Wasserundurchlässigkeit

Beton ist kein absolut wasserdichtes Material. Bei sachgerechter Ausführung bleibt die Wassereindringtiefe aber in der Regel gering und liegt häufig unter 50 Millimetern. Außerdem kann in begrenztem Umfang Feuchtigkeit durch Diffusion, kapillaren Transport oder feine Mikrorisse in den Randbereich des Bauteils eindringen. Wasserundurchlässigkeit beschreibt daher einen Zustand, bei dem kein kontinuierlicher Wasserdurchtritt mit freiem Wasseraustritt auf der wasserabgewandten Seite auftritt. Diese Definition bildet die Grundlage für die Einordnung von Nutzungsklassen und Abdichtungskonzepten.

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Der Zementstein entscheidet

Damit Beton dem Eindringen von Wasser wirksam widersteht, müssen Zusammensetzung, Verarbeitung und Nachbehandlung sorgfältig aufeinander abgestimmt sein. Grenzwerte für die Zusammensetzung eines wasserundurchlässigen Betons legt die DIN 1045-2: Tragwerke aus Beton, Stahlbeton und Spannbeton – Teil 2: Beton fest. Ein niedriger Wasserzementwert, ausreichender Zementgehalt, eine optimierte Kornverteilung sowie eine sorgfältige Verdichtung führen zu einem dichten Betongefüge. 

Wird übliche Gesteinskörnung verwendet, so ist der Kapillarporenraum des Zementsteins entscheidend. Bis zu einem Wasserzementwert (w/z-Wert) von etwa 0,50 erreicht der Porenanteil im Laufe der Hydratation maximal 20 Prozent. Dann bleiben die Poren unverbunden und der Zementstein ist wasserundurchlässig. Ab einem w/z-Wert von 0,70 bleibt er auch nach vollständiger Hydratation durchlässig.

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Wie viel Feuchte ist zulässig?
Abhängig davon, wie trocken ein Innenraum bleiben muss und welche Feuchteerscheinungen zulässig sind, unterscheidet die WU-Richtlinie zwei Nutzungsklassen. Zur Nutzungsklasse A gehören Bereiche mit hohen Anforderungen an Trockenheit. Flüssiges Wasser sowie sichtbare Feuchtstellen auf der raumseitigen Oberfläche sind unzulässig, etwa bei Wohnräumen oder sogenannten hochwertig genutzten Bereichen. Nutzungsklasse B erlaubt begrenzte Feuchteerscheinungen an Rissen oder Fugen, sofern die Nutzung nicht beeinträchtigt wird, beispielsweise bei Tiefgaragen oder Technikräumen.
Aus der gewählten Nutzungsklasse ergeben sich konkrete Anforderungen an Bauteildicken und zulässige Rissbreiten sowie an die Fugenausbildung und Betonrezeptur und Ausführung. Diese Parameter sollten frühzeitig in der Planung berücksichtigt werden, da sie Konstruktion, Gebrauchstauglichkeit und Dauerhaftigkeit maßgeblich beeinflussen.

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WU-Beton für Weiße Wannen

Für Bauwerke mit Bodenfeuchte sowie mit zeitweise oder dauerhaft drückendem Wasser dient in Deutschland die DAfStb-Richtlinie Wasserundurchlässige Bauwerke aus Beton (WU-Richtlinie) als zentrale Planungsgrundlage. Sie beschreibt Anforderungen an Beton, Konstruktion, Rissbreiten, Fugenausbildung sowie an die Ausführung auf der Baustelle.

Grundsätzlich werden zwei Systeme der Bauwerksabdichtung unterschieden: die Schwarze Wanne und die Weiße Wanne (siehe auch Fachwissen zum Thema). Bei einer Schwarzen Wanne schützen bituminöse oder kunststoffmodifizierte Abdichtungsbahnen die Wasserseite des Betons, sodass die Anforderungen an seine Wasserundurchlässigkeit gering bleiben. Allerdings sind die Abdichtungen empfindlich und lassen sich im Schadensfall nur mit hohem Aufwand instandsetzen. 

Bei einer Weißen Wanne bilden Bodenplatte und Wände eine geschlossene Stahlbetonwanne aus wasserundurchlässigem Beton (WU-Beton). Fugenbänder, Injektionsschläuche oder Sollrissfugen verhindern, dass durch Bauteilanschlüsse oder Risse Wasser eindringt. Weiße Wannen gelten als langlebig und im Schadensfall meist lokal sanierbar, stellen jedoch hohe Anforderungen an Betonqualität, Bewehrungsführung, Verdichtung und Nachbehandlung.

Fachwissen zum Thema

Bauteile, die unter Einwirkung von Wasser stehen, erfordern eine wasserundurchlässige Konstruktion oder eine spezielle Abdichtung.

Bauteile, die unter Einwirkung von Wasser stehen, erfordern eine wasserundurchlässige Konstruktion oder eine spezielle Abdichtung.

Weiße Wannen

Beanspruchungs- und Nutzungsklasse

Auf das Bodengutachten folgt bei der Planung von WU-Konstruktionen die Festlegung der Beanspruchungs- und Nutzungsklasse.

Bau einer Weißen Wanne mit Halbfertigteilen

Bau einer Weißen Wanne mit Halbfertigteilen

Weiße Wannen

Planung von WU-Konstruktionen

Die Konstruktion von wasserundurchlässigen Konstruktionen regelt die WU-Richtlinie des DAfS. Darin werden unter anderem die Aufgaben der Planung festgelegt.

Braune Wanne nach dem Ausschalen

Braune Wanne nach dem Ausschalen

Weiße Wannen

Was sind Schwarze, Weiße und Braune Wannen?

Zur Abdichtung erdberührter Bauteile stehen unterschiedliche Methoden zur Verfügung, bei denen Bitumen, Bentonit oder WU-Beton zum Einsatz kommt.

WU-Beton wird zur Erstellung sogenannter Weißer Wannen genutzt.

WU-Beton wird zur Erstellung sogenannter Weißer Wannen genutzt.

Betonarten

Wasserundurchlässiger Beton (WU-Beton)

Dieser Beton verhindert durch ein extrem dichtes Gefüge und einen niedrigen Wasserzementwert das Durchdringen von flüssigem Wasser.

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Der Baustoff Beton und seine Eigenschaften

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Prüfung an Probekörpern

Einfluss der Gesteinskörnung

Mit 70 bis 80 Volumenprozent ist die Gesteinskörnung ein Hauptbestandteil des Betons und beeinflusst maßgeblich seine Eigenschaften.

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Je nach Herkunft und Zusammensetzung wirken sich die Gemische aus großen und kleinen Steinen unterschiedlich auf die Verarbeitbarkeit und Qualität des Betons aus.

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Zur vollständigen Hydratation des Betons ist ein w/z-Wert von circa 0,40 notwendig, also 40 Prozent der Masse des Zements an Wasser.

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Hitze und Kälte, aber auch Wind und Regen können Eigenschaften und Oberflächenqualität des Betons negativ beeinflussen.

Wasserundurchlässigkeit

Tunnel und Unterführungen können als WU-Konstruktion ausgeführt sein, müssen es aber nicht. Maßgeblich sind Wasserbeanspruchung, Abdichtungskonzept und die angesetzte Nutzungsklasse.

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Zusammensetzung und Verarbeitung entscheiden darüber, wie durchlässig Beton ist. Ganz ohne weitere Abdichtungen geht es jedoch nicht.

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