The Water Runs Through Us
Adocs, Hamburg 2025
200 Seiten, farbige Abbildungen, Format 15 x 21 cm, Softcover, Englisch
Preis: 26 EUR
ISBN 978-3-943253-63-4
„It was fascinating that the water flow never stopped. It’s coming, and I asked myself, where does it come from?“ Dieser Satz ist exemplarisch für den Ton von Katherine Balls Buch The Water Runs Through Us: Experimental Water Filtration Systems and Practices. Persönlich, neugierig und zugleich poetisch nähert sich die Autorin dem Stoff, der die Floating University Berlin seit ihrer Gründung 2018 prägt: dem Wasser.
Ball, die damals als „water filtration and infiltration artist in residence“ eingeladen war, dokumentiert in ihrer Publikation die experimentellen Wasserinfrastrukturen der Floating University. Diese filtern Regenwasser, Beckenwasser – das vom Tempelhofer Feld und Columbiadamm über einen Kanal in das Becken fließt –, Schwarzwasser und verschiedene Formen von Grauwasser. Doch die Publikation ist kein technisches Handbuch. Vielmehr ist es eine sehr persönliche Dokumentation der vielfältigen Wasserbeziehungen der Beteiligten zu diesem außergewöhnlichen Projekt: einem hybriden Ort zwischen Forschungslabor, utopischem Raum und alternativem Lernort.
Die dreigeteilte Struktur des Buches, Terms, Oral Histories, Water Test, spiegelt die multiperspektivische Herangehensweise wider: Fachbegriffe und Strategien stehen neben persönlichen Wassererzählungen, ergänzt von großformatigen atmosphärischen Fotografien. Dieser Collagencharakter verleiht der Publikation eine künstlerische Offenheit, die den experimentellen Charakter des Projekts betont. Es handelt sich weniger um eine lineare Dokumentation, als vielmehr um eine Sammlung von Spuren, Artefakten und Stimmen.
Balls hofft, dass die performativen Filtersysteme der Floating University über das Projekt hinaus inspirieren und auch alternative Wasserpraktiken in der zeitgenössischen Architektur anregen. Wir sollten uns nicht als „water consumers“, sondern vielmehr als „water stewards“ verstehen: Wasser erscheint hier nicht als Ressource, die uns passiv zur Verfügung steht, sondern als zyklisches Gegenüber, mit dem wir in Beziehung treten. Diese Haltung macht das Buch zu einem Plädoyer für ein anderes Verständnis von Wasserinfrastrukturen – nicht als unsichtbare Maschinenräume, sondern als geteilte, lebendige Prozesse.
Auch das Design von Felix Egle unterstreicht diesen Eindruck. Die gold- und blau schimmernde Gestaltung im 4C+2C Verfahren und der Wechsel von Schriftarten schaffen eine besondere Ästhetik. Wer sich für gutes Grafikdesign begeistert, findet hier ein sorgfältig gestaltetes Werk, das die inhaltliche Vielstimmigkeit visuell einfängt.
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