Kunststoffbahnen verlegen

Bei der Ausführung von Kunststoffabdichtungen muss unbedingt auf sorgfältige Naht- und Anschlussverbindungen geachtet werden, da sie nur einlagig und meistens lose auf einer Schutzschicht aus Kunststoffvlies verlegt werden. Zur Windsogsicherung werden sie entweder mechanisch befestigt oder durch eine Auflast gesichert. Zusätzlich ist eine streifen- oder punktförmige Verklebung möglich, allerdings keine flächige Verklebung, da diese die hohe Flexibilität und Dehnbarkeit der Kunststoffbahnen verhindern würde.

Gallerie

Die Vorteile einer lose verlegten Abdichtung bestehen zum einen in einer nahezu witterungsunabhängigen Verlegung, insbesondere bei Einbringen komplett vorgefertigter Planen (kleinere Flachdachflächen). Zum anderen lassen sich bei Reparaturen und Umbauten einzelne Schichten ohne deren Zerstörung wiederverwenden. Für Auflastsysteme sind nur speziell ausgerüstete und geprüfte Dachbahnen einsetzbar, die den besonderen Belastungen etwa von stehendem Wasser, Mikroorganismen und Wurzelwachstum standhalten.

Die dauerhafte Verbindung mit bitumigen Abdichtungen ist – mit Ausnahme von ECB – nicht fachgerecht, da zwischen Kunststoffoberfläche und Bitumen nur Adhäsionshaftungen zustande kommen. Bei Unverträglichkeiten zwischen Kunststoff-Dachabdichtungsbahnen und anderen Schichten sind Trennschichten vorzusehen.

Verarbeitung
Die Verbindung der thermoplastischen Kunststoffbahnen erfolgt mit 4 cm Stoßüberdeckung je nach Herstellerangaben (Quellschweißen, Warmgasschweißen, Dichtungs- bzw. Abdeckbänder, Hochfrequenzschweißung, Heizkeilschweißung). Aufgrund eines natürlichen Schrumpfes gilt die Forderung, Abdichtungen aus Kunststoffbahnen grundsätzlich an Rändern, Anschlüssen und Hohlkehlen linienförmig zu fixieren. Kautschukabdichtungen sollten darüber hinaus mit etwa 1% Längenzugabe eingebaut werden.

Es ist darauf zu achten, dass die Dachbahnen absolut faltenlos und eben verlegt werden. Vor einer Sanierung muss die Dachfläche gründlich gesäubert, Kanten und Grate entfernt und Unebenheiten wie Wellen, Blasen oder Falten abgestoßen und ausgeglichen werden. Bei Dächern mit Kiesschüttung muss diese vor dem Aufbringen der neuen Bahnen restlos abgeräumt werden. Zur Erhöhung der Klebfähigkeit wird in der Regel ein Voranstrich oder eine Grundierung aufgebracht.

Geradheit und Planlage
Die Prüfung der Geradheit (g) und Planlage (p) von Kunststoff- und Elastomerbahnen für Dachabdichtungen erfolgt nach DIN EN 1848-2. Dabei wird die Bahn bei Raumtemperatur 18° bis 28°C in einer Länge von mindestens 10 m auf einer ebenen Unterlage spannungsfrei abgerollt. Die Abweichung von der Geradheit der Bahn wird als der größte Abstand (g) in mm zwischen der Kante der abgerollten Bahn und der Strecke AB gemessen. Die Geradheit (g) und Planlage (p) kann als visuelle Prüfung bzgl. Qualität in der Fertigung der Bahn herangezogen werden. Darüber hinaus ist dieser Wert ein Parameter für die Verarbeitungssicherheit. Dachbahnen mit großen Abweichungen neigen zum „Verlauf“ bei der Heißluftverschweißung – eine mangelhafte Nahtfügung (Faltenbildung) ist die Folge. Nach Anforderung der Europäischen Vereinigung dauerhaft dichtes Dach (ddDach), sind folgende Abweichungen einzuhalten: Geradheit (g) < 30 mm, Planlage (p) < 10 mm.

Grundsätzliche Informationen zur Verlegung von Kunststoffbahnen aus FPO, deren Fixierung und Nahtverbindung, Verlegearten und Detailausbildung finden Sie ausführlich beschrieben und bebildert in der unten angefügten Verlegeanleitung FPO – Bauder Thermoplan/Bauder Thermofin (siehe Downloads).

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