium

Das Bankgebäude der Raiffeisenbank im österreichischen Wolfurt sollte am Eingang zum Dorfzentrum einen städtebaulichen Akzent setzen. Deshalb wurde der Architekt Christoph Kalb aus Dornbirn für die Sanierung und Neugestaltung des Geschäfthauses beauftragt. Er baute den Bestand bis zum Stahlbetonskelett zurück, vergrößerte das Erdgeschoss und setzte ein zusätzliches Geschoss auf. Im Erdgeschoss sind nun der Selbstbedienungsbereich, der Empfang, die Schalterhalle und mehrere Beratungsbüros zu finden; in den drei darüber liegenden Geschossen liegen die Räume des Vorstandes, der sogenannte Backofficebereich, Sitzungszimmer, Teambüros und ein Mitarbeiterraum.

Gallerie

Die konzeptionellen Schwerpunkte lagen auf der energetischen Sanierung inklusive Nutzung regenerativer Energien, einer nutzerfreundlichen Tageslichtführung und auf dem gesunden Raumklima. Heute weist die Bank einen Jahresheizenergiebedarf von 20 kWh/m²a auf und hat damit den Passivhausstandard von 15 kWh/m²a nur knapp verfehlt. Als Energiequelle dient ein Grundwasserbrunnen, dessen Wärme bzw. Kälte über die Wärmerückgewinnung der kontrollierten Lüftungsanlage mehrfach genutzt werden kann. Außerdem ermöglicht ein vier Stockwerke hohes Atrium die natürliche Ausleuchtung der gebäudetiefen Schalterhalle im Erdgeschoss und der Büros im 2. und 3. Obergeschoss. Auf die Verwendung von Schadstoff freisetzenden Materialien wie PVC im Innenraum wurde weitestgehend verzichtet. Das Materialkonzept setzt sich nahtlos bis in den Außenraum fort: Das gesamte Gebäude ist mit Schiefer bekleidet.

Schiefer
Die dunkle Fassade wird maßgeblich durch auffallende Fensterrahmen aus Aluminium strukturiert, in denen sich auch der Sonnenschutz befindet. Der Schiefer wurde als Dynamische Deckung ausgeführt, im Sockelbereich weisen die einzelnen Platten die Maße 5 x 10 x 15 cm auf, in den drei Obergeschossen legte der Architekt Wert auf eine verbleibende Ansichtsbreite von 20 cm. Bei der Dynamischen Rechteck-Deckung wird die Höhenüberdeckung kaum erkennbar schuppenartig Stein auf Stein gedeckt, auf eine seitliche Überdeckung wird jedoch verzichtet. Durch dieses Deckschema entsteht eine Fassadenfläche, die an Bruchsteinwände oder unregelmäßiges Mauerwerk erinnert, da eine gerade verlaufende „Lagerfuge“ entsteht.

Die Wände sind von innen nach außen folgendermaßen aufgebaut: 2,5 cm Gipskarton, 10 cm  gedämmte Installationsebene, Dampfsperre, 1,6 cm OSB Platte, 24 cm gedämmte Holzelementkonstruktion, 3 cm DWD Platte, 4 cm Hinterlüftung, 2,5 cm Rauspundschalung als Unterkonstruktion und abschließend der Schiefer.

An Schiefer gefiel dem Architekten sein unterschiedliches Aussehen je nach den momentanen Lichtverhältnissen oder auch im nassen Zustand bei Regen. Auf die Frage, warum er Schiefer als prägendes Material ausgesucht hat, antwortete er: „Das Objekt steht am Eingang zum Dorfzentrum von Wolfurt, einem Ort mit sehr vielen Holzschindelfassaden. Für mich war die Schieferschindel das ideale Material, um die örtliche Identität aufzugreifen und gleichzeitig eine moderne Fassade für das Bankgebäude zu schaffen.“

Bautafel

Architekt: Christoph Kalb Architekt ARB DipArc BSc - Architekturwerk Christoph Kalb, Dornbirn
Projektbeteiligte: Gbd, Dornbirn (Tragwerksplanung); Koller und Partner, Bregenz (Haustechnik); TB Schagginger, Sulz (Elektrotechnik); Lichtimpulse Dieter Heuberger, Höchst (Lichtplanung); Rathscheck Schiefer, Mayen (Schiefer Intersin)
Bauherr: Raiffeisenbank am Hofsteig
Fertigstellung: 2010
Standort: Kellerhofstraße 12, 6922 Wolfurt

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