Schallschutz einschaliger Bauteile

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Das bewertete Schalldämmmaß R`w eines einschaligen Bauteils, sei es eine Platte, eine Decke oder eine Wand, hängt von der flächenbezogenen Masse ab. Je schwerer die Wand, um so größer ist die Schalldämmung. Voraussetzung ist die Dichtheit der Wand: keine Luftspalten und keine größeren Hohlräume. Die Art des Materials spielt nur eine bedingte Rolle, auch der Einfluss der Steifigkeit ist relativ gering. Das Schalldämmmaß R` von Wänden und Decken nimmt in der Regel mit der Frequenz zu.

Der Einfluss von kleinen Hohlräumen ist weitgehend ohne Bedeutung. Ungünstig wirken sich allerdings versetzte Steinlochungen aus, da sie den Stein „weicher“ machen. Bei großen Hohlräumen führen Resonanzen der einzelnen Schalenelemente zu einer verringerten Schalldämmung. Die Dimension lässt sich nur durch Messung bestimmen.

Bei dicken Außenwänden mit geringem Raumgewicht können Dickenresonanzen (geringes Elastizitätsmodul, geringes Raumgewicht) zu einer Minderung der Schalldämmung führen. Besondere Auswirkungen hat die Lochversetzung auf die Dickenresonanzen: Wände aus lochversetzten Steinen verlieren gegenüber solchen mit durchlaufenden Stegen an Steifigkeit, die Schalldämmwirkung sinkt im Mittel um 10%.

Das bewertete Schalldämmmaß R`w von beidseits geputzten Wänden steht in Abhängigkeit von der Steinrohdichteklasse und der Wanddicken:

  • Hohlblocksteine (RDK 0,8): Wanddicke 17,5 cm - 44 dB / Wanddicke 24 cm - 46 dB
  • Hochlochziegel (RDK 1,2): Wanddicke 17,5 - 45 dB / Wanddicke 24 cm - 48 dB
  • Beton (RDK 1,4): Wanddicke 17,5 cm - 48 dB / Wanddicke 24 cm - 52 dB
  • Kalksandstein (RDK 1,8): Wanddicke 17,5 cm - 51 dB / Wanddicke 24 cm - 54 dB
Die gewählten vier Steinarten würden in anderen Rohdichteklassen natürlich variierende Schallwerte aufweisen. Großen Einfluss auf die Schalldämmung haben in jedem Falle Putze. Sie schließen Fugen, erhöhen die Steifigkeit von „weichen” Lochsteinen. Schon ein einseitiger Putz kann Undichtigkeiten im Mauerwerk wirksam ausgleichen.

Ein besonderer Effekt ist die Materialdämpfung, die Umwandlung der Körperschall-Schwingungsenergie der Wand in Wärme. Bei Wänden aus Leichtbeton, insbesondere Porenbeton, ist auf dem Prüfstand und vor Ort eine bessere Schalldämmung gemessen worden, als nach Gewichtskurve zu erwarten war. Ursachen sind die Dämpfung des Materials selbst und die verstärkte Ableitung des Schalldrucks in andere Bauteile.

Quellen: DIN 4109 Schallschutz im Hochbau: Anforderungen sowie Mauerwerksatlas, Birkhäuser, Basel Boston Berlin 2007

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