Feuchte- und Witterungsschutz

Jedes Gebäude ist Feuchtigkeit ausgesetzt, mal von innen durch Tauwasser, mal von außen durch einfachen Regen. Für den Schutz von Bauwerken gegen Feuchtigkeit werden folgenden vier Beanspruchungsarten unterschieden:

  • Tauwasserbildung im Inneren von Bauteilen
  • Tauwasserbildung auf Bauteiloberflächen
  • Schlagregenbeanspruchung
  • Spritzwasserbeanspruchung
Anforderungen, Nachweise und Empfehlungen, die diesen Feuchteschutz von Bauteilen betreffen, sind in DIN 4108 Wärmeschutz und Energie-Einsparung von Gebäuden formuliert. Bauwerksabdichtungen werden in DIN 18195 Bauwerksabdichtungen behandelt.

Tauwasserbildung im Inneren von Bauteilen
Tauwasserbildung im Wandinneren kann insbesondere bei Konstruktionen mit Innendämmungen zu Problemen führen. Durch die Innendämmung wird das tragende Bauteil Wand von der Energiezufuhr des Raumes abgeschnitten und bleibt kalt. Warme Raumluft würde daher auf der kalten Wand kondensieren. Es gibt zwei Konstruktionsarten, die dies berücksichtigen: Entweder wird durch eine Dampfsperre der Feuchtigkeitseintrag verhindert oder es muss ein hygroskopisches Material ausgewählt werden. (Diese Materialien können Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben.)

Besondere Aufmerksamkeit erfordern die Anschlussbereiche von Wänden und Decken, da insbesondere hier Wärmebrücken auftreten können, die im nicht sichtbaren Bereich Kondensat verursachen und zu Schäden führen. Daher müssen Konstruktionen mit Innendämmungen die angrenzenden Bauteile mit in die Betrachtung ziehen. Bestenfalls wird die Dämmung an Wand und Decken mind. 50 cm ins Gebäudeinnere geführt, um Wärmebrücken zu minimieren.

Tauwasserbildung auf Bauteiloberflächen
Der normative Nachweis der Tauwasserfreiheit auf Bauteiloberflächen insbesondere im Bereich von Wärmebrücken geschieht nach DIN 4108-2. Bei Sonderkonstruktionen muss eine raumseitige Oberflächentemperatur von ≥ 12,6°C eingehalten werden. Wird diese Temperatur unterschritten, kann es zum Tauwasseranfall auf der Bauteiloberfläche kommen. Dies hängt gleichzeitig immer auch von der Konstruktion, der Nutzung, der Beheizung und der Belüftung ab. Gedämmte Gebäude haben im Regelfall hier einen entscheidenden Vorteil gegenüber ungedämmten Gebäuden. Allerdings kann die gleichzeitige Forderung der Luftdichtigkeit bei einer fehlenden Raumlüftung auch Probleme verursachen. Die DIN 1946-6 fordert eine Luftwechselrate von 0,5 - d. h. ein vollständiger Luftwechsel innerhalb von zwei Stunden. Diese Forderung ist durch manuelles Lüften kaum sicherzustellen.

Schlagregenbeanspruchung
Die DIN 4108 unterscheidet die Beanspruchungsgruppen des Schlagregens nach regionalen, klimatischen  Bedingungen (Regen und Wind), der örtlichen Lage (Berg oder Tal) und der Gebäudeart (Hochhaus). Je nach Konstruktionsart muss die Außenhaut den Anforderungen der DIN entsprechen. Insbesondere im Zusammenhang mit Innendämmung ist der Feuchteeintrag der Wand von außen  zu reduzieren.

Spritzwasserbeanspruchung
Sockelbereiche haben hinsichtlich der Feuchtebelastung erhöhte Anforderungen. Die Bauwerksabdichtung nach DIN 18195 der Kellerwand oder der Bodenplatte muss 30 cm über die Geländeoberkante geführt werden. Im Erdreich dürfen ebenfalls nur spezielle Dämmstoffe wie Perimeterdämmungen verwendet werden.  Der Übergabepunkt zum WDVS sind meist die 30 cm über Geländeoberkante. Da der Übergang Perimeterdämmung und WDVS häufig nicht sichtbar sein soll, wird zusätzlich zu der Abdichtung auf der massiven Wand, in der Putzebene mit zementären Abdichtungen gearbeitet.

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