Ladestation für Elektroautos in Fredericia

Strom tanken und im Grünen pausieren

Irgendwann ist bei jedem Auto der Tank oder die Batterie leer und muss aufgefüllt werden. Während die aus endlichen Rohstoffen hergestellten Treibstoffe wie Benzin, Diesel oder Erdgas innerhalb weniger Minuten getankt sind, dauert das vollständige Aufladen eines Akkus beim Elektro- oder Plug-In-Hybrid-Fahrzeug manchmal Stunden. Eine besonders schnell ladende Stromtankstelle, die dazu Erholungsmöglichkeiten bietet, hat das Architekturbüro COBE in Zusammenarbeit mit einem deutschen Energiekonzern und einem dänischen Ladenetzbetreiber entwickelt.

Gallerie

Die erste Station dieser Art befindet sich an der Schnellstraße E20 bei Fredericia. Während ihr Auto in rund einer Viertelstunde mit Energie aus regenerativer Quelle versorgt wird, können die Wartenden sich ausruhen. Die viel befahrene Straße liegt nahe der Brücke über den Kleinen Belt, die das dänische Festland mit der Nordseeinsel Fynen verbindet. Nördlich der Ausfahrt 28 befindet sich das Gewerbegebiet mit der Ladestation: Der hölzerne Neubau fällt auf dem Areal mit Supermärkten, Fast-Food-Restaurants und einer Waschanlage auf.

Holzkonstruktion mit Flachdach
Auf einer Plattform aus Betonplatten erheben sich zwölf hölzerne Stützen im Raster und tragen ein 400 Quadratmeter großes Dach. Die Stützen aus Leimbindern weiten sich konisch auf und verzweigen sich zu sechs Trägern, auf denen das begrünte Flachdach aufliegt. Dessen Struktur aus rechtwinkeligen Dreiecken erinnert an das Legespiel Tangram. Die Ladestation beruht auf einem modularen Konzept: Die Stütze mit quadratischem Dach ist beliebig erweiterbar. Verwendet wird ausschließlich zertifiziertes Holz. Alle Komponenten der Konstruktion lassen sich wiederverwenden.

Grüne Insel als Ort zum Pausieren
Sich in die Geometrie fügende Auslassungen in Boden und Dach dienen der Auflockerung und bieten Platz für Bäume und bepflanzte Beete, die gemeinsam mit der Dänischen Gesellschaft für Naturschutz ausgewählt wurden. Die grüne Oase verbessert die Biodiversität in der Umgebung. Sitzgelegenheiten aus gestapelten Kästen laden zum Ausruhen ein; an den Dachbalken lässt sich eine Schaukel anbringen.

Solarenergie und kurze Ladezeit
Vier Fahrzeuge können in Fredericia gleichzeitig aufgeladen werden. Die auf dem Dach montierte Photovoltaikanlage versorgt die Elektrofahrzeuge mit solar erzeugtem Strom. Mindestens 150 Kilowatt stellen die Gleichstromschnellladestationen zur Verfügung. Der Ladevorgang dauert nur 15 bis 20 Minuten. Zum Vergleich: Die Ladedauer einer Haushaltssteckdose mit 2,3 kW beträgt acht bis 14 Stunden, an einer öffentlichen Ladesäule mit 10 bis 22 kW dauert der Vorgang zwischen zwei und vier Stunden; an einem Tesla-Supercharger mit 120 kW beansprucht der Ladevorgang etwa zwanzig Minuten.

Zwei verschiedene Stecksysteme gibt es an den Ladesäulen für verschiedene Automarken: Typ 2 mit CCS (Combined Charging System, auf deutsch: kombiniertes Ladesystem, das Wechselstrom- und Gleichstromladen ermöglicht) sowie CHAdeMO (in Japan entwickelte Schnittstelle, die auf Gleichspannung basiert). Die Hochleistungslader sollen in der Lage sein, bis zu 350 kW bereitzustellen. Allerding sind u.a. die Akkus der Fahrzeuge dafür noch nicht ausgelegt, weshalb derzeit mit geringeren Leistungen geladen wird.

Ausbau der Infrastruktur
Bis 2020 sind für Dänemark acht der Stationen entlang von Autobahnen vorgesehen. Jeweils zwanzig sind in Schweden und Norwegen geplant. Die schnell ladenden Stromtankstellen verdichten das Netz für Fahrzeuge, die mit regenerativen Energien anstelle fossiler Brennstoffe betrieben werden. Der Entwurf wurde mit dem Infrastrukturpreis der Danish Building Awards 2018 ausgezeichnet. -jb

Bautafel

Architekten: COBE, Kopenhagen
Projektbeteiligte:
ARUP, Kopenhagen, und AB Claussen (Ingenieurplanung); ABB, Zürich (Schnellladestationen); Dänische Gesellschaft für Naturschutz, Kopenhagen (Beratung bei der Wahl der Pflanzen)
Bauherr: E.ON Drive, München, und Clever, Kopenhagen
Fertigstellung: 2019
Standort:
Strevelinsvej 5, 7000 Fredericia
Bildnachweis: Rasmus Hjortshøj – COAST, Kopenhagen

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