Folienkissen
ETFE-Folienkissen werden als leichte und lichtdurchlässige Dachelemente eingesetzt, beispielsweise zur Überdachung von Atrien, Innenhöfen oder großflächigen Hallen. Sie bestehen aus mehreren dünnen Folienlagen aus Ethylen-Tetrafluorethylen (ETFE), die an ihren Rändern miteinander verschweißt und in einem umlaufenden Profilsystem befestigt werden. Ein geringer, kontinuierlich aufrechterhaltener Luftüberdruck stabilisiert die Kissen und verleiht ihnen ihre charakteristische gewölbte Form.
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Aufbau und Eigenschaften
ETFE-Kissen bestehen aus zwei, drei, vier oder weiteren
Folienlagen innerhalb einer pneumatisch vorgespannten
Membrankonstruktion. Mit zunehmender Zahl der Folienlagen entstehen
zusätzliche Luftkammern, wodurch sich insbesondere der Wärmeschutz
verbessern lässt. Typische U-Werte liegen beispielsweise bei etwa
2,9 W/(m²K) für zweilagige, 1,8 W/(m²K) für dreilagige und 1,4
W/(m²K) für vierlagige Systeme; die tatsächlich erreichbaren Werte
sind jedoch vom jeweiligen Systemaufbau abhängig.
ETFE-Folien zeichnen sich durch ihr geringes Eigengewicht, eine
hohe Lichtdurchlässigkeit sowie eine hohe Beständigkeit gegenüber
UV-Strahlung und Witterungseinflüssen aus. Die glatte, wenig
haftende Oberfläche begünstigt zudem das Abspülen von
Verschmutzungen durch Niederschlag. Je nach gewünschter Belichtung
und solarem Wärmeeintrag können die Folien transparent, eingefärbt
oder bedruckt ausgeführt werden.
Die einzelnen Folien sind nur wenige Zehntelmillimeter dick. Die
Abmessungen der Kissen werden durch die Geometrie, den Innendruck
sowie die auftretenden Wind- und Schneelasten bestimmt. Die Breite
von ETFE-Folienkissen liegt in der Regel bei etwa 3,5 m; abhängig
von Dachneigung, Geometrie und Lastbeanspruchung sind
auch Breiten bis etwa 5 m oder darüber möglich. In Längsrichtung
lassen sich wesentlich größere Abmessungen realisieren.
Licht- und Sonnenschutz
Durch eine Bedruckung der ETFE-Folien lässt sich der Licht- und
Energiedurchlass gezielt beeinflussen. Häufig werden hierfür
Punktraster oder andere Druckmuster eingesetzt, die einen Teil der
Sonneneinstrahlung reflektieren bzw. abschirmen.
Bei dreilagigen Kissen kann darüber hinaus ein variables, in die
Dachhaut integriertes Verschattungssystem ausgebildet werden. Dabei
werden insbesondere die äußere und die mittlere Folienlage mit
gegeneinander versetzten Mustern bedruckt. Durch eine Veränderung
der Luftdrücke in den einzelnen Kammern lässt sich die mittlere
Folie an eine benachbarte Folienlage annähern. Je nach Stellung
überlagern sich die Druckmuster mehr oder weniger stark und
verändern so Lichtdurchlass und solaren Energieeintrag.
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