DIN V 18599 Normenreihe zur Bewertung von Gebäuden

Zur Feststellung der Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden entwickelte ein gemeinsamer Arbeitsausschuss der Normenausschüsse Bauwesen (NABau), Heiz- und Raumlufttechnik (NHRS) und Lichttechnik (FNL) die Normenreihe DIN V 18599 Energetische Bewertung von Gebäuden - Berechnung des Nutz-, End- und Primärenergiebedarfs für Heizung, Kühlung, Lüftung, Trinkwarmwasser und Beleuchtung. Die damit erstellte Berechnungsmethode dient der Beurteilung aller aufzuwendenden Energiemengen eines Gebäudes. Es wird der Nutz -, End -, und Primärenergiebedarf für Beheizung, Beleuchtung und Warmwasserbereitung des zu untersuchenden Gebäudes berechnet. So wird eine integrale Energiebilanzierung erstellt, die den Baukörper, die Nutzung und die Anlagentechnik umfasst und die gegenseitigen Wechselwirkungen sowie Randbedingungen und Klimaregionen mit einbezieht.

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Die DIN V 18599 diente bislang der Bilanzierung von Nichtwohngebäuden, mit den Neuerung der EnEV 2009 darf sie auch bei der Bilanzierung von Wohngebäuden angewandt werden.

Die Normenreihe besteht aus 10 Teilen:

  • Teil 1 gibt einen Überblick über das Vorgehen bei der Berechnung. Dabei wird ein Verfahren festgelegt, wie die Gebäude zu zonieren sind, und es werden Rechenregeln aufgestellt, wie innere Wärmequellen und Wärmeverluste (Wärmesenken) und technische Verluste auf die jeweiligen Zonen umgelegt werden.

  • Teil 2 definiert die Berechnung des Nutzenergiebedarfs. Dabei wurde das bestehende Verfahren zur Heizenergieberechnung der DIN EN 832 und DIN 4108-6 um die Bereiche Kühlung und Raumlufttechnik erweitert.

  • Teil 3 beschäftigt sich mit zentralen raumlufttechnischen Anlagen (RLT-Anlagen). Es wird deren Nutzenergiebedarf für das Heizen, Kühlen, Befeuchten und Entfeuchten berechnet sowie der Bedarf durch die Luftförderung.

  • Teil 4 bezieht die Beleuchtung mit ein. Dabei werden sowohl die installierte Anschlussleistung des Beleuchtungssystems, die Tageslichtversorgung, die Beleuchtungskontrollsysteme als auch die Nutzungsanforderungen berücksichtigt. Die Wärmeentwicklung der künstlichen Beleuchtung fließt in die thermische Zonenbilanzierung mit ein.

  • Teil 5 hat seine Grundlage in der Methodik der DIN V 4701-10 zu Bilanzierung von Heizsystemen. Das Berechnungsverfahren ist jedoch weiter gefasst, um Einschränkungen bei der Gebäudenutzung oder des bauseitigen Heizwärmebedarfs zu eliminieren.

  • Teil 6 beschreibt das Vorgehen zur energetischen Bewertung für Wohnungslüftungsanlagen und Luftheizungsanlagen.

  • Teil 7 beschreibt und legt die Bewertung von Systemen zur Kühlung und Klimatisierung im Wohnungsbereich sowie bei Nichtwohngebäuden der Lüftungssysteme fest. Dabei wird der berechnete Bedarf für die Raumkühlung aus Teil 2 und der Außenluftaufbereitung aus Teil 3 zu Grunde gelegt und unter Einbeziehung der Übergabe- und Verteilungsverluste für die Raumkühlung und RLT-Kühlung sowie RLT-Heizung berechnet und Randbedingungen für Komponenten der Raumlufttechnik definiert.

  • Teil 8 regelt die Bewertung von Systemen zur Trinkwassererwärmung. Hier wurde, wie bei Teil 5 auf die vorhandene Methodik aus der DIN V 4701-10 aufgebaut.

  • Teil 9 beschäftigt sich mit der Berechnung des energetischen Aufwands bei Kraft-Wärme-gekoppelten Systemen die zur Wärmeerzeugung innerhalb des Gebäudes stehen, z.B. Block-Heiz-Kraftwerken (BHKW).

  • Teil 10 schließt die Normenreihe mit der Aufstellung von Nutzungsrandbedingungen ab. Sie dienen als Grundlage für den öffentlich-rechtlichen Nachweis und enthalten Informationen für Anwendungen im Rahmen der Energieberatung. Außerdem werden Klimadaten für das Referenzklima Deutschland zur Verfügung gestellt. Die Klimazonen wurden mittlerweile von 40 auf 800 erweitert.
Die vorhandenen Rechenprogramme unterstützen bei der Berechnung nach DIN V 18599, allerdings sind die aufgestellten Methoden noch so komplex, dass nicht immer die gleichen Ergebnisse herauskommen. Als Anwender sollte man sich auf jeden Fall mit Teil 1 und Teil 10 ausführlich beschäftigen. Eine Vereinfachung der Normenreihe, die auch als Grundlage zur Berechnung für Wohngebäude der novellierten EnEV dienen sollte, wurde bisher nicht erstellt. Eine Zusammenfassung der Teile 1 bis 10 sowie Änderungen sind in der DIN 18599-100 im Oktober 2009 vorgelegt worden.

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