Gewächshäuser im Garden by the Bay in Singapur

Außen liegende Gegenzuganlagen mit textiler Bespannung aus weißem Tuch

Mit ihren rund 300 Gärten und Parks gilt die südostasiatische Millionenmetropole Singapur als die grünste Stadt Asiens. Um auch weltweit diesen Rang einzunehmen, unterstützt die Regierung Projekte, die den dicht bebauten Inselstaat in eine urbane Gartenstadt verwandeln sollen. Jüngstes und ambitioniertestes Projekt ist das 101 Hektar große Erholungsgebiet Gardens by the Bay auf einer künstlich aufgeschütteten Landzunge südöstlich des Stadtzentrums. Herzstück der Anlage sind zwei gigantische, organisch geformte Gewächshäuser nach Plänen von Wilkinson Eyre Architects aus London. Sie gelten, wen wundert's, als die derzeit größten ihrer Art auf der Welt.

Gallerie

Beide Glashallen wurden als Leichtbaukonstruktionen aus tragenden Stahlbögen und abgehängten Gitterschalen mit Wärmeschutzverglasung realisiert. Sie liegen nebeneinander an der Marina Bay im Norden der Grünanlage zwischen Wolkenkratzerkulisse und Meer. Im kleineren Gewächshaus, dem Cloud Forest, erstrecken sich auf einer Fläche von 0,73 Hektar tropische Bergwälder, die sonst nur in Höhen von 1.000 bis 3.500 Meter zu finden sind. Im Zentrum erhebt sich ein dicht bewachsener, von innen hohler und begehbarer Berg, der in luftiger Höhe von kleineren Aussichtsplattformen und schmalen Brücken durchbohrt wird. Ein 35 Meter hoher Wasserfall, schmale Flussläufe, die sich durch die Halle schlängeln und das neblig-feuchte Klima machen den dschungelartigen Eindruck perfekt.

In der anderen Halle, dem 1,28 Hektar großen Flower Dome, ist die Pflanzenwelt Südafrikas, Kaliforniens und des europäischen Mittelmeerraumes zu bestaunen. Auf kunstvoll angelegten Beeten wachsen hunderte Blumenarten in allen erdenklichen Farben, aber auch Zypressen, Kakteen und Palmen. Auf einem etwas erhöht angeordneten Plateau gedeihen zahllose Affenbrotbäume, darunter ist u.a. eine gastronomische Einrichtung angeordnet. Besonders eindrucksvoll mögen den einheimischen Besuchern die jahreszeitlichen Unterschiede bei den Pflanzen erscheinen, die es in dem tropischen Klima ihrer Stadt nicht gibt.

Ein weiteres Highlight des innerstädtischen Erholungsgebietes sind die 18 trichterförmigen Supertrees. Einige der bis zu 50 Meter hohen und mit Pflanzen berankten Stahlkonstruktionen dienen als Wasserreservoir, andere der Belüftung der Gewächshäuser, in einigen sind seltene, tropische Gewächse untergebracht. Elf von den „Superbäumen“ sind mit Photovoltaikmodulen ausgestattet, die Strom für die allnächtliche Lichtshow produzieren.

Sonnenschutz
Gegenzuganlagen mit einer textilen Bespannung aus widerstandsfähigem Soltis-Gewebe schützen die zum Teil kostbaren Pflanzen vor direkter Sonneneinstrahlung und minimieren die Transmission von Wärmestrahlung im größeren der beiden Gewächshäuser. Entlang der gesamten Außenseite bedecken sie eine Gesamtfläche von 25.000 Quadratmetern.

Je zwei der weißen, dreieckigen Tücher sind zwischen den Stahlbögen montiert, sodass sie eine knapp 100 Quadratmeter große Raute bilden. In Abhängigkeit von der Wetterlage wird die gesamte Anlage computergesteuert und an den jeweiligen Sonnenstand angepasst. Über eine Gegenzuganlage mit bis zu zwei Zentimeter dicken Stahlseilen können die großen Tücher innerhalb von 70 Sekunden komplett eingefahren werden. Motoren und Tuchwellen sind nicht sichtbar in der Bogenkonstruktion untergebracht. Als wirksamer Blend- und Sonnenschutz sind die Anlagen ein wesentlicher Bestandteil des Energiekonzeptes der gläsernen Halle.

Bautafel

Architekten: Wilkinson Eyre Architects, London
Projektbeteiligte: Grant Associates, Bath and Singapur (Generalplanung und Landschaftarchitektur); Woh-Up, Singapur (GU Gegenzuganlagen); Advance Canvas, Singapur (Herstellung der Tücher); Serge Ferrari, La Tour du Pin Cedex (Soltis)
Bauherr: National Parks Board, Singapur
Fertigstellung: Juni 2012
Standort: 18 Marina Gardens Dr, Singapur 018953
Bildnachweis: Craig Sheppard and Wilkinson Eyre Architects, London; Serge Ferrari, La Tour du Pin Cedex; Robert Such und Darren Soh, Singapur

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