Nicht belüftetes Dach (II): Unterdeckbahn/Unterdach

Unterdeckbahnen bzw. Unterdächer bestehen aus einem diffusionsoffenen Material. Dadurch wird gewährleistet, dass vorübergehende Feuchte in der Wärmedämmung durch die Bahn diffundieren kann und damit die Wärmedämmung trocken gehalten wird. Darüber hinaus muss dieses Bauteil als zusätzliche wasserableitende Schicht einen ausreichenden Feuchteschutz für die darunter liegende Wärmedämmung bieten. Unterdeckbahnen dürfen keinen Zelteffekt aufweisen, d.h. bei Kontakt zu weiter unten (raumseits) angeordneten Werkstoffen/Bauteilschichten darf kein Wasser in tropfbarer Form durch die Bahnen gelangen.

Auf die Ausbildung einer geschlossenen Hülle ist beim Einbau zu achten, um eine direkte Verbindung zwischen Dachkonstruktion und Hohlraum unter der Dachdeckung zu vermeiden.

Unterdeckbahnen sollten einen möglichst geringen Wasserdampfdiffusionswiderstand (sd-Wert) aufweisen. Dieser bewegt sich bei handelsüblichen Produkten zwischen 0,001 m und 0,3 m. Bauphysikalisch gerechnet wird mit einem sd-Wert von 0,1 m.

Unterschied Unterspannung – Unterdeckung
Fälschlicherweise werden oftmals alle Bahnen als Unterspannbahnen bezeichnet. Der Unterschied liegt jedoch in der Verlegung. Unterspannungen sind immer frei hängend, wenn auch mit leichtem Durchhang, während Unterdeckungen flächige Auflagen, wie z.B. Wärmedämmungen, haben. Folgerichtig kann eine Unterdeckbahn zwar als Unterspannbahn eingesetzt werden, wie es bei belüfteten Konstruktionen der Fall ist, meistens aber nicht umgekehrt, da reine Unterspannbahnen oftmals den oben bereits erwähnten Zelteffekt aufweisen.

Eine größere Sicherheit in Hinblick auf Winddichtigkeit und Feuchteschutz erreicht man mit der Ausbildung eines Unterdaches aus Schalungen o.ä. Es bietet weitere bauphysikalische Vorteile – wie zusätzliche Wärmedämmung, Erhöhung der Winddichtigkeit und Wasseraufnahmefähigkeit bei vorübergehender Durchfeuchtung.

Als Materialien eignen sich für die nicht belüftete Dachkonstruktion besonders Holzschalungen und Holzwolle-Leichtbauplatten mit oberseitigen Abdeckungen sowie bituminierte Holzweichfaserplatten und harte Holzfaserplatten.

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