Terrakottafliesen

Die Terrakottafliese – kurz auch als Cotto bezeichnet – ist eine unglasierte Steingutfliese, die sich durch ihre mit natürlichen erdigen braungelben bis roten Farbvarianten auszeichnet (ital.: terra cotta = gebrannte Erde). Die Herkunft dieses Fliesentyps liegt im Mittelmeerraum, meist in der Toskana und der Regio Emilia. Dort werden sie auch heute noch per Hand geformt, sodass die einzelnen Fliesen ungleichmäßige Maße haben. Der Reiz von Terrakottafliesen liegt darin, dass der Belag mit zunehmendem Alter eine Patina erhält. Möglich wird dies vor allem dadurch, dass die offenporigen Scherben Flüssigkeiten jeder Art gut aufnehmen können.

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Beim toskanischem Cotto handelt es sich um eine rotscherbige Einbrandfliese, die nicht glasiert ist. Die Herstellung von Cotto-Belägen kann auf industrielle oder manuelle Art erfolgen. Bei der industriellen Produktion, die im Strangpressverfahren erfolgt, ist die Bearbeitung von den zur Verfügung stehenden Rohstoffen abhängig. Während Cotto-Fliesen der Region Emilia aus einem Tonmergel gefertigt werden, handelt es sich bei den Rohstoffen aus der Toskana um Kalkmergel. Aus diesem Grund ist es erforderlich, diese Platten nach dem Brand in ein Wasserbad zu tauchen. Dadurch wird das, in den Platten enthalten freie Kalkhydrat in Kalziumcarbonat umgewandelt, wodurch Ausblühungen vermieden und eine Steigerung der Festigkeit erzielt wird. Eine weitere, wenngleich auch aufwendigere Produktionsmethode ist, die manuelle Herstellung von Cotto-Platten in Einzelanfertigung. Der Rohstoff wird in Holzkästen eingebracht. Anschließend erfolgt eine Lufttrocknung. Danach werden die Platten in einem Tunnelofen zwischen 950 – 1050°C gebrannt.

Böden aus Terracotta sind in naturbelassener Art atmungsaktiv und regulieren die Raumluftfeuchtigkeit auf natürliche Weise. Im Vergleich zu harten, dichten Oberflächen kommt es durch die angeraute Oberfläche zu einer Reduktion der Schallreflexionen, was sich durch eine verringerte Nachhallzeit und somit angenehmes Raumempfinden bemerkbar macht. Aufgrund der hohen Porosität sind die Fliesen in unbehandeltem Zustand sehr fleckempfindlich. Deshalb ist eine Versiegelung der Oberfläche zu empfehlen. Derartige Versiegelungen sind entweder bereits werkseitig vor der Verlegung aufgebracht (Cotto finito) oder können nach Verlegung und Reinigung der Beläge in Form von Cotto-Wachsen aufgetragen werden. Je nach Art des Wachses ist eine Farbintensivierung oder Modifizierung des Grundfarbtones möglich.

Cotto Beläge sind bei vielen Architekten und Bauherren aufgrund ihres natürlichen Erscheinungsbildes beliebt. Sie werden meist im Innenbereich als Boden- oder Treppenbelag eingesetzt. Die Verlegung im Außenbereich ist bei den klimatischen Verhältnissen in Deutschland problematisch. Der Hersteller sollte in jedem Falle den entsprechenden Nachweis erbringen, dass seine Produkte für eine derartige Verlegung geeignet sind und dass er entsprechend dem Produkthaftungsgesetz eine Gewährleistung für die Frostbeständigkeit übernimmt.

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