Dichtstoffe

Dichtstoffe sorgen für eine effektive Trennung von Raum- und Außenklima. Dabei werden einstufige und mehrstufige Systeme unterschieden, um die gewünschte klimatische Trennung zu erzielen. Bei der einstufigen Lösung werden alle notwendigen Funktionen (Dampfbremse, Windsperre, Wetterschutz) von einer Dichtungsebene aufgenommen. Bei der mehrstufigen Lösung sind die Funktionen auf verschiedene Dichtungsebenen verteilt. Dabei sind Dampfbremse und Windsperre eher diffusionsdicht auszuführen und generell zum Innenraum zu orientieren. Der außenliegende Wetterschutz (Regensperre) kann eine weitere Windsperre umfassen, ist aber grundsätzlich diffusionsoffener zu gestalten. Günstigerweise nimmt die Diffusionsdichtheit der verschiedenen Abdichtungsebenen nach außen schrittweise ab.

In Abstimmung mit den auftretenden Fugenbreiten (Fensterrahmen zum angrenzenden Bauteil, Fugen zwischen Flügel und Rahmen) kommen verschiedene Dichtungsmaterialien zum Einsatz. Richtwerte für die Planung beinhalten dabei die Empfehlungen der RAL-Gütegemeinschaften zu der auf das Dichtsystem abgestimmten Fugenbreite. Auch sind oft in den Herstellerangaben Hinweise auf die möglichen Fugenbreiten bei Dichtstoffen angegeben. (Diese beziehen sich dabei auf die Bewegungsaufnahmefähigkeit der verwendeten Dichtstoffe.)

Als Dichtstoffe stehen die herkömmlichen Bauabdichtungsbahnen, spritzbare Dichtstoffe (Silikon-Dichtstoffe, Acrylat-, Polysulfid- und Polyurethan-Dichtstoffe), dauerelastische und vorkomprimierte Dichtbänder (VK-Bänder) zur Verfügung.

  • Spritzbare Dichtstoffe sind sehr witterungsbeständig, sonnenlichtunempfindlich und gleichen Materialbewegungen bis zu 25 % der normalen Fugenbreite aus. Als übliche Faustregel für den möglichen Fugenquerschnitt bei spritzbaren Dichtstoffen gilt, dass die Dichtstoffdicke die halbe Fugenbreite betragen soll. Um die Haftfähigkeit von spritzbaren Dichtstoffen zu verbessern, empfiehlt sich die Verwendung von einem Primer (Haftvermittler) an beiden Fugenflanken. Stark saugende oder verschmutzte Oberflächen können das günstige Haftverhalten spritzbarer Dichtstoffe erheblich vermindern.
  • Dauerelastische Dichtbänder aus imprägniertem Schaumstoff sind in unterschiedlichen Breiten und Längen auf Rollen erhältlich. In der Breite können sie exakt auf die vorhandene Fugenbreite ausgelegt werden.
  • Vorkomprimierte Fugenbänder werden auf rund 15 % ihres Querschnittes komprimiert angeliefert und dehnen sich nach dem Einbau auf ihre volle Größe aus. Mit VK-Bändern können auch normale Materialbewegungen bei unterschiedlichen Temperaturen gut ausgeglichen werden.
  • Eine besondere Form der Abdichtung sind mechanische Vorrichtungen gegen Zugerscheinungen an der Schwellenfuge von Türen. Beim Schließen der Tür werden diese automatischen Türabdichtungen durch seitliche Kontakte nach unten gegen die Türschwelle gedrückt.
Neben der Größe und Ausbildung der Bauteilfugen ist auch oft die Ausführung der angrenzenden Bauteile ausschlaggebend für die Wahl der richtigen Dichtstoffe und die konkrete Ausbildung der Dichtebenen.

Wartung und Pflege von Dichtungen
Dichtungen jeglicher Art sind regelmäßig zu kontrollieren.

Eine der einfachsten und effektivsten Maßnahmen ist es, gelockerte oder sogar schon durch die tägliche Abnutzung herausgelöste Dichtungsbänder zwischen Blend- und Flügelrahmen wieder in die jeweilige Nut hineinzudrücken. Bereits verlorengegangene Dichtungsbänder sollten umgehend ersetzt werden, um Schäden durch eindringenden Wind und eindringende Feuchtigkeit zu vermeiden. Zu beachten ist dabei, dass die neuen Dichtungsbänder aus einem geeigneten Material bestehen, lückenlos über die gesamte Nut laufen und in einer Ebene liegen, um Passungenauigkeiten zwischen dem Blend- und Flügelrahmen zu vermeiden. Diese Wartungsmaßnahme an Fenstern und Türen kann auch mit nur geringen Fachkenntnissen durchgeführt werden.


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