Glas

Gallerie

Die Verwendung von Glas in der Architektur ist als erstes in Villen und Thermen den Römer nachweisbar. Im 19. Jahrhundert steigerten rationellere Arbeitsabläufe die Produktion und ab 1913 wurden die ersten Glastafeln maschinell angefertigt. Dank neuer Techniken konnte in jüngster Zeit auch das Problem der Steuerung von Licht und Wärme beseitigt oder zumindest reduziert werden. Zudem spielt Glas im Zusammenhang mit der Nutzung der Sonnenenergie inzwischen eine bedeutende Rolle.

Konstruktion
Für dichtende Querstöße sind Dachneigungen von weniger als 10° zu vermeiden, da sonst der Verschmutzungsgrad, die Gefahr für stehendes Wasser und Dichtungsprobleme ansteigen. Für deckende Querstöße sind Dachneigungen von mindestens 30° erforderlich. Alle verglasten Flächen in geneigter Ausführung, die sich oberhalb der Mindestraumhöhe befinden, gelten als Überkopfverglasungen. Hierfür dürfen nur folgende Glasarten verwendet werden:

  • Verbundsicherheitsglas aus Normalglas
  • Verbundsicherheitsglas aus teilvorgespanntem Glas
  • Kombinationen von beiden
  • Drahtglas (Drahtspiegel und Drahtguß)
Bei Überkopfverglasungen im Innern von Gebäuden ist aufgrund der Wärmeschutzverordnung immer Isolierglas einzusetzen.

Befestigungsmöglichkeiten
Für Überkopfverglasungen eignen sich sowohl Punkthalterungen, bei denen das Glas mittels Schrauben an der Unterkonstruktion befestigt wird, als auch Pressleisten, bei denen Stahl- oder Aluprofile die Gläser halten. Glasbauteile werden im Allgemeinen vor Ort auf einer tragenden Unterkonstruktion befestigt. Sie müssen so gefügt werden, dass die Dichtungsfunktionen an Wasser, Luft und Schall erfüllt werden. Als Dichtungsanschlüsse eignen sich vorgefertigte Dichtungsprofile aus dauerelastischem Material (mit Pressleiste oder selbstklebendem Profil), Auflegebänder und Dichtstoffversiegelungen und deckende Querstöße durch Überlappung. Die Technischen Regeln für die Verwendung von linienförmig gelagerten Überkopf-Verglasungen des Deutschen Instituts für Bautechnik sind zu beachten. Sie legen die Bemessung der Scheiben sowie Anforderungen an die Resttragfähigkeit fest.

Sonnenschutz
Bei der Verwendung größerer Glasflächen sind zusätzliche Sonnenschutzmaßnahmen erforderlich:
  • Sonnenschutzglas (mit Edelmetallen oder Metalloxiden beschichtetes Glas)
  • Außen liegender Sonnenschutz
  • Reflektierende oder absorbierende Folie auf der Glasaußenfläche
  • Sonnenschutz im Scheibenzwischenraum
  • Schaltbare Gläser (schalt- und regelbaren Sonnenschutzgläser)
  • Innen liegender Sonnenschutz
Wichtiges Kriterium für die richtige Wahl des Sonnenschutzsystems ist es, viel Licht und wenig Wärme in das Gebäudeinnere zu lassen.

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