Übersicht verbreiteter Schäden

Bauschäden gehen, sofern Fremdeinwirkungen und menschliches Versagen ausgeschlossen werden können, auf technisches Versagen zurück. Dies wiederum kann an ungenügender physikalischer oder chemischer Beschaffenheit des Bauteils liegen. Bei der Wertung eines Schadens ist zu unterscheiden, ob die Beschaffenheit des Bauteiles mangelhaft - gemessen an technischen Regelwerken oder allgemein anerkannten Regeln der Bautechnik - ist oder ob die Beanspruchung zu hoch - gemessen am vertraglich vereinbarten Gebrauch - ausgefallen ist. Die folgende Zusammenfassung bietet einen Überblick über häufig auftretende Schäden bei Fußbodenkonstruktionen.

Maßtoleranz-Überschreitungen
Diese können sich gemessen an den Forderungen von DIN 18201 Toleranzen im Hochbau - Vorgefertigte Teile aus Beton, Stahlbeton und Spannbeton und DIN 18202 Toleranzen im Hochbau - Bauwerke verschieden darstellen:

  • Abweichungen von der vorgesehenen Höhenlage - dies kann dazu führen, dass die Anschlusshöhen zu Treppenstufen oder Türen nicht passen
  • falsche Neigung
  • ungenügende Ebenheit des Estrichs
  • mangelnde Berücksichtigung des Durchbiegeverhaltens der Decke

Feuchteschäden
Die Auswirkungen können sein:

  • Partielle Ablösung und feuchtebedingte Verformung bei versiegeltem Parkett
  • Ablösung, Verseifung und Blasenbildung des Klebers
  • Zersetzungserscheinungen bei Anhydrit- und Magnesiaestrichen
  • Zersetzung von Spachtelschichten
  • Beschädigung von Dämmschichten
  • Überschwemmungserscheinungen aufgrund fehlender oder mangelhafter Abläufe.

Ablösungen vom Untergrund
Bei Verbundestrichen entstehen Ablösungen vom Untergrund durch zu hohe Spannungen im Haftverbund und/oder zu geringe Haftfestigkeit.

Absenkungen
Absenkungen treten bei schwimmendem Estrich auf, wenn die Dämmschicht oder Trockenschüttung nachgibt.

Risse, Einbrüche
Wenn ein Baustoff gleichzeitig äußeren Zugspannungen und inneren Bewegungs-Spannungen (zum Beispiel durch Schwinden) ausgesetzt ist, kommt es zu Rissen und Einbrüchen.

Verformungen
Von Verformungen in Folge äußerer oder innerer Kräfte sind hauptsächlich Estrich auf Trenn- und Dämmschicht betroffen.

Schallschutzmängel
Mangelnder Schallschutz tritt bei schwimmendem Estrich auf Schalldämmmatten auf.

Schäden im Zusammenhang mit Bodenbelägen
Bei starrer Verbundverlegung von Stein- oder Keramikplatten kann es zu Spannungserscheinungen im Estrich und im Belag kommen. Beläge aus Holz- und Holzwerkstoffen sind empfindlich gegenüber Feuchtigkeitseinflüssen.

Schäden an Fugen
Ursache für Schäden an Fugen sind entweder falsch oder insgesamt zu wenig ausgeführte Fugen.

Ungenügende Festigkeit, Zerfallserscheinungen
Die Ursachen für Zerfallserscheinungen können materialbedingt, auf Feuchteeinwirkung oder zu hohe mechanische Belastungen zurückzuführen sein.

Nicht vertragsgemäße Oberfläche
Die Oberfläche kann nicht vertragsgemäß ausfallen in Bezug auf: Optik, Verschmutzung, Beschaffenheit der Poren, unerwünschte Sinterschicht (bei Calciumsulfat-Fließestrichen).

Knackgeräusche
Bei Trockenestrichen, Heizestrichen und schwimmenden Estrichen kann es meist aufgrund von Ausführungsmängeln zu Knackgeräuschen kommen.

Nicht erreichte Belegreife
Bodenbeläge dürfen auf nass hergestellten Estrichen erst verlegt werden, wenn der Estrich bis zu seiner Gleichgewichtsfeuchte ausgetrocknet ist. Ansonsten ist mit Ablöseerscheinungen, Verkrümmungen und Aufwölbungen des Belages zu rechnen.

Schadenvermeidung
Fußbodenkonstruktionen sind hochkomplexe Bauteile; da sich Schäden addieren oder überlagern können, führen oft schon kleine Unterschreitungen der gültigen Vorschriften zu schwerwiegenden Mängeln. Um Schäden zu vermeiden, ist die Einhaltung der entsprechenden Regelwerke erste Voraussetzung. Die DIN 18560 Estriche im Bauwesen bietet eine zuverlässige Planungsgrundlage auf aktuellem Stand. Ebenso sind die weiteren maßgeblichen Normen zu beachten. Merkblätter und Hinweise der Verbände ergänzen die Normen um Neuentwicklungen und wichtige praxisnahe Informationen.

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