Temperaturen und Wetterabhängigkeiten

Die Witterung kann die Frisch- und Festbetoneigenschaften sowie die Oberflächenqualität maßgeblich negativ beeinflussen. Daher ist beim Betonieren auf Temperatur, Wind, Feuchtigkeit, Luftdruck, Sonneneinstrahlung und Niederschlag zu achten.

Galerie

Anforderungen und Regelungen

Grundsätzlich soll die Einbautemperatur +30 °C nicht über- und +5 °C nicht unterschreiten. Anforderungen an das Betonieren bei hohen und niedrigen Außentemperaturen finden sich in der DIN EN 13670: Ausführung von Tragwerken aus Beton und in der DIN 1045-3: Tragwerke aus Beton, Stahlbeton und Spannbeton – Teil 3: Bauausführung. Erklärungen und Hinweise zu verschiedenen Witterungsverhältnissen enthält das Zement-Merkblatt Betontechnik B 21.

Hitze

Betonieren bei extremer Hitze birgt die Gefahr des zu schnellen Abbindens und die Gefahr des Ausdunstens. Die Betonoberfläche muss ständig feucht bleiben, damit durch das wechselweise Anfeuchten und Austrocknen keine Spannungen und damit Rissen im jungen Beton entstehen.

Abdeckmatten können vor zu schnellem Austrocknen schützen. Dabei sollten sie nicht direkt auf dem Beton aufliegen, damit sich kein Kondenswasser bildet und zu Ausblühungen führt. Zugleich darf keine Zugluft zwischen Betonoberfläche und Abdeckung entstehen. Abdeckungen mit Jutegeweben, Strohmatten, Sand­schichten oder Ähnlichem sind ständig feucht zu halten und eventuell durch eine Folie vor schneller Austrocknung zu bewahren. Auch das Besprühen der Oberflächen mit Wasser ist gebräuchlich, um ein vorzeitiges Austrocknen des Betons zu verhindern.

Galerie

Wind

Neben hohen Temperatur lassen eine geringe relative Luftfeuchtigkeit (unter 50 %) in Kombination mit Wind oder Luftzug das Anmachwasser schnell verdunsten. Der Frischbeton trocknet in der Folge ebenfalls zu schnell aus und Risse können sich bilden, insbesondere bei flächenhaften und exponierten Bauteilen. Um dies zu vermeiden, ist es auch hier empfehlenswert, die Oberflächen abzudecken und zusätzlich – um Zugluft zu vermeiden – den Zwischenraum zwischen Beton und Folie abzudichten.

Regen

Das durch Regen eingetragene sogenannte Fremdwasser kann den Wasserzementwert erhöhen und die Struktur und das Gefüge des Betons verschlechtern. Auch beim jungen Beton können Regentropfen und abfließendes Regenwasser Ausblühungen oder andere bleibende Schäden hinterlassen. In diesem Fall schützt ebenfalls eine Abdeckung mit Folien oder Matten. Zusätzlich sollte das Regenwasser abgeleitet bzw. ein Überströmen des Betons verhindert werden. Mitunter ist es aber auch ratsam, bei Regenwetter das Betonieren von Sichtbetonflächen ganz auszusetzen. 

Galerie

Kälte und Frost

Den Normen zufolge gelten Temperaturen von unter 5 °C als niedrig. Mit zunehmender Kälte erhärtet der Zementleim immer langsamer und ab einer Temperatur von -10 °C stoppt der Erhärtungsprozess. Junger Beton kann schadlos durchfrieren, wenn seine Temperatur in den ersten drei Tagen nicht unter +10 °C fällt und seine Druckfestigkeit mindestens 5 N/mm2 beträgt. Andernfalls schädigt ein Gefrieren den Beton nachhaltig: Nach Frostende werden entstehende Hohlräume durch Kristalle ausgefüllt, die durch die sich fortsetzende Hydratation des Zements entstehen. Gefriert Wasser in noch nicht genügend erhärtetem Beton, kann das Betongefüge durch die Volumenvergrößerung gelockert und gesprengt werden. 

Der Einsatz von Frostschutzmittel ist möglich, kann aber die Farbe beeinflussen und ist daher eher bei nicht sichtbaren Oberflächen zu empfehlen. In Abstimmung mit der Tragwerksplanung lassen sich zudem betontechnologische Maßnahmen ergreifen, etwa die Erhöhung des Zementgehalts auf über 300 kg/m3, der Verzicht auf Zusatzstoffe als Zementersatz und die Herabsetzung des Wasserzementwerts. Dazu können Zemente der Festigkeitsklassen 32,5 R, 42,5 R und  52,5 R genutzt werden, um bei der Hydratation mehr Wärmeenergie freizusetzen. So bleibt die Temperatur im Bauteil hoch genug für die gewünschte Festigkeitsentwicklung.

Fachwissen zum Thema

Betoniervorgang

Herstellung

Betoniervorgang

Das Einbringen des Betons in die Schalung ist eine wichtige Voraussetzung für das Erreichen einer hohen Betonqualität. Beton ist...

Zur vollständigen Hydratation des Betons ist ein w/z-Wert von circa 0,40 notwendig, also 40 Prozent der Masse des Zements an Wasser.

Zur vollständigen Hydratation des Betons ist ein w/z-Wert von circa 0,40 notwendig, also 40 Prozent der Masse des Zements an Wasser.

Eigenschaften

Einfluss des Wasserzementwertes

Das Verhältnis von Wasser zu Zement im Zementleim des Frischbetons ist entscheidend für die Festigkeit des Baustoffs und seine Beständigkeit.

Durch Taumittel können Chloride in den Beton gelangen.

Durch Taumittel können Chloride in den Beton gelangen.

Eigenschaften

Frost- und Taumittel-Widerstand

Frost- und Taumittelwiderstand setzt einen wasserundurchlässigen Beton, ausreichend Festigkeit und gegen Frost widerstandfähige...

Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart; Architekten: UN Studio

Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart; Architekten: UN Studio

Betonarten

Sichtbeton

Was ist bei der Ausschreibung von Sichtbetonflächen relevant, welche grundsätzlichen Regeln zur Zusammensetzung und Schalung gibt es und was ist bei der Beurteilung zu beachten?

Kontakt Redaktion Baunetz Wissen: wissen@baunetz.de
BauNetz Wissen Beton sponsored by:
Deutsche Zement- und Betonindustrie vertreten durch das
InformationsZentrum Beton | Kontakt 0211 / 28048–1 | www.beton.org
Zum Seitenanfang

Der Baustoff Beton und seine Eigenschaften

Museu de les Ciencies Príncipe Felipe in Valencia, Architekt: Santiago Calatrava

Museu de les Ciencies Príncipe Felipe in Valencia, Architekt: Santiago Calatrava

Beton zeichnet sich als vielfältig einsetzbarer Baustoff aus, der aufgrund seiner besonderen Eigenschaften die optischen,...

Betone mit besonderen Eigenschaften

Behälterbau aus wasserundurchlässigem Beton

Behälterbau aus wasserundurchlässigem Beton

Für Bauwerke mit speziellen Anforderungen werden Betone mit besonderen Eigenschaften verwendet, die den Beanspruchungen...

Chemische Beständigkeit

Kühlturm des Kohlekraftwerks Sostanj in Slowenien

Kühlturm des Kohlekraftwerks Sostanj in Slowenien

Die Wirkung chemischer Angriffe auf Beton ist in DIN 1045-2 Tragwerke aus Beton, Stahlbeton und Spannbeton - Teil 2: Beton -...

Druckfestigkeit von Beton

Bei der Druckfestigkeitsprüfung werden Probekörper, meist Betonwürfel oder -zylinder, in einer Presse belastet,...

Bei der Druckfestigkeitsprüfung werden Probekörper, meist Betonwürfel oder -zylinder, in einer Presse belastet,...

Prüfung an Probekörpern

Einfluss der Gesteinskörnung

Mit 70 bis 80 Volumenprozent ist die Gesteinskörnung ein Hauptbestandteil des Betons und beeinflusst maßgeblich seine Eigenschaften.

Mit 70 bis 80 Volumenprozent ist die Gesteinskörnung ein Hauptbestandteil des Betons und beeinflusst maßgeblich seine Eigenschaften.

Je nach Herkunft und Zusammensetzung wirken sich die Gemische aus großen und kleinen Steinen unterschiedlich auf die Verarbeitbarkeit und Qualität des Betons aus.

Einfluss des Wasserzementwertes

Zur vollständigen Hydratation des Betons ist ein w/z-Wert von circa 0,40 notwendig, also 40 Prozent der Masse des Zements an Wasser.

Zur vollständigen Hydratation des Betons ist ein w/z-Wert von circa 0,40 notwendig, also 40 Prozent der Masse des Zements an Wasser.

Das Verhältnis von Wasser zu Zement im Zementleim des Frischbetons ist entscheidend für die Festigkeit des Baustoffs und seine Beständigkeit.

Einfluss von Zusatzmitteln

Betonzusatzmittel sind flüssige oder pulverförmige Stoffe, die dem Beton zugesetzt werden. Dadurch sollen die chemischen und...

Einfluss von Zusatzstoffen

Betonzusatzstoffe sind fein gemahlene Zusätze wie Steinkohlenflugasche, Farbpigmente, Silikatstaub, Glas, Fasern. Durch das...

Formänderung von Beton

Formänderung von Beton

Frisch- und Festbeton sind keine volumenbeständigen Baustoffe, sondern verändern ihre Form bei Belastungen und äußeren...

Frischbetonrohdichte

Unter der Frischbetonrohdichte versteht man die Masse (Gewicht) in kg /dm³ (oder t/m³) von frischen, vorschriftsmäßig verdichtetem...

Frost- und Taumittel-Widerstand

Durch Taumittel können Chloride in den Beton gelangen.

Durch Taumittel können Chloride in den Beton gelangen.

Frost- und Taumittelwiderstand setzt einen wasserundurchlässigen Beton, ausreichend Festigkeit und gegen Frost widerstandfähige...

Konsistenz

Für die Neuapostolische Kirche in Neuhausen verwendete man weichen Beton der Konsistenzklasse F3 aus Weißzement

Für die Neuapostolische Kirche in Neuhausen verwendete man weichen Beton der Konsistenzklasse F3 aus Weißzement

Die Konsistenz ist ein Maß für die Steifigkeit des Frischbetons und definiert seine Verarbeitbarkeit. Die Konsistenz wird in...

Konsistenzprüfung mit Ausbreit- und Verdichtungsversuch

Ausbreitversuch zur Prüfung der Konsistenz von Frischbeton

Ausbreitversuch zur Prüfung der Konsistenz von Frischbeton

Die Prüfung der Konsistenz von Frischbeton erfolgt über den Ausbreitversuch und den Verdichtungsversuch. In Deutschland sind...

Luftgehalt im Beton

Durch das Verdichten des Betons wird wie beim Schütten und Mischen eingetragene Luft ausgetrieben. Selbst nach sorgfältiger...

Temperaturen und Wetterabhängigkeiten

Bei hohen Temperaturen beschleunigt sich das Ansteifen des frischen Betons und die Verarbeitungszeit verkürzt sich.

Bei hohen Temperaturen beschleunigt sich das Ansteifen des frischen Betons und die Verarbeitungszeit verkürzt sich.

Hitze und Kälte, aber auch Wind und Regen können Eigenschaften und Oberflächenqualität des Betons negativ beeinflussen.

Wasserundurchlässigkeit

Tunnel und Unterführungen können als WU-Konstruktion ausgeführt sein, müssen es aber nicht. Maßgeblich sind Wasserbeanspruchung, Abdichtungskonzept und die angesetzte Nutzungsklasse.

Tunnel und Unterführungen können als WU-Konstruktion ausgeführt sein, müssen es aber nicht. Maßgeblich sind Wasserbeanspruchung, Abdichtungskonzept und die angesetzte Nutzungsklasse.

Zusammensetzung und Verarbeitung entscheiden darüber, wie durchlässig Beton ist. Ganz ohne weitere Abdichtungen geht es jedoch nicht.

Widerstand gegen chemische Angriffe

Industrieller Lagerungsbehälter

Industrieller Lagerungsbehälter

Chemische Angriffe bei erhärtetem Beton können durch die Funktion des Bauwerks und/oder seiner Nutzung erfolgen, z.B. durch...

JETZT BUCHEN

Alle Veranstaltungen zum Thema Bauen mit Beton finden Sie unter
www.beton.org/veranstaltungen

Partner-Anzeige