Wärmebrücken und Luftdichtheit

Tragwerksteile in der Dämmebene, Feuchteschutz und Ausführungshinweise

Holz hat in Relation zu seiner Tragfähigkeit eine sehr geringe Dichte. Die Wärmeleitfähigkeit ist mit 0,13 W/(mK) (Fichte) sehr gering. In Bezug auf die Gebäudehülle unterscheidet sich das Konstruieren mit Holz von Konstruktionen aus Beton, Stahl oder Mauerwerk grundsätzlich dadurch, dass Tragwerksteile in der Dämmebene angeordnet sein oder die Dämmebene durchdringen können, ohne problematische Wärmebrücken zu verursachen.

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Das gilt mit Einschränkungen auch für energetisch besonders anspruchsvolle Bauvorhaben. Deshalb lassen sich – bei gleicher Dämmleistung – im Holzbau schlankere Außenbauteile umsetzen und so wertvoller Bauraum sparen.

Luftdichtung/Dampfdichtung
Andererseits sind Außenbauteile aus Holzkonstruktionen, wenn sie nicht fachgerecht konstruiert und ausgeführt sind, anfällig für Feuchteschäden. Das betrifft nicht nur Niederschlagswasser, sondern auch Feuchtigkeit, die über Konvektion oder Diffusion in Außenbauteile eingebracht werden können. Daher ist die Planung und Ausführung einer lückenlosen luft- und diffusionsdichten Schicht (meist übernimmt eine Schicht beide Funktionen) besonders wichtig.

Inzwischen wird diese Schicht häufig nicht mehr aus Folien, sondern aus Plattenwerkstoffen hergestellt, die wesentlich robuster gegen Beschädigungen sind. Dazu eignen sich OSB-, Dreischicht- oder Furniersperrholzplatten, aber auch BSP- oder Furnierschichtholzelemente. Die Stöße der Platten müssen luftdicht sein. Das erfolgt üblicherweise über Klebebänder oder – beispielsweise im Fall von Stößen großer Bauelemente oder bei sichtbaren Konstruktionen – über luftdichte Fugenbänder (Kompriband oder Profilband).

Um die luftdichte Schicht vor Beschädigung und vor allem vor Durchdringungen der Elektroinstallation zu schützen, wird raumseitig an Außenwänden und Dachflächen häufig eine Installationsschicht ausgeführt. Mit einer Tiefe von 5-6 cm entspricht sie der einer Steckdose/eines Lichtschalters, die Bekleidung muss keinen speziellen bauphysikalischen Anforderungen genügen. Die Installationsschicht kann ausgedämmt werden, um den U-Wert des Außenbauteils zu verbessern. Es sollte aber maximal 20% der Dämmleistung des Außenbauteils innerhalb der luft-/dampfdichten Schicht liegen, um Kondensatausfall im Bauteil in sicher zu vermeiden.

Diffusionsoffene Ausführung
Außenbauteile sollten außerdem möglichst diffusionsoffen ausgeführt werden, d.h. die diffusionsäquivalente Luftschichtstärke (sd-Wert) der Bauteilschichten sollte von innen nach außen abnehmen. Außenseitige Beplankungen werden daher oft als diffusionsoffene poröse Holzfaserplatte ausgeführt, die auch als Dämmung unterschiedlicher Stärke die (geringen) Wärmebrücken der Holzkonstruktion verringern kann. Wenn sie hydrophobiert ist, dient sie gleichzeitig als Unterdeckung.

Hinterlüftete Fassaden- und Dachaufbauten mit wasserdichter, aber diffusionsoffener Unterdeckung sind vor diesem Hintergrund besonders vorteilhaft, denn sie können ohne besonderen Aufwand diffusionsoffen ausgeführt werden. Sie sind meist bauphysikalisch besonders robust.

Autor: Stefan Krötsch

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In Bezug auf die Gebäudehülle unterscheidet sich das Konstruieren mit Holz von Konstruktionen aus Beton, Stahl oder Mauerwerk grundsätzlich dadurch, dass Tragwerksteile in der Dämmebene angeordnet sein oder die Dämmebene durchdringen können, ohne problematische Wärmebrücken zu verursachen (im Bild: Akademie der GIZ in Bonn-Röttgen, Waechter + Waechter Architekten)

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