Wohntürme in Den Haag

Gläserne Balkone mit Schallschutz

Unter dem Namen Monarch III ist inmitten des Finanzviertels Beatrixkwartier in Den Haag neuer Wohnraum entstanden: Zwei rund 70 Meter hohe Türme sollen mit Mietwohnungen der Nachfrage nach hochwertigem jedoch bezahlbarem Wohnraum des Stadtbezirks nachgehen. Der Gebäudekomplex mit einem Gesamtvolumen von mehr als 32.000 m² BGF wurde von dem Büro Powerhouse Company entworfen und umgesetzt. Nur wenige hundert Meter vom Hauptbahnhof entfernt, ermöglichen die Wohntürme einen Blick auf die Skyline Den Haags und den Park Haagse Bos, der sich von der Altstadt im Südwesten bis zur Grenze von Wassenaar im Nordosten erstreckt. 

Gallerie

Neuer Wohnraum mit freiem Ausblick
Das gesamte Gebäudeensemble ist über einen erhöhten Platz miteinander verbunden. Die Wohntürme mussten aufgrund der äußerst begrenzten Fläche sehr nah beieinander positioniert werden. Der Komplex besteht aus 248 Stadtwohnungen, die sich über zwei 72 Meter hohe Türme verteilen. Die Wohnbereiche variieren von 58 bis 132 m². Die größeren Wohnungen befinden in den obersten vier Geschossen. Die kleineren Apartments liegen in den unteren Etagen.

Die Balkone sollten totz der Nähe zum Nachbarturm einen freien Ausblick bieten und zugleich die Privatsphäre der Bewohnerinnen und Bewohner vor ungewollten Einblicken schützen. Aus diesem Grund wurden die Türme schräg zueinander angeordnet, sodass die Blicke von innen nach außen an dem Gebäude vorbei führen. Zusätzlich hat die Positionierung den Vorteil, dass genug Sonne und somit ausreichend Tageslicht in alle Räume dringt.

Transparente Fassade 
Neben den Glaselementen wurde die Gebäudehülle in weiß gehalten, sodass die Neubauten die Optik der umliegenden Wohnhochhäuser aufnehmen. Im sehr klaren Raster der Fassade liegen raumhohe Fenster, welche an den Ecken der Türme durchgehend verglast sind. Neben der angrenzenden Autobahn A12 führt die ebenfalls in ihrer Konstruktion weiß gehaltene Metrostrecke und die Hauptverkehrsstraße Prinses Beatrixlaan an den Gebäuden vorbei.

Flexible Ganzglas-Balkone mit hohem Schallschutz
Aufgrund der unmittelbaren Nähe zum lauten Verkehrsaufkommen von Auto und Bahn war es notwendig, besondere Schallschutzvorkehrungen zu treffen, um die Wohnräume ausreichend vor dem umgebenden Lärm zu schützen. An der Seite der Schlafzimmer wurde das gedämmte Mauerwerk mit einer zusätzlichen Glasfassade versehen, um den Ruheanforderungen für Schlafräume gerecht zu werden.

Die verglasten Innen- und Kragarmbalkone schließen unmittelbar an die Wohnräume an. Diese mussten also ebenfalls den umgebenden Lärm ausreichen abschirmen können. Die Balkone wurden über den Brüstungselementen mit einer schallschützenden Verglasung versehen, die sich zudem flexibel öffnen lässt. Die rahmenlosen Glaselemente bieten dadurch in Verbindung mit der Glasbrüstung trotz Abschirmung eine weite Aussicht. Die Balkonverglasung hält Regen, Wind und Schall bis 22 Dezibel ab. Auf die gläserne Brüstung montiert, lassen sich die Scheiben einzeln zur Seite fahren und im rechten Winkel aufdrehen. So kann der Freisitz das ganze Jahr über genutzt werden und vergrößert den Wohnbereich um eine zusätzliche Fläche. Insgesamt sind 1.250 bewegliche Glaselemente in der Fassade verbaut.

Glaselemente nach Maß
Die im Vorfeld  fertiggestellten Balkone wurden vom Herstellunternehmen selbst vermessen und im Anschluss die Verglasungen maßgefertigt. Damit die große Anzahl der Glaselemente die Lagerkapazitäten der Baustelle nicht einschränkt beziehungsweise den Baustellenbetrieb nicht beeinträchtigt, wurde die Anzahl der wöchentlich verbauten Elemente nach und nach geliefert.

Bautafel

Architektur: Powerhouse Company, Rotterdam/München
Projektbeteiligte: Provast, Den Haag (Projektentwicklung); Solarlux, Melle (Balkonverglasung Schiebe-Dreh-System SL 25);
Bauherrschaft: Smit's Construction Company, Beverwijk
Standort: Prinses Beatrixlaan, 2595 AL Den Haag, Niederlande
Fertigstellung: 2019
Bildnachweis: Solarlux

Baunetz Architekten

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