Wohnprojekt Eleven Decks in Hamburg
Innerstädtisches Wohnen mit Lärm- und Wetterschutz
In der Hafencity, genauer im Überseequartier, ergänzt das Wohnprojekt Eleven Decks den jüngeren Wohnungsbau Hamburgs um einen markanten Baustein. Rotbraun eingefärbte Betonfertigteile strukturieren die reliefartige Fassade des abgetreppten, spitzzulaufenden Baukörpers und nehmen Bezug auf die Backsteinarchitektur der historischen Speicherbauten im unmittelbaren Umfeld. Großformatige Schiebe-Dreh-Elemente aus Glas an Loggien und Balkonen bieten Schutz vor dem für Hamburg typischen Wind- und Regenwetter, ohne Sichtbeziehungen und Tageslichteintrag einzuschränken. Entworfen wurde der neue Wohnkomplex vom ortsansässigen Büro Carsten Roth Architekt.
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Städtebaulicher Kontext und Nutzungsmischung
Der Neubau liegt auf einer Konversionsfläche des Hamburger Hafens an der Ecke San-Francisco-Straße/Überseallee. Zwei Einschnitte in den südlichen West- und Ostfassaden gliedern den trapezförmigen Baukörper in ein kleineres südliches Volumen sowie ein größeres, U-förmiges Volumen Richtung Norden, das zur Straßenkreuzung hin spitz zuläuft.
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Der Innenhof ist begrünt und bietet Raum für Bewegung sowie nachbarschaftlichen Austausch. Im Norden erreicht die Traufe über 30 Meter, während sich das Gebäude nach Süden hin stufenförmig abtreppt und so dem wuchtigen Baukörper eine angemessene Maßstäblichkeit verleiht. Die Wohnnutzung wird durch umfangreiche Gemeinschaftsflächen ergänzt – darunter Bürobereiche, Clubräume, eine offene Küche, Dining Room, Bar, Lounge, Spielzimmer mit Billardtisch und Monitor sowie eine Outdoor-Küche mit Grill – die den kontinuierlichen Austausch unter den Bewohner*innen fördern. Im Erdgeschoss befinden sich Einzelhandelsflächen.
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Vielfältiges Wohnungsangebot
Insgesamt verteilen sich auf zehn Obergeschosse 306 Wohnungen, darunter 224 Ein- und Zwei-Zimmer-Apartments sowie 18 Penthouses mit eigenen begrünten Dachterrassen. Letztere wirken sich neben der Wohnqualität zusätzlich auch positiv auf das Mikroklima aus. Das Wohnungsangebot umfasst 39 verschiedene Grundrisstypen mit Wohnflächen zwischen 38 und 200 Quadratmetern, die gezielt auf verschiedene Nutzer*innengruppen ausgerichtet sind – von kompakten Einheiten für Singles und Pendler*innen über Wohnungen für Paare bis hin zu Grundrissen für größere Haushalte. So entsteht eine heterogene Bewohner*innenstruktur, die die Grundlage für vielfältige Formen des Zusammenlebens innerhalb des Gebäudes bildet.
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Reliefierte Fassadengliederung aus Sichtbetonfertigteilen
Charakteristisch für das Gebäude ist die plastische Fassadengestaltung: Hier kommen 540 gedrehte und verspringende Sichtbetonelemente zum Einsatz, die als Balkone, Loggien mit Brüstungen sowie als Sonderformate, etwa an Gebäudeecken, in variierenden Breiten und Geometrien ausgebildet sind. Die reliefierte Fassadengliederung erzeugt eine plastische Tiefe mit wechselnden Licht- und Schattenwirkungen und verleiht der großmaßstäblichen Anlage eine individuelle Erscheinung. Konstruktiv sind die bis zu 8,5 Tonnen schweren Fertigteile an in die Ortbetonwände integrierten Konsolen befestigt und folgen damit dem Prinzip einer vorgehängten Fassade. Die rötliche Einfärbung der Sichtbetonelemente spiegelt die roten Ziegelfassaden in der historischen Speicherstadt wider und wurde mit hoher Farb- und Oberflächenkonsistenz umgesetzt. Neben gestalterischen Aspekten erfüllen die Elemente auch funktionale Anforderungen: Sie tragen zur Abschottung von Brandüberschlag bei, ermöglichen geschützte Freibereiche, fördern die Durchlüftung und unterstützen den Schallschutz durch ergänzende bewegliche Prallscheiben.
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Balkonloggien mit Schallschutzwirkung
Aufgrund der exponierten innerstädtischen Lage sind die Balkone mit gläsernen Schiebe-Dreh-Elementen ausgestattet. Diese bieten im geschlossenen Zustand einen wirksamen Schutz vor Lärm, Wind und Regen und ermöglichen so eine ganzjährige Nutzung der Freibereiche. In geöffnetem Zustand verwandeln sich die Loggien in Balkone. Verwendet wird das Schiebe-Dreh-System Proline T des Herstellers Solarlux mit 12 mm starkem Einscheibensicherheitsglas (ESG) aus klarem Floatglas und polierten Kanten. In den oberen Geschossen kommt aufgrund erhöhter Anforderungen an die Windlast das System Proline T Mega zum Einsatz, ausgeführt mit 15 mm starkem ESG aus klarem Floatglas und ebenfalls mit polierten Kanten.
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Die rahmenlosen Verglasungen werden über schmale obere und untere Führungsschienen geführt. Die einzelnen Flügel lassen sich seitlich verschieben, um 90 Grad nach innen drehen und platzsparend als schmales Glaspaket parken. Die Höhe der Verglasungen in Elevendecks beträgt 2,80 Meter, sie sind jedoch in Höhen bis zu 3 Metern und Breiten bis zu 1 Meter verfügbar.
Bautafel
Architektur: CARSTEN ROTH ARCHITEKT, Hamburg
Projektbeteiligte: WES, Hamburg (Landschaftsarchitektur), PASCH Panahi & Schumacher Design, Düsseldorf (Innenarchitektur); Solarlux (Hersteller: Schiebe-Dreh-System Proline T + Proline T Mega)
Bauherr*in: ÜSQ A GmbH & Co. KG, Hamburg
Standort: San-Franciso-Straße/Überseallee, Hafencity Hamburg
Fertigstellung: 2024
Bildnachweis: Klaus Frahm; Daniel Sumesgutner (Fotos); Carsten Roth Architekt (Pläne)
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Solarlux GmbH | Kontakt +49 5422 9271-0 | www.solarlux.com
