DIN 18532 – Abdichtung für befahrbare Verkehrsflächen

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Die im Zusammenhang mit einem Normenpaket zur Bauwerksabdichtung im Jahr 2017 herausgegebene DIN 18532: Abdichtung von befahrbaren Verkehrsflächen aus Beton wurde im August 2025 vollständig überarbeitet. Die Norm legt klare Anforderungen an alle Funktionsschichten der Fahrbahnkonstruktion fest und bietet eine modernisierte, praxisorientierte und langlebige Grundlage. Sie ist in folgende sechs Teile gegliedert:

  • Teil 1:  Anforderungen, Planungs- und Ausführungsgrundsätze
  • Teil 2:  Abdichtung mit einer Lage Polymerbitumenschweißbahn und einer Lage Gussasphalt
  • Teil 3:  Abdichtung mit zwei Lagen Polymerbitumenbahnen
  • Teil 4:  Abdichtung mit einer Lage Kunststoff- oder Elastomerbahn
  • Teil 5:  Abdichtung mit einer Lage Polymerbitumenbahn und einer Lage Kunststoffbahn
  • Teil 6:  Abdichtungen mit flüssig zu verarbeitenden Abdichtungsstoffen

Differenzierung zur DIN 18533

Die DIN 18532 bezieht sich auf Bauten, die nicht durch die DIN 18533: Abdichtung von erdberührten Bauteilen – Teil 1: Anforderungen, Planungs- und Ausführungsgrundsätze abgedeckt werden oder unter die Zusätzlichen Technischen Vertragsbedingungen und Richtlinien für Ingenieurbauten (ZTV-ING) fallen. Die Regelungen gelten für neu herzustellende und zu erneuernde Abdichtungen unter anderem von 

  • Parkdecks und Parkdächern bei Parkhäusern
  • Hofkellerdecken sowie Durchfahrten
  • Bodenplatten von Parkhäusern
  • Bodenplatten von Kleingaragen
  • Zugängen zu Parkbauten.

Einwirkungsklassen

Für die Festlegung der passenden Abdichtungsbauart werden Einwirkungen nach ihrer Art und Intensität in verschiedene Klassen unterteilt. Bei den Nutzungsklassen geht es um die Einwirkungen durch Verkehr, für die Rissklassen ist die zu erwartende Rissbreite im Betonuntergrund entscheidend. Unterschieden werden      

  • einbaubedingte Einwirkungen
  • umgebungsbedingte Einwirkungen
  • Einwirkungen aus Verkehr (hier wird eine Einteilung in Nutzungsklassen vorgenommen)
  • Einwirkungen aus der Betonunterlage (hier wird eine Einteilung in Rissklassen vorgenommen) und 
  • Einwirkungen aus anderen Funktionsschichten.
Bereiche mit wasserundurchlässigen Betonteilen, die konstruktiv, statisch und werkstofftechnologisch besondere Maßnahmen erfordern, fallen nicht in den Geltungsbereich der Norm. Das gilt auch für Eisenbahnbrücken und andere Ingenieurbauwerke des Schienenweges. 

Entscheidend ist die Differenzierung zwischen dem Schutz des Bauwerks und dem Schutz eines Bauteils. Die Abdichtungen der DIN 18532 betreffen den Schutz des Bauwerks hinsichtlich eines Eindringens von Wasser und nicht Einwirkungen gegenüber dem Bauteil wie beispielsweise aggressive Salze, Eis oder Frost. Um die Beständigkeit des Bauwerks zu garantieren, sind weitere Normen und Regelungen in Bezug auf den Bauteilschutz zu berücksichtigen.

Teil 1
der Norm beinhaltet generelle Anforderungen bezüglich
  • Abdichtung
  • Schutz der Abdichtung
  • Untergrund
  • Übergängen, An- und Abschlüssen
  • Abdichtung von Bewegungsfugen
  • Wärmedämmung
  • Lastverteilung
  • Nutzschichten
  • Dampfsperre
Die Einteilung in vier Nutzungsklassen, welche die mechanische Einwirkung auf die Abdichtung definieren, lautet wie folgt:
  • N1-V – Beanspruchung durch Verkehr gering
  • N2-V – Beanspruchung durch Verkehr mittel
  • N3-V – Beanspruchung durch Verkehr hoch
  • N4-V – Beanspruchung durch Verkehr sehr hoch

und jeweils die Bauweise „mit Wärmedämmung“ bzw. „ohne Wärmedämmung“.

Rissklassen

Die Rissklassen beschreiben die zu erwartende Intensität der Rissbildung bzw. der Rissbreitenänderung am Betonuntergrund. Die genaue Einteilung und Definition der Klassen finden Sie in Teil 1 der Norm, der die Anforderungen, Planungs- und Ausführungsgrundsätze festlegt.

Vorgehensweise für Planer und Ausführende:

  • Bestimmen Sie die Rissklasse des Betons: Ermitteln Sie anhand der zu erwartenden Einwirkungen die geeignete Rissklasse für das abzudichtende Bauteil.
  • Wählen Sie die Abdichtungsbauart: Wählen Sie anschließend eine Abdichtungsbauart aus den in Teil 1 der Norm vorgestellten Verfahren, die den Anforderungen der ermittelten Rissklasse entspricht.

Innerhalb eines ruhenden Fluids kann durch die Gravitation ein Druck entstehen, welcher hydrostatischer Druck genannt wird. Um diesen so gering wie möglich zu halten, schreibt auch hier die Norm ein Gefälle der Abdichtungsebene von mind. 2,5 Prozent vor. Wenn das nicht erwünscht ist, kann durch eine höhere Zuverlässigkeit der Abdichtungsebene das Gefälle verringert werden. Belagsfugen helfen gegen Pfützen, falls die Nutzungsebene nicht auch mindestens 2,5 Prozent Gefälle hat.

Abdichtungsbauarten und Abdichtungsbauweisen

Abdichtungsbauarten beschreiben die stoffliche und konstruktive Ausführung der Abdichtung. Für befahrbare Verkehrsflächen aus Beton können sowohl bahnenförmige als auch flüssig verarbeitbare Abdichtungsstoffe eingesetzt werden. Insgesamt stehen fünf verschiedene Abdichtungsbauarten zur Auswahl:

  • eine Lage Polymerbitumen-Schweißbahn und eine Lage Gussasphalt (DIN 18532-2)
  • zwei Lagen Polymerbitumenbahnen (DIN 18532-3)
  • eine Lage Kunststoff- oder Elastomerbahn (DIN 18532-4)
  • eine Lage Polymerbitumenbahn und eine Lage Kunststoff- oder Elastomerbahn (DIN 18532-5)
  • flüssig zu verarbeitende Abdichtungsstoffe (DIN 18532-6).

Abdichtungsbauweisen beschreiben die Anordnung der Abdichtung im Bauteil, also im Fahrbahnaufbau. Grundsätzlich liegt die Abdichtung dort, wo der Verkehr beansprucht, also auf der Oberseite der Tragkonstruktion bzw. dem Konstruktionsbeton. Sie kann unter Lastverteilungs- und/oder Nutzschichten angeordnet sein (indirekte Nutzung/Beanspruchung) oder die oberste Schicht des Fahrbahnaufbaus bilden und direkt befahren werden (direkte Nutzung/Beanspruchung). Zusätzlich unterscheiden sich Abdichtungsbauweisen durch das Vorhandensein bzw. Fehlen einer Wärmedämmschicht (Bauweisen 1 bzw. 2).

Verwendung der Abdichtungsbauarten, Nutzungsklassen und Bauarten in den Teilen 2 bis 6 der DIN 18532

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